Cadex AR 35 - Belastungstest beim Seven Serpents Gravel-Bikepacking-RennenFoto: Skyshot/Greber

LaufräderCadex AR 35 - Belastungstest beim Seven Serpents Gravel-Bikepacking-Rennen

Sandra Schuberth

 5/31/2022, Lesezeit: 3 Minuten

Cadex baut seine Produktlinie im Gravel-Segment weiter aus und bringt mit dem AR 35 einen leichten Carbon-Laufradsatz auf den Markt. Wir haben die Laufräder einem Extremtest unterzogen. Online-Redakteurin Sandra Schuberth hat damit an einem Bikepacking-Event durch Slowenien, Kroatien und Italien teilgenommen, dem Seven Serpents. Ein Bericht.

Über den Laufradsatz

Cadex baut seine Produktlinie im Gravel-Segment weiter aus und bringt mit dem AR 35 einen ultraleichten Carbon-Laufradsatz auf den Markt. Mit gemessenen 1333 Gramm (Shimano-Freilauf) orientiert sich die Carbon-Neuheit an hochwertigen Straßen-Modellen, die breite Felge lässt voluminöse Reifen bis 45 Millimeter zu. Die Innenmaulweite von 25 Millimetern sorgt dabei für eine runde Reifenform, welche gerade bei Kurvenfahrten die Seitenwand abstützt. Die kürzere, aber breitere Auflagefläche des Reifens minimiert den Rollwiderstand und erhöht den Fahrkomfort. Naben mit leichtgängigen Keramiklagern und auf Aerodynamik optimierte Carbon-Speichen runden das schnelle Gesamtpaket des Cadex AR 35 ab. So viel Hightech hat aber seinen Preis: 2599,80 Euro kostet der Laufradsatz der Zubehörmarke von Giant.

Reifenmontage auf die Hookless-Felgen

Reifen der Wahl für das Event waren Schwalbe G-One R in der 40 Millimeter breiten Ausführung. Vom geübten TOUR-Testlabor-Mechaniker konnten die Reifen problemlos ohne Reifenheber montiert werden. Zuletzt wurde die Dichtmilch eingefüllt und die Reifen auf etwa 2,0 Bar gepumpt. Mit der Druckluft aus dem Kompressor fanden die Reifen schnell ihre Position in der Felge mit 25 Millimetern Innenmaulweite. Ein letztes Feinjustieren der Reifen auf der hakenlosen Felge fand unter Einsatz der Hände statt. Innerhalb von wenigen Minuten waren die Laufräder einsatzbereit. Reifen und Felgen hielten die Luft von Beginn an zuverlässig.

Erster Eindruck des Cadex AR 35 Laufradsatzes

Mit dem neuen Laufradsatz machte das Veloheld Icon.X schon optisch einen völlig neuen Eindruck. Das erste Fahrgefühl war vielversprechend, leicht rollten die Reifen und Räder über die heimischen Schotterwege. Die leichten Laufräder reagierten direkt auf jeden Antritt und beschleunigten leichtgängig. Nur an den Sound des 60-Zahnscheiben-Freilaufs, der ordentlich hallt, musste ich mich erst gewöhnen und erkannte ihn anfangs nicht als den eigenen.

Foto: Nick Rotter

Mit dem Rad im Zug

Auf dem Weg nach Ljubljana kamen kurze Ängste aufgrund des noch ungewohnten Laufradsatzes auf. Grund waren die Aufhängvorrichtungen in den Zügen. Das voll beladene Rad wog zwischen 16 und 17 Kilogramm und dieses Gewicht wurde jeweils am Vorderrad aufgehängt zwischen anderen Gravelbikes, die auf gleicher Mission unterwegs waren. Das hieß: Das schwere Rad hochhiefen, dann den Haken zwischen den Speichen durchfädeln und das Rad aufhängen - ohne das Tubeless-Ventil oder die Carbon-Speichen zu beschädigen.

Fertig gepackt - mit dem neuen Testlaufradsatz macht das Gravelbike eine sehr gute Figur.Foto: Nick Rotter
Fertig gepackt - mit dem neuen Testlaufradsatz macht das Gravelbike eine sehr gute Figur.

Der Cadex AR 35 beim Bikepacking-Rennen

Anfangs war ich noch vorsichtig, nicht zuletzt, weil ich vergessen hatte, Dichtmilch einzupacken für den Fall eines Reifendefektes. Mit der Zeit habe ich den Laufrädern, den Reifen und auch mir selbst immer mehr vertraut und bin die oftmals sehr holprigen und steinigen Abfahrten immer rasanter hinunter gefahren. Dabei wurde die Stoßfestigkeit der Felge mehrfach unter Beweis gestellt: Teilweise waren die Downhill-Passagen sehr grobsteinig und das schnelle Sehen einer idealen Linie nicht immer möglich. So kam es zweimal zu Durchschlägen, die weder Felge noch Reifen etwas anhaben konnten. Zudem flogen immer wieder Steine seitlich gegen Felge oder Speichen, das gab nichts weiter als einen lauten Aufschlag.

Weniger beweisen musste sich die Beschleunigungsfähigkeit der Cadex AR 35 Carbon-Laufräder, denn bei gut 800 Kilometern mit 15.000 Höhenmetern waren Sprints eher kontraproduktiv für die Gesamt-Performance.

Bei dem Bikepacking-Event haben Gravelbike, Gepäck und Fahrerin einiges an Staub und Matsch, aber auch jede Menge Erfahrungen und Abenteuer gesammelt. Schlafdefizit inklusive.Foto: Sandra Schuberth
Bei dem Bikepacking-Event haben Gravelbike, Gepäck und Fahrerin einiges an Staub und Matsch, aber auch jede Menge Erfahrungen und Abenteuer gesammelt. Schlafdefizit inklusive.

Fazit

Das Gewicht und die Spezifikationen des Cadex AR 35 sorgen nicht nur im Kopf für einen Booster, auch in Sachen Fahrgefühl macht sich das Leichtgewicht bemerkbar. Schnell, komfortabel und robust fühlte sich der Laufradsatz an. Wer bereit ist, knapp 2600 Euro auszugeben, kann mit diesem Gravel-Laufradsatz sein Rad nicht nur optisch aufwerten.

Für alle Startenden gab es Aufkleber für die Gabel mit der Cap-Nummer, also der Startnummer.Foto: Sandra Schuberth
Für alle Startenden gab es Aufkleber für die Gabel mit der Cap-Nummer, also der Startnummer.
Der Staub ist während des Seven Serpents in alle Ritzen am Rad gekrochenFoto: Nick Rotter
Der Staub ist während des Seven Serpents in alle Ritzen am Rad gekrochen
Steinschläge gegen Felgen und Speichen konnten dem Cadex AR 35-Laufradsatz nichts anhaben.Foto: Sandra Schuberth
Steinschläge gegen Felgen und Speichen konnten dem Cadex AR 35-Laufradsatz nichts anhaben.
Bild 3Foto: Sandra Schuberth
Für alle Startenden gab es Aufkleber für die Gabel mit der Cap-Nummer, also der Startnummer.Foto: Sandra Schuberth
Für alle Startenden gab es Aufkleber für die Gabel mit der Cap-Nummer, also der Startnummer.
Der Staub ist während des Seven Serpents in alle Ritzen am Rad gekrochenFoto: Nick Rotter
Der Staub ist während des Seven Serpents in alle Ritzen am Rad gekrochen
Der Staub ist während des Seven Serpents in alle Ritzen am Rad gekrochen
Steinschläge gegen Felgen und Speichen konnten dem Cadex AR 35-Laufradsatz nichts anhaben.
Bild 3
Für alle Startenden gab es Aufkleber für die Gabel mit der Cap-Nummer, also der Startnummer.