Radhosen für den WinterWir geben Tipps fürs passende Modell

Matthias Borchers

 · 11.12.2022

Assos Mille GT Winter Tights GTO C2
Fahrrad-Winterhosen: Die Assos Mille GT Winter Tights GTO C2 ohne Membran | Bilder: Matthias Borchers

Wer auch im Winter bei Niesel, Graupel und niedrigen Temperaturen seine Hausrunde abspulen möchte, benötigt die passende Radbekleidung. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Winterhose zu.

Diese muss vor allem zwei Aufgaben erfüllen: Sie muss die Beine warm und trocken halten und beim Pedalieren einen hohen Tragekomfort bieten. Wer eine neue Radhose für den Winter kaufen möchte, sollte dabei auf wichtige Details achten, die für Schutzfunktion und Tragekomfort entscheidend sind.

Ob die neue Fahrrad-Winterhose mit oder ohne Polster ausgestattet sein soll, ist dabei eine grundsätzliche Entscheidung. Viele tragen unter der warmen Winter-Bib nämlich am liebsten ihre Lieblings-Sommerhose wegen des darin gewohnten Lieblingspolsters. Zudem bietet die Kombi aus Sommer und Winterhose einen kleinen preislichen Vorteil, da Winterhosen ohne Polster etwas günstiger sind als die Modelle mit. Obacht: an anderer Stelle kann diese Drunter-Drüber-Variante den Tragekomfort einschränken, wo sich die Nähte und der Stoff beider Hosen ungünstig überlappen und entsprechend nervige Scheuerstellen beim Pedalieren verursachen können.

Membran als Barriere gegen Wind & Wasser

Nicht jede Fahrrad-Winterhose ist automatisch mit einer Membran ausgestattet, obwohl sich diese teildurchlässige Schicht, die Wind und Wasser aussperrt und gleichzeitig Schweiß in Form von Wasserdampf von der Haut nach draußen transportiert, als wirksamste Barriere gegen schnelles Auskühlen bewährt hat. Winterhosen ohne diese, manchmal etwas steife, Schutzschicht sind zwar günstiger und tragen sich entsprechend komfortabler, schützen dafür bei plötzlich aufkommendem Regen oder Graupel kaum. Wer jedoch im Winter ausschließlich bei stabilem Hochdruckwetter mit Sonnenschein auf seinem Renner unterwegs ist, kann auf die Plastikschicht in der Hose verzichten mit dem gleichzeitigen Vorteil, dass der Schweiß schneller von der Haut nach draußen transportiert wird und man nicht so schnell im eigenen Saft schmort.

Winterhosen kosten zwischen 35 und 405 Euro

Je besser und hochwertiger die Winterhose ausgestattet ist, desto teurer ist sie - wobei die Preisrange von Marke zu Marke extrem schwanken kann. Sehr günstig ist beispielsweise das Einstiegsmodell “Radhose lang mit Trägern Winter RC 100” von Triban* (nicht im Bild), der Hausmarke von Decathlon. Lediglich 35 Euro verlangt der Sportartikeldiscounter für die Winter-Funktionshose, die damit ein echtes Schnäppchen ist. Die hier gezeigte Assos Mille GT Winter Tights GTO C2* kostet mit einem Preis von 405 Euro knapp das Zwölffache und spricht damit einen eher exklusiven Kundenkreis an. Mit einem Preis von 200 Euro ist die Endura Pro SL Bibtight II* (mit Polster und Membran) ein typischer Vertreterin der oberen Mittelklasse.

Endura Pro SL Bibtight II (mit Polster und Membran)
Endura Pro SL mit Membran | Bilder: Matthias Borchers

Das Material

Beim Material kommt es auf Materialdichte und Spannkraft an. Winterhosen fürs Rad haben mehr Material pro Quadratzentimeter, sind dichter gewebt und bieten mehr Spannkraft als eine klassische Sommerhose. Durch das größere Luftpolster können sie mehr Wärme speichern und gleichzeitig ein vorhandenes Sitzpolster perfekt in Position halten. Ist das Material auf der Innenseite angeraut, Experten nennen das Roubaix-Material, entsteht ein zusätzlicher Wärmeeffekt. Wie dick und warm die neue Winterhose sein darf, hängt ab vom Einsatzzweck und dem persönlichen Wärmeempfinden. Wer schnell friert und lediglich ab und zu eine gemütliche Winterrunde drehen möchte, wählt entsprechend eine dickes und flauschiges Modell.



Die Träger der Fahrrad-Winterhose

Bei den Trägern haben sich Modelle aus einheitlich elastischem Material durchgesetzt und bewährt. Diese sind über ihre komplette Länge und Breite aus einem Fasermix, der in alle Richtungen gleichermaßen dehnbar ist. Dadurch liegen sie flächig auf und zeigen selten die Tendenz zum Einrollen. Wesentlich schlechter funktionieren die Gummizugmodelle, mit denen noch vor wenigen Jahren fast alle Radhosen ausgestattet waren. Meist sind diese Gummizüge nämlich zu straff, spannen im Schulterbereich und hinterlassen Striemen. Zudem neigen diese Gummizug-Hosenträger gern zum Einrollen, was den Tragekomfort auf Dauer ebenfalls einschränken kann. Bei unseren beiden Beispielen bekäme die Assos entsprechend ein Lob, die Endura einen Tadel.

Der Bund

Wie hoch der Bund der Winterhose reichen soll, hängt ab vom persönlichen Geschmack. Ein sehr hoher Bund wie bei der Endura wärmt die empfindliche Nierenpartie besser als ein flacher Bund, der lediglich bis zur Hüfte reicht. Nachteil: Bei milden Temperaturen läuft der Schweiß schneller und bei der Pinkelpause behindert zu viel Stoff den schnellen Zugriff. Assos und Endura zeigen hier mit ihrer elastischen Stoffpartie und dem kleinen Reißverschluss jeweils eine clevere Lösung für dieses Problem.

Die Kniepartie der Winterhose

Um die empfindlichen Knie gegen Kälte und Nässe zu schützen, ist eine Membran an dieser Stelle sinnvoll, wenngleich dies die Kniepartie etwas steifer macht und ein Scheuergefühl entstehen kann. Als Gegenmaßnahme haben sich vorgeformte Stoff-Keile bewährt, die vorn an der Kniescheibe Spannung rausnehmen und hinten weniger Faltenwurf entstehen lassen.

Der Abschlussbund

Eine Winterhose an- oder auszuziehen, kann schweißtreibend sein und nerven, je widerspenstiger der Abschlussbund über die Knöchel rutschen will. Seitlich oder hinten platzierte Reißverschlüsse sind hier eine Hilfe, sofern sie nicht zu dick auftragen und als Folge am Schuh- oder Überschuh-Schaft scheuern. Als einfachste und günstigste Lösung haben sich hier breite, elastische Abschlussbunde aus robustem Material bewährt.

Eine große Auswahl an Winter Trägerhose gibt es hier:

Fahrrad-Winterhose: Kurz & knapp

Abgesehen von der individuellen Passform und den grundsätzlichen Entscheidungen pro und contra Sitzpolster und Ausstattung mit wind- und wasserabweisender Membran, sind die folgenden Kriterien entscheidend auf dem Weg zur passenden Winterhose.

  • Das Hosenmaterial sollte dicht gewebt sein und Spannkraft besitzen
  • innen angerautes Roubaixmaterial bietet ein zusätzliches Wärmepolster
  • breite, elastische Träger liegen gut auf und steigern den Tragekomfort
  • ein elastischer Eingriff oder ein Reißverschluss erleichtern die Pinkelpause
  • für Frauen gibt es spezielle Trägerhosen für einen problemfreien Boxenstopp
  • die Höhe vom Bund sollte dem Einsatzzweck und dem Kälteempfinden entsprechen
  • bei steifem Membranmaterial im Frontbereich sollte man auf eine vorgeformte und faltenfreie Kniepartie achten
  • ein Reißverschluss im Abschlussbund erleichtert das An- und Ausziehen, sollte aber nicht zu dick auftragen

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