Test 2015: Profi-Helme für Rennradfahrer - 12 Top-Helme zwischen 100 und 250 Euro im TestFoto: Daniel Kraus

HelmeTest 2015: Profi-Helme für Rennradfahrer - 12 Top-Helme zwischen 100 und 250 Euro im Test

Unbekannt

 7/20/2015, Lesezeit: 5 Minuten

Es ist für viele Sportler faszinierend, dass sie vielfach das gleiche Material nutzen können wie die Profis der Tour de France – Helme zum Beispiel. Im TOUR-Test: Top-Helme zwischen 100 und 250 Euro.

Der Kopfschutz von Degenkolb, Kittel & Co. ist einer der wenigen Ausrüstungsgestände der Profis, den man genau so auch im Laden kaufen kann – von Herstellern wie Ekoi oder Specialized sogar im original Teamdesign der gesponserten Mannschaften. Dass sich die Helme der Profis nicht von Serienmate­rial unterscheiden, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die Helme laut UCI-Reglement die international gültigen Sicherheitsnormen ­erfüllen müssen. Da Helme weitgehend maschinell mit sehr teuren Formen hergestellt werden, wäre eine Kleinserienproduktion viel zu teuer – und eine Fertigung von Hand ist komplett unmöglich.

Wie ein Top-Helm beschaffen sein muss, darin sind sich Hobby- wie Profisportler ­einig. ­Abgesehen von der individuellen Passform muss sich der Helm bequem justieren und sicher auf dem Kopf befestigen lassen; er sollte möglichst leicht und optimal belüftet sein, damit er – vor allem bei hochsommer­lichen Temperaturen – möglichst wenig stört und den Kopf kühl hält. Die Helmhersteller rufen für ihre Top-Modelle allerdings auch Top-Preise auf – was gesponserten Profis egal sein kann, Hobbysportlern aber schon mal ordentliche ­Löcher ins Budget reißt.

Diese Top-Helme mit allen Infos und Testergebnissen finden Sie im PDF-Download unten:

• Abus Tec-Tical Pro
• Bell Gage
• Bontrager Velocis
• Ekoi Ekcel Magnetic
• Giant REV
• Giro Synthe
• Kask Protone
• Lazer Z1 (TOUR Testsieger)
• MET Stradivarius HES
• POC Octal Raceday
• Scott WIT-R
• Specialized S-Works Prevail

Specialized S-Works PrevailFoto: Matthias Borchers
Specialized S-Works Prevail
Abus Tec-Tical ProFoto: Matthias Borchers
Abus Tec-Tical Pro
Bell GageFoto: Matthias Borchers
Bell Gage
Bontrager VelocisFoto: Matthias Borchers
Bontrager Velocis
Ekoi Ekcel MagneticFoto: Matthias Borchers
Ekoi Ekcel Magnetic
Giant REVFoto: Matthias Borchers
Giant REV
Giro SyntheFoto: Matthias Borchers
Giro Synthe
Kask ProtoneFoto: Matthias Borchers
Kask Protone
Lazer Z1 (TOUR Testsieger)Foto: Matthias Borchers
Lazer Z1 (TOUR Testsieger)
MET Stradivarius HESFoto: Matthias Borchers
MET Stradivarius HES
POC Octal RacedayFoto: Matthias Borchers
POC Octal Raceday
Scott WIT-RFoto: Matthias Borchers
Scott WIT-R
Specialized S-Works PrevailFoto: Matthias Borchers
Specialized S-Works Prevail
Abus Tec-Tical ProFoto: Matthias Borchers
Abus Tec-Tical Pro
Abus Tec-Tical Pro
Bell Gage
Bontrager Velocis
Ekoi Ekcel Magnetic
Giant REV
Giro Synthe
Kask Protone
Lazer Z1 (TOUR Testsieger)
MET Stradivarius HES
POC Octal Raceday
Scott WIT-R
Specialized S-Works Prevail

Die Startaufstellung

Bei der diesjährigen Tour de France werden 198 Fahrer in 22 Teams an den Start gehen. Da die Hersteller Giro und Specialized jeweils drei Teams ausstatten, thronen insgesamt 18 verschiedene Marken auf den Köpfen des Pelotons – von Abus (Bora-­Argon 18) bis ­Suomy (Lampre-Merida). Nicht alle, aber immerhin ein Dutzend Ausstatter sind unserer Einladung gefolgt und haben ihr ­jeweiliges Profi-Modell in unseren aktuellen Helm-Wettkampf geschickt.

Bis auf kleine Ausnahmen präsen­tieren sich die zwölf Kandidaten aus dem Modelljahr 2015 mit ­bewährter, solider Qualität. Der Trend zu immer noch leichteren Helmen scheint zumindest vorläufig gestoppt. Lediglich die Helme von Specialized und POC unterbieten die 200-Gramm-Marke um ein bis zwei Gramm, während die Mitbewerber im Mittel etwa 230 Gramm auf die Waage bringen. Abus und MET sind rund 20 Gramm schwerer als der Durchschnitt, der schwerste Helm (277 Gramm) kommt von Giant – ein Neueinsteiger bei diesem Produkt­segment. Die Profis vom Team Giant-Alpecin um John Degenkolb hindert das jedoch offensichtlich nicht am Siegen.

Um den Helm an den Kopf anzupassen, vertrauen die meisten Hersteller auf die Kombination aus verschieden dicken Polstereinlagen mit einem in Weite und Höhe verstellbaren Kopfband, das durchweg per Drehverschluss reguliert wird. An elf der zwölf Test-Helme schließt ein rein formschlüssiges Klickschloss den Kinnriemen. Ein neuartiges Magnet­schloss, das bei Annäherung der beiden Enden wie von selbst schließt, verwendet Ekoi, Sponsor des Teams AG2R. Das Öffnen dieses Schlosses funktioniert zwar nicht ganz so ­intuitiv, man gewöhnt sich aber schnell an den neuen Handgriff.

Führungsaufgabe

Bei allen Helmen werden die Riemen seitlich vor und hinter den Ohren vorbei durch ­kleine Kipphebel geschleust; damit lässt sich ­sowohl die Länge der Riemen als auch die Position der Klemme unterm dem Ohr verstellen. Dies gelingt am besten bei Helmen, an denen die Riemen links und rechts vom Drehverschluss am Hinterkopf entlang ­geführt werden. Bei den Modellen von Ekoi, Giant und Scott sitzt der hintere Riemen­anschlag vergleichsweise hoch und zentral, was den Einstellspielraum um die Ohren leicht einschränkt. POC, Lazer und Specialized trennen die Riemen unterhalb vom Ohr über eine Art Trapez; das lässt wenig Spielraum beim Abstand zum Ohr, aber die Riemen lassen sich schnell und komfortabel justieren.

Zum Standard in dieser Helm-Klasse sollte ein Kopfband gehören, das sich in der Höhe verstellen und damit individuell an den druckempfindlichen Bereich des Hinterkopfes anpassen lässt. Abus und Ekoi verzichten auf dieses sinnvolle Feature, was beide Helme Punkte im Kapitel Anpassung kostet. Für Frauen bieten hinten offene Helme den Vorteil, dass sich an dieser Stelle prima ein Zopf durchfädeln lässt. Die Helme von Scott, ­Bontrager und insbesondere Lazer dürften deshalb viele Fans unter Frauen – oder auch Männern – mit langer Haarpracht finden.

Neben der Anpassbarkeit gehört die Kühlleistung des Helms zu seinen Kerneigenschaften. Wichtig ist dabei, dass möglichst viel frische Luft über den Kopf geführt wird, damit viel Schweiß verdunsten kann. Welche Helme hier am besten abschneiden, haben wir mit einem selbstentwickelten Prüfkopf gemessen (siehe "So testet TOUR", Seite 50). In dieser Kategorie schnitten alle zwölf ­Kandidaten gut bis sehr gut ab. Je nachdem, ob man viel schwitzt oder am Kopf etwas kälteempfindlich ist, kann man seinen persönlichen Favoriten finden.

Zwar unterliegen Helme nur geringem Verschleiß, aber dennoch ist es wünschenswert, dass Teile wie Polster, ­Riemen oder Schlösser nachgekauft werden können. ­Lobenswert ist, dass alle Marken diesen Service anbieten. Während bei Bell, Bontrager oder Lazer Ersatzpads zum Lieferumfang gehören, kann man diese bei allen Anbietern zumindest nachordern. Neue Riemen oder Verschlüsse ­haben die meisten ebenfalls im Sortiment. Etabliert bei den meisten Herstellern hat sich eine Unfall-Ersatzregelung, auch als Crash Replacement bezeichnet. Das großzügigste Angebot machen nach eigener Angabe Ekoi und Kask: ­Beide Hersteller bieten – ohne zeitliche Begrenzung – einen neuen Helm für 50 Prozent des Neupreises, wenn man den gecrashten Helm einsendet. Bei den meisten anderen Anbietern ist ­dieser Service auf drei Jahre ab Kaufdatum befristet, Abus, Giant und POC bieten diese Leistung nicht an. POC ­offeriert dafür ein anderes, interessantes Feature: Jedem Helm liegt ein Sticker bei, mit Barcode plus PIN,
der mit dem Smartphone gescannt werden kann und die in einer App hinterlegbaren ­persönlichen Notfall-Daten seines Trägers freigibt.

  Alle Artikel dieser Ausgabe finden Sie in TOUR 7/2015: Heft bestellen-> TOUR IOS-App-> TOUR Android-App->Foto: Tim De Waele, Christian Kaufmann, Teamfoto
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