Für die meisten Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer gehört der Helm zur Pflichtausrüstung. Richtig so, sagen wir. Aber es gibt ein paar Mythen. Schützen teure Fahrradhelme besser? Sind leichte Helme besser?
Nein. Ein in den Helm integrierter Rotationsschutz wie Mips mindert das Risiko von Hirnverletzungen. Das belegen Messwerte. Im TOUR-Test lag das durchschnittliche Risiko einer mittleren Gehirnerschütterung bei Mips-Helmen bei rund 13 Prozent. Das Risiko, mit einem Helm ohne Mips eine Gehirnerschütterung zu erleiden, liegt laut dem Test bei durchschnittlich 27,5 Prozent. Das ist mehr als doppelt so hoch. Mips ist kein Gimmick.
Urteil: Mythos
Jeder Helm, der verkauft werden darf, hat die DIN EN 1078 bestanden. Klingt beruhigend, ist es aber nur bedingt. Die Prüfmethode ist in die Jahre gekommen, da sie die Wirksamkeit von Sicherheitssystemen wie Mips nicht prüfen kann. Sie definiert Mindeststandards, die mit dem, was moderne Helme tatsächlich leisten, wenig zu tun haben. Wer sich also darauf verlässt, dass "zugelassen" gleichbedeutend mit "gut geschützt" ist, denkt zu kurz.
Urteil: Mythos
Einer der verbreitetsten Glaubenssätze im Radsport - und laut unserem letztjährigen Crashtest schlicht falsch. Sieben Hersteller schickten jeweils ein günstiges und ein teures Modell ins Rennen. Das Ergebnis: Ein höherer Preis bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern ob der Helm mit einem Rotationsschutzsystem wie Mips ausgestattet ist - dazu gleich mehr.
Urteil: Mythos
Früher stimmte das: die leichtesten Helme waren meist die Top-Modelle. Die Zeiten, in denen die Top-Helme immer auch die leichtesten im Sortiment waren, sind passé. Das Mehrgewicht moderner Helme kommt durch das Mips-System und aerodynamischere Schalen. Der mit 223 Gramm leichteste Helm im Test ist ein klassisch anmutendes Modell ohne Rotationsschutz und mit vielen Luftschlitzen. Leichter heißt also nicht sicherer - im Gegenteil.
Urteil: Mythos
Intuitiv nachvollziehbar - weniger Schlitze, weniger Luftstrom. Aber auch das stimmt nicht pauschal. Selbst bei den als „Aerohelm" deklarierten Modellen entstand beim Praxistest unter der Schale kein Hitzestau. Die Kühltechnik hat sich weiterentwickelt, und ein Aerohelm muss heute kein Kompromiss beim Komfort mehr sein.
Urteil: Mythos
Kauf einen Helm mit Mips oder einem vergleichbaren System, egal ob für 100 oder 300 Euro. Achte auf Passform, Tragekomfort und Verarbeitung. Beim Schutz macht die Ausstattung den Unterschied, nicht der Preis.

Redakteurin