Sandra Schuberth
· 01.04.2026
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Wer kennt das nicht: Man fährt mit 35 km/h eine Abfahrt hinunter, der Garmin piept, und man muss entscheiden — Handschuh ausziehen, kurz anhalten oder blind auf dem Display herumtippen und hoffen. Letzteres funktioniert meistens nicht, Ersteres ist umständlich, und Zweiteres kommt für ambitionierte Fahrer nicht infrage. Genau hier setzt eine neue Generation von Kurzfingerhandschuhen an, die Touch-Kompatibilität als Kernversprechen formuliert.
Das Prinzip ist so simpel wie wirkungsvoll: Die Fingerkuppen bleiben frei. Kapazitive Touchscreens reagieren auf die elektrische Leitfähigkeit der menschlichen Haut — und genau diese Fläche wird bei diesen Modellen nicht durch Handschuhmaterial abgedeckt. Das Ergebnis ist eine reibungslose Interaktion mit GPS-Computern und Smartphones.
Kurzfingerhandschuhe mit Touchfunktion sind für mich DER Gamechanger in Sachen Radsport-Zubehör 2026. Endlich kann ich Navi und Smartphone uneingeschränkt bedienen. Funktioniert sogar beim Indoor-Training. - Sandra Schuberth, TOUR-Testredakteurin
Nicht jeder Kurzfingerhandschuh mit freien Fingerkuppen ist automatisch ein guter Touchscreen-Handschuh. Wer gezielt kaufen möchte, sollte auf folgende Kriterien achten:
Zu wenig freie Kuppe, und der Bildschirm reagiert nicht zuverlässig. Zu viel, und der Schutz bei Stürzen leidet. Als Mindestmaß gilt: 8 bis 12 mm pro Finger sollten freiliegen.
Nähte sollten flach und unauffällig sein, denn Nahtstellen an ungünstigen Stellen können schnell drücken.
Gute Touchhandschuhe kombinieren die offene Fingerkuppe mit einer durchdachten Gelpolsterung im Ballenbereich — Vibrationsdämpfung und Präzision schließen sich nicht aus. Hier gibt es aber auch individuelle Vorlieben, manch einer bevorzugt polsterlose Handschuhe.
Auf langen Ausfahrten im Sommer werden die Hände warm. Perforiertes Material oder Mesh am Handrücken sorgen dafür, dass die Hände nicht überhitzen. Das reduziert Schweißbildung und Schweiß ist der Feind der Touchfunktion. Vor dem Touchen sollten die Fingerkuppen im Zweifel am Handrücken der anderen Hand abgewischt werden. Das hat in unserem Test gut funktioniert.
Wir haben aktuelle Modelle über drei Wochen im Alltagsbetrieb getestet - auf dem Rennrad, dem Gravelbike und im Pendelverkehr. Bewertet wurden Passform, Touchscreen-Reaktion, Verarbeitungsqualität und Haltbarkeit nach Wäsche. Unsere drei Testsieger stellen wir hier vor. Noten haben wir bewusst nicht vergeben, da z. B. individuelle Vorlieben bezüglich Polsterung ja oder Polsterung nein unterschiedlich ausfallen.
Das ultraleichte Mesh der Handfläche schafft eine hervorragende Belüftung. Schweiß an den Fingerkuppen lässt sich am Mesh gut abwischen. Trockene Fingerkuppen sind entscheidend für zuverlässige Touchscreen-Reaktion. Die Polsterung ist gezielt eingesetzt und dämpft Mikrovibrationen, ohne das Lenkgefühl zu beeinträchtigen. Passform und Verarbeitung sind auf ASSOS-Niveau: tadellos. Preis: 54,99 Euro >> hier erhältlich.
Entwickelt zusammen mit den Profis von Team Uno-X Mobility und auf maximale Aerodynamik ausgelegt. Die bewusst ungepolsterte Handfläche aus perforiertem Recycling-Microsuede sorgt für direkten Lenkerkontakt — und die freien Fingerkuppen ermöglichen präzises Tippen ohne jeden Widerstand. Für alle, die Geschwindigkeit und Touch-Funktion gleichermaßen priorisieren, die erste Wahl. Preis: 49,99 Euro >> hier erhältlich
Der Allrounder im Testfeld. Die Gel-Technology-Polsterung und der großflächige Silicone-Grip machen den Itamos 3 zum komfortabelsten Handschuh im Vergleich — das exklusive Pull-Off-System von Roeckl ist ein praktisches Bonusfeature. Für den Preis von 25,99 Euro (>> z. B. hier erhältlich) bekommt man mehr als erwartet, und die freien Fingerkuppen erfüllen ihren Zweck problemlos, wobei die Touchfunktion etwas eingeschränkt funktioniert hat. Vielleicht, weil wir am Abend vor dem Test bouldern waren? Naja.
Kurzfingerhandschuhe mit Touch-Funktion sind keine Nische mehr — sie sind der neue Standard. Wer noch mit einem Vollfingermodell auf dem GPS herumdrückt oder regelmäßig anhält, um die Route anzupassen, sollte umsteigen. Die Technologie ist ausgereift, die Preise moderat, und der Komfortgewinn ist — bei aller gebotenen journalistischen Zurückhaltung — erheblich.
Unsere drei Testsieger bieten stimmige Gesamtpakete. Der Assos ist für Polster-Liebhaber, der von GripGrap für diejenigen, die lieber ohne fahren und der Roeckl für all diejenigen, die etwas weniger ausgeben wollen oder können.

Redakteurin