Matthias Borchers
· 26.03.2026
Ein Handschuh für die Übergangszeit muss mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Die Passform steht an erster Stelle: Nur wenn sich das Material faltenfrei und elastisch um die Hand legt, entsteht das nötige Feingefühl fürs Lenken, Schalten und Bremsen. Die Innenhand braucht griffige Elemente, um auch bei Nässe sicher am Lenker zu bleiben. Touch-Zonen an Daumen und Zeigefinger sind heute unverzichtbar, denn kaum ein Fahrer will für die Bedienung von GPS-Computer oder Smartphone jedes Mal die Handschuhe ausziehen.
Für den Wetterschutz verwenden die Hersteller winddichte Membranen und wasserabweisende Außenmaterialien. Das Ziel: kalte Finger ebenso zu vermeiden wie einen Hitzestau bei Sonnenschein. Ein langer Bund schützt die Handgelenke und verhindert, dass kühler Wind in die Jackenärmel kriecht. Die Gewichtsspanne im Test reicht vom 38 Gramm leichten Sportful Aqua Light bis zum 100 Gramm schweren Hestra Windbreaker Tracker 5 Finger.
Der Wetterschutz fließt mit 40 Prozent in die Gesamtnote ein. Die Handschuhe müssen winddicht sein und Regentropfen schnell abperlen lassen. Saugt sich die Außenhaut mit Wasser voll, verstärkt das den Kühleffekt durch den Fahrtwind. Bei einem Spray-Test nach vorheriger Wäsche zeigten die Modelle von Cube und Sportful gute Ergebnisse, während die Außenhaut von Canyon und Nalini Wasser weniger gut abwies.
Die Touch-Funktion macht 30 Prozent der Bewertung aus. Getestet wurde mit einem Garmin Edge 1050 sowie verschiedenen iPhones und Samsung-Smartphones. Geprüft wurden Tippen, Wischen, Scrollen und Aufziehen. Bei Specialized sind lediglich die Zeigefinger leitfähig, wodurch einhändiges Pinchen nicht möglich ist. Mit dem Q36.5 gab es wiederholt Probleme bei der iPhone-Bedienung, Castelli und Sportful erzielten auf allen Geräten gute Ergebnisse.
Handling und Ausstattung bilden die restlichen 30 Prozent. Bewertet wurden die Leichtigkeit beim An- und Ausziehen, der Grip am Lenker bei Regen sowie der Umfang der Ausstattung. BBB und Castelli erreichten hier Spitzenergebnisse, während die Ausstattungsliste bei Nalini und Sportful kürzer ausfiel.
Der Castelli Perfetto Light zeigt, wie ein Handschuh für die Übergangszeit idealerweise konstruiert sein sollte. Vorgeformte Finger und ein elastisches, anschmiegsames Material bieten eine Passform, die im Test ihresgleichen sucht. Dadurch funktioniert auch die Performance: Wind bleibt zuverlässig draußen, Regentropfen ebenfalls, auch wenn das Abperlverhalten noch etwas besser sein dürfte. Die Touch-Funktion überzeugt mit Daumen und Zeigefinger beider Hände, alle Gesten am GPS-Computer oder Smartphone gelingen mühelos. In der Innenhand sichert Silikonprint hervorragenden Grip am Lenker, Reflexdetails erhöhen die Sichtbarkeit – ein verdienter Testsieger.
Der GripGrab Ride 2 Spring-Autumn besteht aus festem Neopren, sitzt dadurch etwas enger und lässt sich wegen des straffen Bunds nicht ganz so leicht an- und ausziehen. Am Lenker überzeugt er jedoch: Der mittelschwere Handschuh bietet sehr guten Grip, vermittelt viel Kontrolle und wärmt spürbar. In Signalgelb mit reichlich Reflexmaterial ist er zudem bestens sichtbar. Gegen Fahrtwind schützt er hervorragend, Regentropfen perlen fast vollständig ab. Die Touch-Funktion funktioniert zuverlässig, Wischen und Tippen gelingt zielsicher. Der Frotteedaumen eignet sich gut zum Naseputzen, saugt sich bei Regen aber schnell voll.
Der Sportful Aqua Light fällt eher klein aus, weshalb eine Nummer größer sinnvoll sein kann – besonders bei kräftigen Händen oder langen Fingern. Das An- und Ausziehen erfordert wegen des kurzen, engen Bunds etwas mehr Fummelei als bei den anderen Kandidaten. Sitzt der leichteste Handschuh im Test erst einmal, überzeugt er jedoch mit perfekter Passform und tadelloser Kontrolle am Lenker. Die Touch-Bedienung gelingt präzise, alle Gesten werden zuverlässig erkannt. Auch der Wetterschutz kann sich sehen lassen: Gegen Wind isoliert der Handschuh gut, und selbst Regen hält er für seine Leichtbauweise überraschend effektiv ab.

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