Stefan Frey
· 19.03.2026
Klar, der Papa fährt natürlich die neueste Sonnenbrille mit fetter Monoscheibe, verspiegelten Gläsern und hippem Design, wenn er sich mit seinen Gravel-Kumpels zum Group-Ride trifft. Und die Kids? Die rollen mit zusammengekniffenen Augen hinterher, wenn am Wochenende die Family-Tour ansteht - sollen sich nicht so anstellen, die Kleinen. Dabei reagieren Kinderaugen empfindlicher auf UV-Strahlung als die von Erwachsenen. Kinder haben im Durchschnitt größere Pupillen. Die Augenlinse filtert weniger UV-Licht, wodurch mehr Strahlung zur Netzhaut gelangt. Langfristig kann das die Entwicklung der Kinderaugen schädigen. Julbo adressiert dieses Problem mit zwei neuen Sportbrillen, die speziell auf die Bedürfnisse junger Sportler zugeschnitten sind.
Die Fury Junior orientiert sich am Design des Erwachsenenmodells Fury. Ihre zylindrische Scheibe misst 117 Millimeter in der Breite und bietet ein großes Sichtfeld. Mit 19,5 Gramm gehört die Brille zu den Leichtgewichten in diesem Segment. Belüftungsöffnungen im Mittelteil und an den Bügeln sollen ein Beschlagen der Scheibe verhindern. Die luftigen, zweigeteilten Bügel passen unter Helme und gewährleisten stabilen Sitz bei Bewegung.
Die Spectron-Gläser der Kategorie 3 filtern 88 Prozent des sichtbaren Lichts und bestehen aus Polycarbonat-Material, das besonders stoßfest ist und 100 Prozent UV-Schutz bietet. Während Julbo auch bei den Junior Brillen auf hochwertiges Material setzt, müssen die kleinen zumindest bei der Ausstattung Abstriche machen: Gummierte Nasenflügel und Bügelenden wie beim Erwachsenenmodell gibt es hier nicht. Top: Die Produktion erfolgt in Europa. Die Brille ist für Kinder von 8 bis 12 Jahren konzipiert und kostet 54,90 €. Eine Variante mit Reactiv-Gläsern, die sich automatisch den Lichtverhältnissen anpassen, ist ab 144,90 Euro erhältlich.
Die Intensity Junior ist mit 16,5 Gramm das leichtere Modell und verzichtet auf den unteren Rahmenteil, nutzt aber ebenfalls eine durchgehende Monoscheibe mit 124 mm Breite. Die Gesamtbreite der Fassung beträgt 127 mm, die Bügellänge 115 mm. Vier sogenannte Front Venting-Öffnungen sollen für Luftzirkulation sorgen, die schlanken, flexiblen Bügel sind helmkompatibel und passen sich verschiedenen Kopfformen an.
Das Modell wird aus Rilsan gefertigt, einem biobasierten Material aus Rizinussamen. Dieses Hochleistungsmaterial reduziert den Einsatz fossiler Rohstoffe und erfüllt dennoch hohen Anforderungen einer Sportbrille. Die Intensity Junior kann mit einem optischen Clip ausgestattet werden, der sich in die Innenseite der Fassung integrieren lässt. Wie bei der Fury müssen auch hier die kleinen Sportler auf ein paar Features verzichten: Die Brillenbügel sind für besseren Sitz zwar geriffelt aber nicht gummiert - ebenso wie die Nasenstege.
Die Spectron-Gläser beider Modelle bieten konstanten Sonnenschutz ohne variable Tönung. Die Kategorie 3 eignet sich für starke Sonneneinstrahlung und filtert das Licht zuverlässig. Das Polycarbonat-Material ist leicht und widerstandsfähig gegen Stöße - das ist wichtig, denn es soll weder allzu leicht verkratzen noch splittern, wenn es mal auf ein Hindernis trifft, und in Kinderhänden wird es das früher oder später auf jeden Fall. Die Gläser garantieren 100 Prozent UV-Schutz und klare Sicht bei Helligkeit. Sie sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, darunter Flash, verspiegelt und polarisiert.
Mehr als 50 Euro für eine Kinderbrille - das klingt erst mal nach viel Geld. Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings behaupten: Die Investition lohnt sich. Meine Jungs lieben die “schnellen Brillen” - so heißen sie bei ihnen - was gleichzeitig bedeutet: Sie setzen sie auch gerne auf. Und nur dann kann eine Brille auch schützen. Wir hatten schon diverse No-Name-Modelle mit abbrechenden Bügeln und leicht verkratzenden Gläsern, von denen man auch nicht sicher weiß, wie gut der UV-Schutz tatsächlich ist - und darauf kommt es doch letztendlich an. Schade, dass sich Julbo bei den Kindermodellen eine Gummierung spart, das würde den Sitz noch mal zusätzlich verbessern.

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