Ventilatoren fürs IndoortrainingVier Modelle im TOUR-Test

Robert Kühnen

 · 28.10.2022

Das Indoor-Special wird präsentiert von
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Bilder: Robert Kühnen

Ein Ventilator ist ein essenzieller Begleiter beim Rollentraining. TOUR hat sich vier Geräte genauer angesehen und sie getestet.

Wer auf der Rolle fährt, braucht Kühlung - drei Viertel der Körperleistung sind Abwärme. Ohne Fahrtwind würde man schnell überhitzen und das Gehirn die Beine drosseln. Ein Ventilator soll den fehlenden Fahrtwind ersetzen. Doch wie viel Wind notwendig ist, hängt von der Umgebungstemperatur, der Tretleistung und dem persönlichen Temperaturempfinden ab. Ist es kühl, kann ein zu starkes Gebläse auch unangenehm sein. Wir haben verschiedene Ventilatoren-Konzepte auf ihre Tauglichkeit fürs Indoortraining getestet.

Verlagssonderveröffentlichung

Balter Turmventilator - Flüstermühle

Foto: Robert Kühnen

Der 1,16 Meter hohe Ventilator* benötigt nur wenig Bodenfläche. Drei Geschwindigkeiten stehen zur Wahl. Die höchste Stufe ist noch am ehesten praxisgerecht und kann bei geringen bis mittleren Tretleistungen ausreichend sein. Damit der schmale Luftstrom den Fahrer erwischt, muss der Turm jedoch rund 50 Zentimeter hoch gestellt und nah positioniert werden. Die mangelnde Spezialisierung des Ventilators schränkt die Eignung fürs Indoortraining ein: Die Oszillier-Funktion des Turms ist fürs Radfahren nicht nutzbar, der Schwenkbereich zu weit, das Gebläse zudem nicht fernbedienbar. Aufgrund des niedrigen Tempos ist die Geräuschentwicklung gering, Gleiches gilt für den Stromverbrauch.

  • Schmale Säule mit schwachem Luftstrom, nur eingeschränkt fürs Training geeignet

Daten zum Balter Turmventilator

Standfläche: 33 cm Durchmesser

Max. Leistungsaufnahme (gemessen): 44 Watt

Windgeschwindigkeit: 7/9/12 km/h

Lautstärke: 44/48/53 dBA

Preis: 80 Euro >> z.B. hier erhältlich*

Vor- und Nachteile des Ventilators

+ kleine Stellfläche, sehr leise, sehr geringer Stromverbrauch

- schwache, schmale Strömung, muss erhöht aufgestellt werden

Ventilator Wahoo Kickr Headwind - Vorreiter

Foto: Robert Kühnen

Der Headwind* war der erste spezifisch fürs Rollentraining gebaute Ventilator und hat sich bewährt. Der Luftstrom lässt sich manuell in vier Stufen von leicht säuselnd bis ziemlich energisch blasend einstellen. Ein Vorsatz vor dem Radiallüfter richtet die Strömung stark und bläst vom Boden Richtung Fahrer.

Beim Abstand von einem Meter zur Vorderradachse kommen am Oberlenker bis zu 20 km/h an, der Kopf ragt dann aber auch schon etwas aus dem Luftstrom heraus, wenn man nicht sehr flach sitzt. Auch seitlich ist die Strömung eng begrenzt, in Bremsgriffhaltung sind die Hände schon etwas außerhalb des Kühlkorridors. Besonderer Clou bei diesem Ventilator: Die Steuerung erfolgt wahlweise auch draht- und stufenlos über die Wahoo-App, den Pulsgurt oder das Geschwindigkeitssignal. Der abgedeckte Geschwindigkeitsbereich ist praxisrelevant und gut abgestuft. Bis Stufe zwei ist der Headwind sehr leise. Der Stromverbrauch ist hingegen relativ hoch und auch bei geringem Tempo kaum niedriger als bei Volllast.

  • Edelgebläse, koppelbar mit Pulsgurt. Gut gestufter Geschwindigkeitsbereich, relativ leise

Daten zum Ventilator Wahoo Kickr Headwind

Standfläche: 42 x 29 cm

Max. Leistungsaufnahme (gemessen): 184 Watt

Windgeschwindigkeit: 8/14/17/20 km/h

Lautstärke: 47/55/62/65 dBA

Preis: 280 Euro UVP, erhältlich ab 200 Euro >> bei Fahrrad XXL* oder Amazon*

Vor- und Nachteile des Ventilators

+ stark, gut regelbar, leise

- teuer, hoher Stromverbrauch

Vacmaster AM 1202R Cardio54 - Kraftmeier

Foto: Robert Kühnen

Mehr Tempo macht keiner. Der kleine Ventilator* bläst die Luft auf der höchsten Stufe mit knapp 70 km/h aus. Am Lenker bleiben mittig davon noch 27 km/h übrig - ausreichend Luft auch für härteste Fahrten. Problematischer ist eher, dass der Regelbereich erst dort beginnt, wo er bei den anderen Geräten endet. Für kühlere Raumtemperaturen bläst der Lüfter daher eher etwas zu schnell, was man durch mehr Abstand aber kompensieren kann, sofern genug Platz vorhanden ist. Der Sound ist bezogen aufs hohe Tempo leise. Mittels Fernbedienung, die am Lenker befestigt werden kann, lassen sich die drei Stufen einfach schalten. Drei Abstrahlwinkel sind möglich.

  • Kompakter Lüfter mit dem schnellsten Luftstrom

Daten zum Ventilator Vacmaster AM 1202R Cardio54

Standfläche: 35 x 25 cm

Max. Leistungsaufnahme (gemessen): 131 Watt

Windgeschwindigkeit: 19/23/27 km/h

Lautstärke: 62/64/67 dBA

Preis: 95 Euro >> bei Amazon erhältlich*

Vor- und Nachteile

+ kompakt, leistungsstark, fernbedienbar, langes Kabel

- niedrige Geschwindigkeitsstufe fehlt

Aerson Bodenventilator - Klassiker

Foto: Robert Kühnen

Zeitlos eleganter, großer Bodenventilator mit manuell einstellbarer Neigung. Die drei Geschwindigkeitsstufen lassen sich nur am Ventilator schalten, sind aber praxisrelevant. Stufe eins entspricht der Stufe zwei am Headwind von Wahoo. Durch den breiteren Abstrahlwinkel wird der ganze Körper gekühlt, der Lüfter darf dabei relativ dicht vor dem Rad stehen. Der Sound ist propelliger als bei den Radiallüftern und hat mehr höherfrequente Anteile: Das Klangspektrum zeigt einen leichten Peak bei 4 kHz; subjektiv klingt das angenehm. Der Luftstrom ist turbulenter als bei den gerichteten Austritten der Radiallüfter - und das Grundgeräusch bei langsamem Tempo etwas höher. Im Praxistest kühlte der Propeller bereits auf der untersten Stufe sehr ordentlich. Bei stark wechselnden Intervallen vermissten wir eine Fernsteuerung.

  • Preiswerter Großlüfter mit Retro-Charme und viel Luftdurchsatz

Daten zum Aerson Bodenventilator

Standfläche: 60 x 20 cm

Max. Leistungsaufnahme (gemessen): 127 Watt

Windgeschwindigkeit: 14/16/20 km/h

Lautstärke: 62/64/67 dBA

Preis: 70 Euro >> bei Amazon erhältlich*

Vor- und Nachteile

+ breiter Luftstrom

- bei niedrigem Tempo etwas laut, keine Fernsteuerung, kurzes Kabel

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