Trainings-Software Virtu Pro im Test

Konstantin Rohé

 · 06.01.2022

Trainings-Software Virtu Pro im TestFoto: Hersteller

Auf dem Smarttrainer die Tour de France gewinnen? Im Velodrom von Roubaix als Erster über den Zielstrich fahren? Die neue Indoortraining-Software Virtu Pro macht's möglich. Wir haben die Radrenn-Simulation ausführlich getestet.

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Wer dachte, dass die bekannten Software-Lösungen für Indoortraining bereits alles bieten, was der Radsport hergibt, der sollte einen detaillierten Blick auf Virtu Pro werfen:

Radrennen selbst erleben

Die Software für die Nutzung mit smarten Rollentrainern basiert auf der Grafik des Spiels "Radsport Manager" und konzentriert sich anders als die meisten Konkurrenten einzig und allein auf Renn-Action. Die wichtigsten Profirennen, von eintägigen Frühjahrsklassikern bis zu den dreiwöchigen Rundfahrten, sind im Maßstab 1:5 in der E-Cycling-Software nachempfunden. Je nach persönlichem FTP (ein entsprechendes Testprotokoll kann in der Software nachgefahren werden) kann man sich einer entsprechenden Leistungsklasse zuordnen, die dann die Schwierigkeit des Rennens bestimmt.

Realistische Renn-Action bei Virtu Pro

Bevor der virtuelle Startschuss ertönt, wählt man ein Team und dort die entsprechenden Fahrer aus dem Kader aus. Schnell wird deutlich, wie vielfältig Virtu Pro aufgebaut ist: Je nach Fähigkeiten der Avatare verändert sich das Renngeschehen. Auf Flachetappen geben die Sprinterteams das Tempo vor und ziehen selbiges zum Schluss merklich an, auf Bergetappen hagelt es an den Anstiegen Attacken der Leichtgewichte. Das Fahrgefühl ist flüssig, der Widerstand regelt geschmeidig nach. Einzig die Tempoverschärfungen auf Bergkuppen verwirren des Öfteren und überraschen selbst rennerprobte Tester. Hier muss Virtu Pro noch nachjustieren. Auch extrem steile Anstiege sind auf der Rolle gewöhnungsbedürftig, sinkt die Trittfrequenz doch selbst im kleinsten gang schnell unter 60 Umdrehungen pro Minute. Dennoch bietet die Software das aktuell beste virtuelle Renn-Erlebnis in Punkto Realismus.

Links die verschiedenen Gruppen, oben Leistungs-, Windschatten- und Kilometeranzeige, rechts das Profil der Etappe: Das Fahrmenü ist nachvollziehbar und gut strukturiert.Foto: Konstantin Rohé
Links die verschiedenen Gruppen, oben Leistungs-, Windschatten- und Kilometeranzeige, rechts das Profil der Etappe: Das Fahrmenü ist nachvollziehbar und gut strukturiert.

Multiplayer-Modus: Rennen mit Vereinskollegen

Der lange angekündigte Multiplayer-Modus wurde im Dezember 2021 zumindest für einzelne Beta-Tester geöffnet. Er verspricht das perfekte Terrain für ambitionierte Vereinsmannschaften und Clubs, die Spaß am Wettkampf haben. Stand Dezember 2021 gibt es "nur" die Möglichkeit mit einem eigenen Team gegen die virtuellen Profis zu fahren, aber Virtu Pro kündigte an, dass in Zukunft verschiedene Vereinsteams gegeneinander antreten können - auf den Strecken der WorldTour-Profis. Ein verlockendes Feature, dass Zwifts für 2022 angekündigte Club-Welt unter Zugzwang setzen könnte.

Indoor-Training mit Virtu Pro? Jein!

Wie eingangs angerissen, ist die Indoortraining-Software rein auf das Kräftemessen im Rennen ausgelegt und eignet sich daher nicht zum Abspulen eines Trainingsplans. Sehr wohl kann man Virtu Pro aber nutzen, um seine wöchentliche HIIT-Einheit in einer ansprechenden Atmosphäre zu absolvieren. Denn neben dem realitätsnahen Verhalten der Avatare helfen auch die Fans am Streckenrand, die Wertungsbögen und die Zieleinfahrt mit Kamerakran und Tribünen dem Spiel einen sehr realistischen Anstrich zu verleihen.

Für die Zukunft hat das Unternehmen auch eine eigene App angekündigt, mit der man seine Fahr- und Renndaten überblicken und sein Abo managen kann.