BDR widerspricht Zwift-Sperre gegen SchallauFoto: Veranstalter

IndoortrainingBDR widerspricht Zwift-Sperre gegen Schallau

Kristian Bauer

 2/22/2022, Lesezeit: 2 Minuten

Der Bund Deutscher Radfahrer hat in einer Stellungnahme die Sperre seiner Athletin Julia Schallau durch Zwift kritisiert.

Die Cycling Esports Kommission der Plattform Zwift hat die 32-jährige Julia Schallau gesperrt, nachdem sie ihre Leistungswerte untersucht hat (siehe TOUR 03/2022, S. 8). Schallau war vom Bund Deutscher Radfahrer ursprünglich für die UCI Esports-Weltmeisterschaft nominiert. Zwift sperrte die Athletin nachdem sie in wenigen Monaten eine auffällige Leistungssteigerung und bisher noch nie bei Frauen gemessene Werte festgestellt hat.

Clemens Hesse, BDR-Bundestrainer Wissenschaft, führte mit Schallau einen Leistungstest durch und sieht die Athleten dadurch entlastet: "Der BDR sieht das Leistungsniveau, das Julia Schallau in den letzten Monaten gezeigt hat als bestätigt an." Der Test ergab laut BDR eine maximale 20-Minuten-Leistung von 6,2 W/kg (stehend). Gegenüber TOUR erklärte Hesse, dass er Schallau zweimal getestet habe und sie beide Mal die hohen Leistungswerte bestätigt habe.

„Ich kann Zwift ein Stück weit verstehen, weil Schallau mit den Werten bei den Frauen in der Weltspitze liegt“. Auch für ihn seien sowohl die Werte, als auch die Leistungssteigerung sehr erstaunlich. Hesse erklärt sie mit einer „hochgradigen Spezialisierung die genau an die Erfordernisse angepasst ist“. „Die Werte der Sauerstoffaufnahme haben auch andere, aber die Kombination mit Bewegungseffizienz und Stoffwechseleffizienz ist einzigartig“.

Er habe an Zwift von den Wattwerten am Leistungsmesspedal über die Sauerstoffsättigung bis zu Stoffwechselwerten alle Daten geliefert – eine Rücknahme der Sperre habe es zu seinem Bedauern trotzdem nicht gegeben. Für die Athletin habe die Sperre zu Beleidigungen - besonders in den Sozialen Medien - geführt bei denen „Grenzen überschritten wurden“.

Urteil der Zwift-Komission (PDF)
Stellungnahme BDR