Matthias Borchers
· 28.04.2026
Das Statistische Bundesamt verzeichnete im vergangenen Jahr einen Anstieg der tödlichen Fahrradunfälle um 3,8 Prozent auf 462 Todesopfer. Während die Gesamtzahl der Verkehrstoten sinkt, entwickelt sich der Radverkehr gegenläufig. Die Zahl der getöteten Radfahrenden stieg seit 2015 um über 20 Prozent. Der wachsende Absatz von E-Bikes spiegelt sich in den Unfallstatistiken wider: Fast die Hälfte der tödlichen Fahrradunfälle ereignete sich 2025 mit Pedelecs.
Kirsten Lühmann, Präsidentin der Deutschen Verkehrswacht, betont die Notwendigkeit von Aufklärung und Trainingsangeboten. Sichere Radverkehrsnetze allein reichen nach ihrer Einschätzung nicht aus. Die Fahrsicherheit bei Pedelecs müsse durch gezielte Mobilitätstrainings verbessert werden. Die Helmtragequote bei Erwachsenen sei zu niedrig, um schwere Unfallfolgen zu verhindern.
Zwei Drittel der getöteten E-Bike-Fahrenden waren 65 Jahre oder älter. Die elektrische Tretunterstützung bringt viele Ältere zurück aufs Rad, gleichzeitig zeigen sich Probleme beim Handling. Der Anteil der Alleinunfälle mit Personenschaden liegt bei 31,1 Prozent. Die körperliche Widerstandskraft lässt im Alter nach, Unfallfolgen fallen schwerer aus.
Lühmann fordert vernünftige Einweisungen beim Pedelec-Kauf und ausgedehnte Probefahrten zur Übung der sicheren Handhabung. Die Helmtragequote nimmt mit zunehmendem Alter deutlich ab. Aufklärungskampagnen sollen die Quote erhöhen, da Stürze bei Seniorinnen und Senioren meist schwerere Kopfverletzungen nach sich ziehen.
Die Verkehrswacht stellt verschiedene Moderationsprogramme für Radfahrende bereit. Die Beratungs- und Trainingsangebote richten sich an Kinder und Ältere gleichermaßen. Die DVW setzt sich für einen Ausbau der Radfahrerziehung ein. Ein verpflichtendes Radfahrtraining für die Sekundarstufe soll an die Fahrradausbildung anschließen.

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