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Ein Werkzeugkoffer für nur 20 Euro und gleich 20 Tools – kann so ein Set wirklich den Ansprüchen eines ambitionierten Hobbyschraubers genügen? Der Crivit‑Koffer von Lidl verspricht Vollausstattung zum Mini‑Preis und richtet sich an alle, die ihre Werkstatt günstig aufrüsten wollen. Doch taugt das Budget‑Set für mehr als nur einfache Reparaturen, oder stößt es bei anspruchsvolleren Arbeiten schnell an seine Grenzen?
Der Werkzeugkoffer wirkt auf den ersten Blick kompakt, übersichtlich und erstaunlich vollständig bestückt. Doch beim genaueren Hinsehen zeigen sich Schwächen: Viele Tools entsprechen eher dem technischen Stand von vor 20 Jahren. Einziger Torx ist ein T25, und die Kette der Kettenpeitsche ist so breit wie bei alten 8‑ oder 9‑fach‑Antrieben. Ob sich damit moderne Rennräder oder Gravelbikes zuverlässig warten lassen, ist fraglich – der Funktionsumfang bleibt spürbar hinter aktuellen Standards zurück. Achtung: Lidl ändert seine Preise so schnell wie die Tankstellen ihre Spritpreise. Wer Glück hat, spart mal ein paar Euro, wer Pech hat, muss mal mehr zahlen.
Das 20‑teilige Crivit‑Fahrradwerkzeugkoffer‑Set von Lidl will ein kompakter Allround‑Begleiter für Wartung und Reparaturen an Rennrad, Gravel- oder Mountainbike sein. Der stabile Kunststoffkoffer enthält insgesamt 20 Tools für Antrieb, Lager, Bremsen und Reifen – von Kettenpeitsche über Kurbelabzieher bis Torx‑Schlüssel. Mit seinen handlichen Abmessungen passt das Set gut in jede Werkstatt oder für unterwegs ins Auto.
Gemeinsam mit unserem Werkstattmeister in unserem Testlabor, Hans‑Peter Ettenberger, haben wir das Lidl‑Bike‑Tool‑Kit geprüft – und sein Urteil fällt gemischt aus. Einige Werkzeuge erfüllen ihren Zweck, andere sind für moderne Fahrräder schlicht nicht mehr zeitgemäß. Besonders deutlich zeigt sich das bei der Kettenpeitsche: Die verbaute Kette ist so breit, dass sie zwischen die Ritzel aktueller 11‑ und 12‑fach‑Kassetten gar nicht erst hineinpasst. Maximal bei Neunfach funktionierte sie zuverlässig. Auch der Vierkant‑Kurbelabzieher ist problematisch: Der Pin misst nur 9,5 mm statt der üblichen 16 mm und kann das Innengewinde vom Vierkant beschädigen.
Beim Kassettenwerkzeug für Shimano und Sram verhindert ein Grat das saubere Einführen der Vielzahn‑Nuss. Der 15‑mm‑Pedalschlüssel misst 15,4 mm und hat dadurch grenzwertig viel Spiel. Er funktioniert, kann jedoch bei sehr fest sitzenden Pedalen den Sechskant beschädigen. Auf der Habenseite stehen jedoch einige solide Tools: Der Kettennieter arbeitet bei 8‑, 9‑ und 10‑fach‑Ketten ordentlich, das Set der Innensechskantschlüssel ist brauchbar, der große 8‑mm‑Inbus als Pedalwerkzeug sogar sehr gut. Auch der T25‑Torx überzeugt, und der Außenvielzahn‑Schlüssel für Hollowtech‑II‑Lagerschalen ist maßhaltig und funktional.
Unterm Strich bleibt ein Werkzeugkoffer mit klar begrenztem Einsatzbereich. Für ältere Räder und einfache Wartungsarbeiten finden sich einige taugliche Werkzeuge. Für ambitionierte Schrauber mit modernen Rennrädern, Gravelbikes oder MTBs ist das Lidl‑Set jedoch keine Empfehlung – zu viele Tools entsprechen nicht mehr dem heutigen technischen Standard.

Redakteur