LenkerIntegrierte Steuerlager

Unbekannt

 · 09.08.2003

Lenker: Integrierte SteuerlagerFoto: Daniel Simon

Integrierte Steuerlager sind noch eine relativ junge Spezies am Rennrad. Wie alle anderen Lager benötigen auch sie regelmäßige Pflege und Wartung, damit sie sich geschmeidig drehen. Hier steht, wie’s geht.

Fluch oder Segen? Über Sinn oder Unsinn integrierter Steuerlager wird kontrovers diskutiert, die Erfahrungen sind vielfältig – und nicht nur positiv. Wie alle Steuerlager sind auch die integrierten Modelle stark belastet, denn sie bekommen jeden Fahrbahnstoß zu spüren. Außerdem werden sie mit Wasser und Dreck beschossen, weshalb man sie unbedingt regelmäßig kontrollieren und nachstellen oder fetten sollte.
Geräusche, vor allem Knacken, rühren bei Lenkungslagern oft von zu wenig Schmierung her. Gabeln mit Metallschaft dürfen, ja sollten großzügig gefettet sein: am Schaft, zwischen allen Bestandteilen des Lagers und zwischen den Spacern. Anders Vollcarbon-Gabeln: Zwischen Gabelschaft und Vorbau und zwischen den Vorspannmechanismus (Klemmkonus) und die Schaftinnenseite darf kein Fett gelangen, sonst wird eine zuverlässige Klemmung verhindert. Knackst es bei Carbon-Gabeln, kann man nur sehr gezielt mit Fett für Ruhe sorgen: zwischen den Metall-Bestandteilen des Lagers und der Klemmung, oder an den Auflageflächen der Alu-Spacer.
Stets wiederkehrendes Lagerspiel kann verschiedene Ursachen haben. Möglicherweise klemmen der Vorbau und/oder das Widerlager im Inneren der Gabel zu wenig, so dass sie während der Fahrt langsam nach oben wandern, beziehungsweise von den Bewegungen der Gabel hochgeschoben werden. Letzteres kommt besonders bei Vollcarbon- Gabeln mit sehr steifen Gabelscheiden vor: Statt der Gabelscheiden flext dann der weniger steife Gabelschaft, und Lager können sich lockern, die auf dem Carbonschaft nicht sostark fixiert werden können. Noch eine mögliche Ursache: Die Vorspannmechanismen im Inneren der Gabel werden bei der Erstmontage oft nicht gefettet, weshalb der Klemmkonus wegen hoher innerer Reibung die Schraubenkraft nicht in Klemmkraft umsetzen kann. Hier hilft gezieltes Fetten zwischen den Flächen der Konen. Auch schwache Spacer, zum Beispiel dünne Carbonringe, können eine spielfreie Einstellung vereiteln.
Schlechte Passungen können Widerstand beim Lenken oder Spiel in manchen Lenker- Stellungen verursachen, wenn die Lager durch Bearbeitungsmängel nicht zueinander fluchten oder wenn falsche Lager montiert wurden. In diesen Fällen ist schnelle Selbsthilfe nicht möglich – der Weg zum Händler unumgänglich.

Verlagssonderveröffentlichung

Schwierigkeitsgrad: für begabte Hobby-Mechaniker

Sie benötigen dafür:

  • Werkzeuge: Innensechskante, Fett, dünnflüssiges Schmieröl, Drehmomentschlüssel

Lager-Kontrolle-so wird's gemacht

1. Ziehen Sie die Vorderrad-Bremse, legen Sie die Finger der anderen Hand an den Spalt zwischen Rahmen und oberem Lagerring. Schieben Sie das Rad leicht vor und zurück. Bewegt sich der Spalt, hat der Steuersatz zu viel Spiel. Prüfen Sie auch mit quer stehendem Vorderrad. Eine weitere Methode: Lassen Sie das Vorderrad aus etwa zehn Zentimetern Höhe auf den Boden prallen. Klopfende Geräusche deuten auf zu großes Lagerspiel hin. Lassen Sie sich nicht von klappernden Bremshebeln, Zügen oder Radcomputern beirren.