Kurbel und Innenlager einbauenFoto: Daniel Simon

SchraubertippsKurbel und Innenlager einbauen

Unbekannt

 3/30/2005, Lesezeit: 1 Minute

Innenlager und Kurbeln sind in den vergangenen Jahren leichter und steifer geworden – und erheblich montagefreundlicher. Trotzdem: Präzision muss sein, damit sich dauerhaft und geräuschlos dreht, was Kraft in Geschwindigkeit umwandelt.

Innenlager und Kurbeln sind in den vergangenen Jahren leichter und steifer geworden – und erheblich montagefreundlicher. Trotzdem: Präzision muss sein, damit sich dauerhaft und geräuschlos dreht, was Kraft in Geschwindigkeit umwandelt.

Schwierigkeitsgrad: für erfahrene Schrauber

Sie benötigen dafür:

  • Werkzeug: spezifisches Innenlagerwerkzeug, Innensechskante, Drehmomentschlüssel
  • Hilfsmittel: Montagefett, eventuell Lagerfett, Lappen

Tipps

TIPP 1: Beachten Sie, dass Sie beim Austausch einer Kurbel mit klassischen Übersetzungen gegen eine mit kleineren Kettenblättern die Position des Umwerfers ändern müssen. Campagnolo bietet einen speziellen Werfer an, der besseres Schaltverhalten gewährleisten soll.

TIPP 2: Lassen Sie sich helfen! Beim fabrikneuen Rahmen muss das Tretlagergehäuse plan gefräst und das Gewinde im Inneren geschnitten werden. Überlassen Sie das dem Fachhändler und seinem Spezialwerkzeug.

TIPP 3: Kontrollieren Sie das Anzugsmoment der Verschraubungen mit einem Drehmomentschlüssel nach 200 bis 400 Kilometern Fahrt und danach alle 2.000 bis 3.000 Kilometer.

16. Die Schrauben zu Vierkantbefestigung der beiden großen Hersteller weisen bereits Schraubensicherungsmasse auf. Diese Maßnahme gegen selbst- tätiges Lösen ist sinnvoll, allerdings widerspricht auch hier das Fettverbot dem Korrosionsschutz. TOUR-Empfehlung: Fetten Sie wenigstens die Kopfauflagen, wenn Sie schon das Gewinde trocken lassen. Drehen Sie die Schrauben fest, bei Campagnolo mit 32 bis 38 Nm, bei Shimano mit 35 bis 50 Nm.
16. Die Schrauben zu Vierkantbefestigung der beiden großen Hersteller weisen bereits Schraubensicherungsmasse auf. Diese Maßnahme gegen selbst- tätiges Lösen ist sinnvoll, allerdings widerspricht auch hier das Fettverbot dem Korrosionsschutz. TOUR-Empfehlung: Fetten Sie wenigstens die Kopfauflagen, wenn Sie schon das Gewinde trocken lassen. Drehen Sie die Schrauben fest, bei Campagnolo mit 32 bis 38 Nm, bei Shimano mit 35 bis 50 Nm.
Prolog 

1. Achten Sie beim Kauf auf den Typ des Innenlagers; er hängt ab vom Tretlagergewinde. Zwei Versionen sind gebräuchlich, die Sie äußerlich an der Gehäusebreite unterscheiden können: Die 68 Millimeter breite BSC-Variante ist am weitesten verbreitet. Bezeichnung in Zoll: 1.370 x 24 tpi. Die rechte Schale verfügt über ein Linksgewinde.
Prolog 1. Achten Sie beim Kauf auf den Typ des Innenlagers; er hängt ab vom Tretlagergewinde. Zwei Versionen sind gebräuchlich, die Sie äußerlich an der Gehäusebreite unterscheiden können: Die 68 Millimeter breite BSC-Variante ist am weitesten verbreitet. Bezeichnung in Zoll: 1.370 x 24 tpi. Die rechte Schale verfügt über ein Linksgewinde.
2. Das Gehäuse des selteneren italienischen Typs (im Foto das Innenlager) ist 70 Millimeter breit, das beidseitige Rechtsgewinde trägt die Bezeichnung 36 x 24 tpi. Der erste Wert bezeichnet den Außendurchmesser des Gewindes in Millimetern, der zweite die Anzahl der Gewindegänge pro Zoll. Kontrollieren Sie, ob die Gewinde im Gehäuse sauber geschnitten sind und frei von Metallspänen.
2. Das Gehäuse des selteneren italienischen Typs (im Foto das Innenlager) ist 70 Millimeter breit, das beidseitige Rechtsgewinde trägt die Bezeichnung 36 x 24 tpi. Der erste Wert bezeichnet den Außendurchmesser des Gewindes in Millimetern, der zweite die Anzahl der Gewindegänge pro Zoll. Kontrollieren Sie, ob die Gewinde im Gehäuse sauber geschnitten sind und frei von Metallspänen.
3. Bei Patronen-Innenlagern (englisch: Cartridge) wie sie etwa Campagnolo bei allen Komponentengruppen und Shimano ab der Saison 2005 nur noch in den Gruppen unterhalb der Ultegra anbieten, muss die rechte Gehäusefläche vom Hersteller oder Händler erkennbar sauber plan gefräst sein. Für Shimanos Innenlager der Zehnfach-Gruppen Ultegra und Dura-Ace müssen beide Flächen plan sein. Entfernen Sie Farbreste an den Flächen oder im Gewinde.
3. Bei Patronen-Innenlagern (englisch: Cartridge) wie sie etwa Campagnolo bei allen Komponentengruppen und Shimano ab der Saison 2005 nur noch in den Gruppen unterhalb der Ultegra anbieten, muss die rechte Gehäusefläche vom Hersteller oder Händler erkennbar sauber plan gefräst sein. Für Shimanos Innenlager der Zehnfach-Gruppen Ultegra und Dura-Ace müssen beide Flächen plan sein. Entfernen Sie Farbreste an den Flächen oder im Gewinde.
Einbau der Dura-ACE- bzw. Ultegra-Lager

4. Wischen Sie das Gewinde im Gehäuse mit einem Lappen sauber, oder blasen Sie es mit Pressluft aus. Fetten Sie den gesamten Bereich der Gewinde und der Kontaktflächen von Gehäuse und Lager mit hochwertigem Montagefett gegen Korrosion. Lagerfett ist nicht geeignet. Fetten Sie auch die andere Seite der Hülse, die in die linke Lagerschale greift.
Einbau der Dura-ACE- bzw. Ultegra-Lager 4. Wischen Sie das Gewinde im Gehäuse mit einem Lappen sauber, oder blasen Sie es mit Pressluft aus. Fetten Sie den gesamten Bereich der Gewinde und der Kontaktflächen von Gehäuse und Lager mit hochwertigem Montagefett gegen Korrosion. Lagerfett ist nicht geeignet. Fetten Sie auch die andere Seite der Hülse, die in die linke Lagerschale greift.
5. Setzen Sie das Lager zuerst auf der rechten Seite vorsichtig an, bis das Gewinde eingreift. Gelingt dies nicht gleich, drehen Sie die Schale mit leichtem Druck geringfügig gegen die Einschraubrichtung. Wenn die Gewinde korrekt zueinander stehen, spüren Sie ein leichtes Einrasten. Drehen Sie die Lagereinheit von Hand einige Umdrehungen ein. Das sollte ohne Kraft gelingen, ansonsten ist das Gehäuse nicht gut genug vorbereitet.
5. Setzen Sie das Lager zuerst auf der rechten Seite vorsichtig an, bis das Gewinde eingreift. Gelingt dies nicht gleich, drehen Sie die Schale mit leichtem Druck geringfügig gegen die Einschraubrichtung. Wenn die Gewinde korrekt zueinander stehen, spüren Sie ein leichtes Einrasten. Drehen Sie die Lagereinheit von Hand einige Umdrehungen ein. Das sollte ohne Kraft gelingen, ansonsten ist das Gehäuse nicht gut genug vorbereitet.
6. Schrauben Sie die Gegenseite auf die gleiche Art ein. Setzen Sie das Innenlager-Werkzeug ein und drehen Sie zuerst die rechte und dann die linke Lagerschale mit einem Drehmoment von 30 bis 50 Newtonmetern (Nm) fest. Shimano liefert serienmäßig ein Werkzeug mit, das einem Maulschlüssel ähnelt. Leider lässt sich damit die notwendige hohe Schraubkraft nur ungefähr dosieren. Benutzen Sie besser einen Drehmomentschlüssel.
6. Schrauben Sie die Gegenseite auf die gleiche Art ein. Setzen Sie das Innenlager-Werkzeug ein und drehen Sie zuerst die rechte und dann die linke Lagerschale mit einem Drehmoment von 30 bis 50 Newtonmetern (Nm) fest. Shimano liefert serienmäßig ein Werkzeug mit, das einem Maulschlüssel ähnelt. Leider lässt sich damit die notwendige hohe Schraubkraft nur ungefähr dosieren. Benutzen Sie besser einen Drehmomentschlüssel.
7. Streichen Sie dünn Lagerfett auf die Welle und schieben Sie diese von der rechten Seite her ein. Die Welle muss leicht „saugend“ hineingleiten, sollte sich allerdings nicht verhaken. Wenn es nicht geht, wenden Sie keine Gewalt an. Lassen Sie eventuell unpräzise Gewinde vom Händler prüfen/nacharbeiten.
7. Streichen Sie dünn Lagerfett auf die Welle und schieben Sie diese von der rechten Seite her ein. Die Welle muss leicht „saugend“ hineingleiten, sollte sich allerdings nicht verhaken. Wenn es nicht geht, wenden Sie keine Gewalt an. Lassen Sie eventuell unpräzise Gewinde vom Händler prüfen/nacharbeiten.
8. Kontrollieren Sie den Sitz des Dichtrings auf der Kurbel in seiner Führung. Geben Sie Montagefett auf die Innenseite der linken Kurbel sowie einen dünnen Film auf den Dichtring. Die Verzahnung der Welle muss beim Aufschieben der Kurbel in das Gegenstück passen – sie lässt nur eine korrekte Position zu.
8. Kontrollieren Sie den Sitz des Dichtrings auf der Kurbel in seiner Führung. Geben Sie Montagefett auf die Innenseite der linken Kurbel sowie einen dünnen Film auf den Dichtring. Die Verzahnung der Welle muss beim Aufschieben der Kurbel in das Gegenstück passen – sie lässt nur eine korrekte Position zu.
9. Fetten Sie Einstellschraube und Welle am Gewinde und im Bereich der Kopfauflage. Legen Sie die Schraube in das von Shimano mitgelieferte Einstellwerkzeug und drehen Sie diese ein. Wenn die Schraube Kontakt bekommt, ist es eigentlich fertig, festes Anziehen ist nicht notwendig. Das empfohlene Drehmoment liegt bei 0,4 bis 0,7 Nm – fast nichts.
9. Fetten Sie Einstellschraube und Welle am Gewinde und im Bereich der Kopfauflage. Legen Sie die Schraube in das von Shimano mitgelieferte Einstellwerkzeug und drehen Sie diese ein. Wenn die Schraube Kontakt bekommt, ist es eigentlich fertig, festes Anziehen ist nicht notwendig. Das empfohlene Drehmoment liegt bei 0,4 bis 0,7 Nm – fast nichts.
10. Drehen Sie beide Innensechskant-Schrauben an der Kurbel abwechselnd bis zum Widerstand ein. Dann mit einem Drehmomentschlüssel mit 10 bis 15 Nm festziehen. Fett abwischen. Kontrollieren Sie nach 200 bis 400 Kilometern beide Schrauben.
10. Drehen Sie beide Innensechskant-Schrauben an der Kurbel abwechselnd bis zum Widerstand ein. Dann mit einem Drehmomentschlüssel mit 10 bis 15 Nm festziehen. Fett abwischen. Kontrollieren Sie nach 200 bis 400 Kilometern beide Schrauben.
Einbau konventioneller Cartridge-Lager 

11. Bereiten Sie das Tretlagergehäuse vor wie links unter den Punkten 4 und 5 zum Einbau der Dura-Ace- beziehungsweise Ultegra-Lager beschrieben. Drehen Sie dann die auch auf der Innenseite gut gefettete linke Schale ein, bis diese an der Patrone eingreift.
Einbau konventioneller Cartridge-Lager 11. Bereiten Sie das Tretlagergehäuse vor wie links unter den Punkten 4 und 5 zum Einbau der Dura-Ace- beziehungsweise Ultegra-Lager beschrieben. Drehen Sie dann die auch auf der Innenseite gut gefettete linke Schale ein, bis diese an der Patrone eingreift.
12. Führen Sie das Tretlagerwerkzeug in das Keilwellen-Profil der Lagerpatrone rechtsseitig ein und drehen Sie die Patrone mit einem Maulschlüssel in das Gehäuse. Kommt Widerstand auf, arbeiten Sie besser mit einem Drehmomentschlüssel und passendem Sechskant-Einsteckwerkzeug weiter. Drehen Sie die Patrone mit einem Drehmoment von 70 Nm (Campagnolo), beziehungsweise 50 bis 60 Nm (Shimano) fest. Ziehen Sie nun die linke Seite fest.
12. Führen Sie das Tretlagerwerkzeug in das Keilwellen-Profil der Lagerpatrone rechtsseitig ein und drehen Sie die Patrone mit einem Maulschlüssel in das Gehäuse. Kommt Widerstand auf, arbeiten Sie besser mit einem Drehmomentschlüssel und passendem Sechskant-Einsteckwerkzeug weiter. Drehen Sie die Patrone mit einem Drehmoment von 70 Nm (Campagnolo), beziehungsweise 50 bis 60 Nm (Shimano) fest. Ziehen Sie nun die linke Seite fest.
13. Nachdem Sie beide Seiten festgezogen haben, kontrollieren Sie den sauberen Lauf des Lagers. Hakt es oder läuft es schwer, muss es ausgebaut und das Gewinde und die rechte Gehäusefläche nachbearbeitet werden. Hilft auch das nicht, rät Campagnolo die fettfreie linke Schale mit Schraubenkleber und reduziertem Moment von 30 Nm zu befestigen. Das erschwert allerdings die spätere Demontage.
13. Nachdem Sie beide Seiten festgezogen haben, kontrollieren Sie den sauberen Lauf des Lagers. Hakt es oder läuft es schwer, muss es ausgebaut und das Gewinde und die rechte Gehäusefläche nachbearbeitet werden. Hilft auch das nicht, rät Campagnolo die fettfreie linke Schale mit Schraubenkleber und reduziertem Moment von 30 Nm zu befestigen. Das erschwert allerdings die spätere Demontage.
14. Die Diskussion darüber, ob Fett auf den Achsvierkant gehört oder nicht, ist so alt wie diese Befestigungsart selbst. Campagnolo und Shimano untersagen es, Fett zu verwenden. Die Hersteller befürchten vermutlich, dass sich die Kurbel durch verringerte Reibung weiter aufschieben lässt und sich die Vierkantaufnahme dabei weitet. Reduziert man das Anzugsmoment, droht diese Gefahr nicht. Ohne Fett besteht hingegen kein Korrosionsschutz.
14. Die Diskussion darüber, ob Fett auf den Achsvierkant gehört oder nicht, ist so alt wie diese Befestigungsart selbst. Campagnolo und Shimano untersagen es, Fett zu verwenden. Die Hersteller befürchten vermutlich, dass sich die Kurbel durch verringerte Reibung weiter aufschieben lässt und sich die Vierkantaufnahme dabei weitet. Reduziert man das Anzugsmoment, droht diese Gefahr nicht. Ohne Fett besteht hingegen kein Korrosionsschutz.
15. Die TOUR-Erfahrungen mit gefettetem Vierkant und reduziertem Drehmoment an der Untergrenze der Herstellerangabe sind durchweg positiv. Voraussetzung ist, dass man die Verschraubung regelmäßig mit dem Drehmomentschlüssel kontrolliert. Schieben Sie, gefettet oder nicht, beide Kurbeln auf die Vierkante.
15. Die TOUR-Erfahrungen mit gefettetem Vierkant und reduziertem Drehmoment an der Untergrenze der Herstellerangabe sind durchweg positiv. Voraussetzung ist, dass man die Verschraubung regelmäßig mit dem Drehmomentschlüssel kontrolliert. Schieben Sie, gefettet oder nicht, beide Kurbeln auf die Vierkante.
16. Die Schrauben zu Vierkantbefestigung der beiden großen Hersteller weisen bereits Schraubensicherungsmasse auf. Diese Maßnahme gegen selbst- tätiges Lösen ist sinnvoll, allerdings widerspricht auch hier das Fettverbot dem Korrosionsschutz. TOUR-Empfehlung: Fetten Sie wenigstens die Kopfauflagen, wenn Sie schon das Gewinde trocken lassen. Drehen Sie die Schrauben fest, bei Campagnolo mit 32 bis 38 Nm, bei Shimano mit 35 bis 50 Nm.
16. Die Schrauben zu Vierkantbefestigung der beiden großen Hersteller weisen bereits Schraubensicherungsmasse auf. Diese Maßnahme gegen selbst- tätiges Lösen ist sinnvoll, allerdings widerspricht auch hier das Fettverbot dem Korrosionsschutz. TOUR-Empfehlung: Fetten Sie wenigstens die Kopfauflagen, wenn Sie schon das Gewinde trocken lassen. Drehen Sie die Schrauben fest, bei Campagnolo mit 32 bis 38 Nm, bei Shimano mit 35 bis 50 Nm.
Prolog 

1. Achten Sie beim Kauf auf den Typ des Innenlagers; er hängt ab vom Tretlagergewinde. Zwei Versionen sind gebräuchlich, die Sie äußerlich an der Gehäusebreite unterscheiden können: Die 68 Millimeter breite BSC-Variante ist am weitesten verbreitet. Bezeichnung in Zoll: 1.370 x 24 tpi. Die rechte Schale verfügt über ein Linksgewinde.
Prolog 1. Achten Sie beim Kauf auf den Typ des Innenlagers; er hängt ab vom Tretlagergewinde. Zwei Versionen sind gebräuchlich, die Sie äußerlich an der Gehäusebreite unterscheiden können: Die 68 Millimeter breite BSC-Variante ist am weitesten verbreitet. Bezeichnung in Zoll: 1.370 x 24 tpi. Die rechte Schale verfügt über ein Linksgewinde.
Prolog 

1. Achten Sie beim Kauf auf den Typ des Innenlagers; er hängt ab vom Tretlagergewinde. Zwei Versionen sind gebräuchlich, die Sie äußerlich an der Gehäusebreite unterscheiden können: Die 68 Millimeter breite BSC-Variante ist am weitesten verbreitet. Bezeichnung in Zoll: 1.370 x 24 tpi. Die rechte Schale verfügt über ein Linksgewinde.
2. Das Gehäuse des selteneren italienischen Typs (im Foto das Innenlager) ist 70 Millimeter breit, das beidseitige Rechtsgewinde trägt die Bezeichnung 36 x 24 tpi. Der erste Wert bezeichnet den Außendurchmesser des Gewindes in Millimetern, der zweite die Anzahl der Gewindegänge pro Zoll. Kontrollieren Sie, ob die Gewinde im Gehäuse sauber geschnitten sind und frei von Metallspänen.
3. Bei Patronen-Innenlagern (englisch: Cartridge) wie sie etwa Campagnolo bei allen Komponentengruppen und Shimano ab der Saison 2005 nur noch in den Gruppen unterhalb der Ultegra anbieten, muss die rechte Gehäusefläche vom Hersteller oder Händler erkennbar sauber plan gefräst sein. Für Shimanos Innenlager der Zehnfach-Gruppen Ultegra und Dura-Ace müssen beide Flächen plan sein. Entfernen Sie Farbreste an den Flächen oder im Gewinde.
Einbau der Dura-ACE- bzw. Ultegra-Lager

4. Wischen Sie das Gewinde im Gehäuse mit einem Lappen sauber, oder blasen Sie es mit Pressluft aus. Fetten Sie den gesamten Bereich der Gewinde und der Kontaktflächen von Gehäuse und Lager mit hochwertigem Montagefett gegen Korrosion. Lagerfett ist nicht geeignet. Fetten Sie auch die andere Seite der Hülse, die in die linke Lagerschale greift.
5. Setzen Sie das Lager zuerst auf der rechten Seite vorsichtig an, bis das Gewinde eingreift. Gelingt dies nicht gleich, drehen Sie die Schale mit leichtem Druck geringfügig gegen die Einschraubrichtung. Wenn die Gewinde korrekt zueinander stehen, spüren Sie ein leichtes Einrasten. Drehen Sie die Lagereinheit von Hand einige Umdrehungen ein. Das sollte ohne Kraft gelingen, ansonsten ist das Gehäuse nicht gut genug vorbereitet.
6. Schrauben Sie die Gegenseite auf die gleiche Art ein. Setzen Sie das Innenlager-Werkzeug ein und drehen Sie zuerst die rechte und dann die linke Lagerschale mit einem Drehmoment von 30 bis 50 Newtonmetern (Nm) fest. Shimano liefert serienmäßig ein Werkzeug mit, das einem Maulschlüssel ähnelt. Leider lässt sich damit die notwendige hohe Schraubkraft nur ungefähr dosieren. Benutzen Sie besser einen Drehmomentschlüssel.
7. Streichen Sie dünn Lagerfett auf die Welle und schieben Sie diese von der rechten Seite her ein. Die Welle muss leicht „saugend“ hineingleiten, sollte sich allerdings nicht verhaken. Wenn es nicht geht, wenden Sie keine Gewalt an. Lassen Sie eventuell unpräzise Gewinde vom Händler prüfen/nacharbeiten.
8. Kontrollieren Sie den Sitz des Dichtrings auf der Kurbel in seiner Führung. Geben Sie Montagefett auf die Innenseite der linken Kurbel sowie einen dünnen Film auf den Dichtring. Die Verzahnung der Welle muss beim Aufschieben der Kurbel in das Gegenstück passen – sie lässt nur eine korrekte Position zu.
9. Fetten Sie Einstellschraube und Welle am Gewinde und im Bereich der Kopfauflage. Legen Sie die Schraube in das von Shimano mitgelieferte Einstellwerkzeug und drehen Sie diese ein. Wenn die Schraube Kontakt bekommt, ist es eigentlich fertig, festes Anziehen ist nicht notwendig. Das empfohlene Drehmoment liegt bei 0,4 bis 0,7 Nm – fast nichts.
10. Drehen Sie beide Innensechskant-Schrauben an der Kurbel abwechselnd bis zum Widerstand ein. Dann mit einem Drehmomentschlüssel mit 10 bis 15 Nm festziehen. Fett abwischen. Kontrollieren Sie nach 200 bis 400 Kilometern beide Schrauben.
Einbau konventioneller Cartridge-Lager 

11. Bereiten Sie das Tretlagergehäuse vor wie links unter den Punkten 4 und 5 zum Einbau der Dura-Ace- beziehungsweise Ultegra-Lager beschrieben. Drehen Sie dann die auch auf der Innenseite gut gefettete linke Schale ein, bis diese an der Patrone eingreift.
12. Führen Sie das Tretlagerwerkzeug in das Keilwellen-Profil der Lagerpatrone rechtsseitig ein und drehen Sie die Patrone mit einem Maulschlüssel in das Gehäuse. Kommt Widerstand auf, arbeiten Sie besser mit einem Drehmomentschlüssel und passendem Sechskant-Einsteckwerkzeug weiter. Drehen Sie die Patrone mit einem Drehmoment von 70 Nm (Campagnolo), beziehungsweise 50 bis 60 Nm (Shimano) fest. Ziehen Sie nun die linke Seite fest.
13. Nachdem Sie beide Seiten festgezogen haben, kontrollieren Sie den sauberen Lauf des Lagers. Hakt es oder läuft es schwer, muss es ausgebaut und das Gewinde und die rechte Gehäusefläche nachbearbeitet werden. Hilft auch das nicht, rät Campagnolo die fettfreie linke Schale mit Schraubenkleber und reduziertem Moment von 30 Nm zu befestigen. Das erschwert allerdings die spätere Demontage.
14. Die Diskussion darüber, ob Fett auf den Achsvierkant gehört oder nicht, ist so alt wie diese Befestigungsart selbst. Campagnolo und Shimano untersagen es, Fett zu verwenden. Die Hersteller befürchten vermutlich, dass sich die Kurbel durch verringerte Reibung weiter aufschieben lässt und sich die Vierkantaufnahme dabei weitet. Reduziert man das Anzugsmoment, droht diese Gefahr nicht. Ohne Fett besteht hingegen kein Korrosionsschutz.
15. Die TOUR-Erfahrungen mit gefettetem Vierkant und reduziertem Drehmoment an der Untergrenze der Herstellerangabe sind durchweg positiv. Voraussetzung ist, dass man die Verschraubung regelmäßig mit dem Drehmomentschlüssel kontrolliert. Schieben Sie, gefettet oder nicht, beide Kurbeln auf die Vierkante.
16. Die Schrauben zu Vierkantbefestigung der beiden großen Hersteller weisen bereits Schraubensicherungsmasse auf. Diese Maßnahme gegen selbst- tätiges Lösen ist sinnvoll, allerdings widerspricht auch hier das Fettverbot dem Korrosionsschutz. TOUR-Empfehlung: Fetten Sie wenigstens die Kopfauflagen, wenn Sie schon das Gewinde trocken lassen. Drehen Sie die Schrauben fest, bei Campagnolo mit 32 bis 38 Nm, bei Shimano mit 35 bis 50 Nm.