SpanienSüdspanien: Rennradtouren in Andalusien - Andalusiens Costa de la Luz mit dem Rennrad

Südspanien: Rennradtouren in Andalusien - Andalusiens Costa de la Luz mit dem RennradFoto: Börje Müller

Welliges Terrain zum Einrollen, Passstraßen, Strände und gutes Wetter: Wer im Frühjahr entpannt an der Form feilen will, ist an der andalusischen Atlantikküste bestens aufgehoben.

April in Deutschland: Wind, Regenschauer, Kälte – ein Jammertal für Rennradfahrer. Dem wollen mein Kumpel Börje und ich entfliehen. Aber nicht nach Mallorca. Nach wenigen Flugstunden landen wir im südspanischen Jerez de la Frontera und treten aus dem Flughafengebäude. Die Sonne brennt. Zugleich kühlt eine sanfte Brise die bleiche, mitteleuropäische Gesichtshaut. Börje grinst und blinzelt in die Sonne. "Wurde auch Zeit", meint er, "endlich wieder Rennrad fahren!"

Tags drauf: Westwind. Wir rasen nur so dahin. Die Straße zwischen dem Küstenstädtchen Conil de la Frontera und dem Fischerort Zahara de los Atunes windet sich durch welliges Terrain. Links liegen Kuhweiden und frisch ­gepflügte Felder. Rechts rauscht das Meer, kräftige Wellen rollen heran. Es duftet angenehm nach feuchter Erde und salzigem Atlantik.

Costa de la Luz, Küste des Lichts, so heißt der Landstrich zwischen Gibraltar und Cádiz an der Westküste Andalusiens. Hinter endlosen Sandstränden breitet sich saftig-­grünes Hügelland aus, und am Horizont ragen Zacken aus dem Dunst: die Höhenzüge der Sierra de Grazalema. Dorthin wollen wir in ein paar Tagen. Heute lassen wir uns vom Rückenwind über die Hügel und durch ver­schlafene Badeorte treiben. Es ist Nebensaison. Auf den Straßen wenig bis gar nichts los, auch die Strände sind wie leergefegt. Der erste ernsthafte Anstieg des Tages mündet schnell wieder in eine ebenso kurze Abfahrt. Wir rauschen bergab durch den Naturpark "La Breña y Marismas de Barbate", zwischen Pinien hindurch, deren Kronen aus­sehen wie grüne Pilzköpfe und neben denen Wacholder wächst und gelb der Ginster blüht. Kurz darauf blitzt es azurblau zwischen den Stämmen, eine Kurve später öffnet sich das Panorama: Atlantik, so weit das Auge reicht – und dort, wo der Strand in schroffe Steilküste übergeht und sich die Wellen an den Felsen brechen, tummeln sich ­etliche Surfer im Wasser.

Startvorbereitung: Ein strahlender Tag lockt den TOUR-Autor aus dem Hotelzimmer hinaus auf die stillen Straßen der Sierra de Grazalema.Foto: Börje Müller
Startvorbereitung: Ein strahlender Tag lockt den TOUR-Autor aus dem Hotelzimmer hinaus auf die stillen Straßen der Sierra de Grazalema.
Zeitreise: Ob ein Hirte mit Schafen die Straße quert oder Reiter hoch zu Ross den Radler grüßen– im ­Hinterland der Costa de la Luz scheint die Zeit zurückgedreht.Foto: Börje Müller
Zeitreise: Ob ein Hirte mit Schafen die Straße quert oder Reiter hoch zu Ross den Radler grüßen– im ­Hinterland der Costa de la Luz scheint die Zeit zurückgedreht.
Surfrevier: Massentourismus? Zumindest im Frühjahr sind die endlosen ­Strände an der Costa de la Luz wie leergefegt.Foto: Börje Müller
Surfrevier: Massentourismus? Zumindest im Frühjahr sind die endlosen ­Strände an der Costa de la Luz wie leergefegt.
Gelbes Meer: Im Parque Natural Los Alcornocales, in dem die größten Korkeichenwälder der Iberischen Halbinsel wachsen, ­klettert der Radler im April durch ein blühendes Meer aus Ginster:Foto: Börje Müller
Gelbes Meer: Im Parque Natural Los Alcornocales, in dem die größten Korkeichenwälder der Iberischen Halbinsel wachsen, ­klettert der Radler im April durch ein blühendes Meer aus Ginster:
Unwirkliches Türkis: der Stausee von Zahara (Tour 3)Foto: Börje Müller
Unwirkliches Türkis: der Stausee von Zahara (Tour 3)
Kletterparadies: Die Straße zum Puerto de las Palomas (1.189 m) in der Sierra de Grazalema zählt zu den schönsten Anstiegen in Spanien.Foto: Börje Müller
Kletterparadies: Die Straße zum Puerto de las Palomas (1.189 m) in der Sierra de Grazalema zählt zu den schönsten Anstiegen in Spanien.
Üppiges Grün: Die Sierra de Grazalema zählt zu den regenreich­sten Regionen Spaniens. Gut für Rennradler: Der meiste Niederschlag fällt im Winter.Foto: Börje Müller
Üppiges Grün: Die Sierra de Grazalema zählt zu den regenreich­sten Regionen Spaniens. Gut für Rennradler: Der meiste Niederschlag fällt im Winter.
Urige Gaststätte: Fleisch vom Stierschwanz, Serrano-Schinken, ­Spar­gel­auflauf: Die ­Taberna Jovenes Flamenco in ­Arcos de la Frontera tischt regionale Spezia­litäten auf.Foto: Börje Müller
Urige Gaststätte: Fleisch vom Stierschwanz, Serrano-Schinken, ­Spar­gel­auflauf: Die ­Taberna Jovenes Flamenco in ­Arcos de la Frontera tischt regionale Spezia­litäten auf.
Leichter Mittagshappen: Salat mit ThunfischFoto: Börje Müller
Leichter Mittagshappen: Salat mit Thunfisch
Weinprobe: Nahe Conil de la Frontera produziert Ramón ­Iglesias Perez in der ­Bodega Sancha Perez seit 2008 besten Bio-Wein.Foto: Börje Müller
Weinprobe: Nahe Conil de la Frontera produziert Ramón ­Iglesias Perez in der ­Bodega Sancha Perez seit 2008 besten Bio-Wein.
Typisches Pueblo Blanco, weißes Dorf: Vejer de la FronteraFoto: Börje Müller
Typisches Pueblo Blanco, weißes Dorf: Vejer de la Frontera
Startvorbereitung: Ein strahlender Tag lockt den TOUR-Autor aus dem Hotelzimmer hinaus auf die stillen Straßen der Sierra de Grazalema.Foto: Börje Müller
Startvorbereitung: Ein strahlender Tag lockt den TOUR-Autor aus dem Hotelzimmer hinaus auf die stillen Straßen der Sierra de Grazalema.
Zeitreise: Ob ein Hirte mit Schafen die Straße quert oder Reiter hoch zu Ross den Radler grüßen– im ­Hinterland der Costa de la Luz scheint die Zeit zurückgedreht.Foto: Börje Müller
Zeitreise: Ob ein Hirte mit Schafen die Straße quert oder Reiter hoch zu Ross den Radler grüßen– im ­Hinterland der Costa de la Luz scheint die Zeit zurückgedreht.
Zeitreise: Ob ein Hirte mit Schafen die Straße quert oder Reiter hoch zu Ross den Radler grüßen– im ­Hinterland der Costa de la Luz scheint die Zeit zurückgedreht.
Surfrevier: Massentourismus? Zumindest im Frühjahr sind die endlosen ­Strände an der Costa de la Luz wie leergefegt.
Gelbes Meer: Im Parque Natural Los Alcornocales, in dem die größten Korkeichenwälder der Iberischen Halbinsel wachsen, ­klettert der Radler im April durch ein blühendes Meer aus Ginster:
Unwirkliches Türkis: der Stausee von Zahara (Tour 3)
Kletterparadies: Die Straße zum Puerto de las Palomas (1.189 m) in der Sierra de Grazalema zählt zu den schönsten Anstiegen in Spanien.
Üppiges Grün: Die Sierra de Grazalema zählt zu den regenreich­sten Regionen Spaniens. Gut für Rennradler: Der meiste Niederschlag fällt im Winter.
Urige Gaststätte: Fleisch vom Stierschwanz, Serrano-Schinken, ­Spar­gel­auflauf: Die ­Taberna Jovenes Flamenco in ­Arcos de la Frontera tischt regionale Spezia­litäten auf.
Leichter Mittagshappen: Salat mit Thunfisch
Weinprobe: Nahe Conil de la Frontera produziert Ramón ­Iglesias Perez in der ­Bodega Sancha Perez seit 2008 besten Bio-Wein.
Typisches Pueblo Blanco, weißes Dorf: Vejer de la Frontera
Startvorbereitung: Ein strahlender Tag lockt den TOUR-Autor aus dem Hotelzimmer hinaus auf die stillen Straßen der Sierra de Grazalema.

• Tour 1: Küste des Lichts (86 Kilometer, 750 Höhenmeter, max. 15 % Steigung)
• Tour 2: Ins Hinterland (107 Kilometer, 850 Höhenmeter, max. 8 % Steigung)
• Tour 3: Karstige Sierra de Grazalema (126 Kilometer, 2.600 Höhenmeter, max. 15 % Steigung)
• Tour 4: Ausblick bis Afrika (92 Kilometer, 2.100 Höhenmeter, max. 12 % Steigung)

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