Die Sonne bricht gerade über die Gipfel des Urserntals, als du in die Pedale trittst. Die Straße windet sich in endlosen Serpentinen den Pass hinauf, die Luft ist klar und frisch, und mit jedem Meter steigt das Herzklopfen – nicht nur vor Anstrengung, sondern vor Vorfreude.
Hier, in Andermatt, beginnt jedes Rennrad-Abenteuer wie ein Film mit größter Spannung, stets umgeben von den majestätischen Alpen. Was für einmalige Optionen Andermatt für Rennradfahrerinnen und -fahrer bietet, ist lange kein Geheimnis mehr. Fragt man Fabian Cancellara nach seiner Meinung zu Andermatt, sagt er: „Andermatt hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Die umliegende Region ist ein Mekka für den Rennradsport.“ Aber was genau macht den Zauber aus?
Andermatt liegt auf einem Hochplateau im Kanton Uri, im Herzen der Schweiz, eingebettet in eine beeindruckende Bergkulisse. Rundum erheben sich die bekannten Alpenpässe Furka, Gotthard, Oberalp und Susten. Dies macht den Ort zu einem perfekten und unvergleichlichen Ausgangspunkt für Pässefahrten. Das 1600-Seelen-Dorf ist in vier Stunden von München und in fünf Stunden von Mailand erreichbar.
Schon früh erkannte man das Potenzial von Andermatt für den Rennradsport. Seit ihrer ersten Austragung 1933 führte die Tour de Suisse, eines der prestigeträchtigsten und wichtigsten Etappenrennen, mehrfach über die Alpenpässe rund um Andermatt. Nirgends sonst locken so viele steile Anstiege, rasante Abfahrten und ikonische Haarnadelkurven auf kleinstem Raum. Schweizer Legenden wie Ferdy Kübler und Hugo Koblet lieferten sich hier packende Duelle und boten den Fans spektakuläre Momente. Der Gotthard (44-mal) und der Lukmanier (38-mal) sind die meistbefahrenen Pässe der Tour de Suisse, Furka (23-mal) und Nufenen (19-mal) reihen sich auf den Rängen vier und neun ein.
Das Basislager Andermatt überzeugt nicht nur durch seine traumhafte Lage, sondern auch durch ein umfassendes Angebot. Viele Unterkünfte verfügen über abschließbare Keller, Servicestationen fürs Rad und spezielle Cycling-Pakete. Sollte am Bike einmal etwas klemmen oder solltest du spontan auf ein anderes Modell wechseln wollen, stehen dir die örtlichen Sportshops tatkräftig zur Seite. Auch kulinarisch bleibt kein Wunsch offen: Die Restaurants und Gaststätten in Andermatt – aber auch unterwegs – bieten eine vielfältige Auswahl. Von bodenständiger Schweizer Küche bis hin zu mediterranen oder asiatischen Spezialitäten ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Die Vielfalt der Touren könnte kaum größer sein. Eingebettet zwischen majestätischen Pässen entwickelt sich Andermatt zum perfekten Hub für Entdeckerinnen und Entdecker. Die Routen lassen sich nach Belieben verlängern – an einem einzigen Tag lassen sich locker drei oder vier Pässe erklimmen und am Abend entspannt wieder nach Andermatt zurückkehren. Die richtigen Klassiker stellen wir hier vor.
Der Gotthardpass verbindet den Norden und Süden der Schweiz und spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte des Landes. Die historische Tremola, die alte Passstraße ab Airolo, mit steilen Serpentinen und Kopfsteinpflaster, macht den Pass zu einer besonderen Herausforderung.
Der Sustenpass verbindet das Urner Reusstal mit dem Haslital und beeindruckt mit steilen Anstiegen, engen Kurven und atemberaubenden Ausblicken auf Steingletscher und Gadmental. Ausgehend von Andermatt fährst du erst bergab durch die Schöllenenschlucht bis nach Wassen an den Fuß des Passes.
Der Oberalppass verbindet Andermatt mit Sedrun in der Bündner Surselva. Der sanfte Anstieg bietet grandiose Ausblicke auf das Urserntal und den Gemsstock. Der türkisfarbene Oberalpsee lädt zum Verweilen ein, und der Leuchtturm symbolisiert die nahegelegene Rheinquelle am Tomasee.
Bevor du den Anstieg in Angriff nimmst, kannst du auf der 11 km langen, flachen Strecke von Andermatt nach Realp gemütlich einrollen. Der Furkapass hat einen rauen Charakter, geprägt von den hohen Gipfeln rundherum. Mit der James-Bond-Kurve und dem Belvédère führt die Tour gleich an zwei ikonischen Spots vorbei.
Es gibt Orte, die man besucht, und Orte, die man erlebt. Andermatt gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Zwischen geschichtsträchtigen Pässen, weiten Tälern und kühner Hochgebirgslandschaft entfaltet sich ein Rennradrevier, das fordert, belohnt und lange nachhallt. Jede Tour erzählt ihre eigene Geschichte, jede Abfahrt schenkt neue Perspektiven. Wer hier unterwegs ist, sammelt nicht nur Höhenmeter, sondern Erinnerungen fürs Leben. Und vielleicht ist genau das der wahre Zauber dieser Region: Dass man wiederkommen möchte, noch bevor man richtig angekommen ist.
Die Passstraßen rund um Andermatt sind während der Hochsaison im Juli und August viel befahren. Die Übergänge bilden wichtige Transferrouten für Touristinnen und Touristen. Daher empfiehlt sich ein Aufenthalt zum Rennradfahren besonders außerhalb der Hochsaison. Die Pässe öffnen – je nach Schneeverhältnissen – meist im Mai, wobei der Sustenpass der höchstgelegene Übergang ist und oft noch länger geschlossen bleibt (siehe rechte Seite).
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