Anstiege in ItalienNigerpass - Nigerpass: Für tapfere Kletterer

Unbekannt

 · 20.09.2009

Anstiege in Italien: Nigerpass - Nigerpass: Für tapfere KlettererFoto: Jörg Wenzel

Stilfser-, Grödner-, Sellajoch: Wenn Profi-Pelotons über Südtiroler Pässe klettern, bleibt der Nigerpass meist links liegen. Dabei zählt die Westseite des unterhalb des Rosengartenmassivs gelegenen und erst 1957 erbauten Passo Nigra zum Schwersten, was man in den Alpen fahren kann.

Weder Länge noch Höhe verlangen allzu großen Respekt, aber die bis zu 24 Prozent steilen Rampen auf den ersten sieben Kilometern, die jeden Rhythmus zerstören, katapultieren das Sträßchen in die Extraklasse der Pässe. Das gilt allerdings nur für die alte Passstraße, die etwas südlich der neuen verläuft und wie diese in Blumau im Eisacktal beginnt. Dort folgt man der Beschilderung “Breien” und einem unscheinbaren Sträßchen ins Tiersertal. Von den ausgeschilderten 20 Prozent ist zuerst noch nichts zu sehen. Neben dem Brieserbach geht es im Wald sanft bergauf – bis nach einer Brücke die angekündigte Rampe die Form des Radlers prüft.

Unser GPS misst jedoch nur 13 Prozent. Bei Breien (Km 4,7) folgt ein Schild “24 %” und Rampe Nummer zwei; doch auch die hat weniger: 18 Prozent. Die längste und härteste Rampe kommt zum Schluss, hier stimmen die 24 Prozent. Sie entlässt den tapferen Kletterer kurz vor Tiers auf die neue Passstraße (Km 6,7), auf der er sich bis St. Zyprian erholen kann. Hinter dem Ort lauern noch mehrere giftige Rampen, bevor die wenigen Serpentinen vor dem Pass das Gelände entschärfen.

Kurz hinterm Niger-Joch-Haus steht das Passschild, der Radler stutzt: Es geht weiter bergauf. Nicht steil, aber immerhin fast hundert Höhenmeter zur Tscheiner Hütte (1.774 m) – weil die Straße nicht direkt ins Tal hinabführt, sondern unter den Felstürmen des Rosengartens den Hang entlangzieht. Wenige Meter hinunter, 50 Höhenmeter hinauf – der nächste Pass ist im Sack: der Karerpass (1.745 m). Von seinem flachen Rücken geht es unspektakulär neun Kilometer bergab ins 400 Meter tiefer gelegene Fassatal.

Den gesamten Pass-Steckbrief finden Sie unten als PDF-Download.

  Der Nigerpass im Profil
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