Frankreich: Portes du Soleil

FrankreichFrankreich: Portes du Soleil

Unbekannt

 8/7/2003, Lesezeit: 3 Minuten

Selten kommt man sich in den Alpen so klein vor wie in Gegenwart des weißen Riesen. Sein vergletschertes Haupt überragt die grünen Täler Hochsavoyens. Eine großartige Kulisse für Kletterpartien über die kleinen Pässe am Südufer des Genfer Sees. (TOUR 5/2003)

Geradezu lächerlich, die 1.559 Meter Höhe. Und dabei ist der Col de la Ramaz sogar einer der höchsten Pässe in der Region zwischen Chamonix und Genfer See. Aber gegen den König der Alpen wirken alle Berge hier lächerlich klein, schrumpfen ehrfürchtig zu Hügeln. Dann lichten sich plötzlich die Wolken und seine Majestät zeigt sich: Unglaubliche drei Kilometer höher glitzert der Gipfel des Mont Blanc in der Frühlingssonne. Eine gigantische Wand aus Fels, Eis und Schnee. Genau sind es 3.251 Meter Höhendifferenz vom Col de la Ramaz zum Mont-Blanc-Gipfel auf 4.810 Metern. Erst im September 2001 wurde die offizielle Höhe von 4.807 Metern um 3,40 Meter nach oben korrigiert – dank Satelliten und GPS.
Mein gerade erklommener Pass ist 35 Kilometer Luftlinie vom Gipfel entfernt, und dennoch kann ich mit bloßem Auge die Gletscherspalten am Glacier des Bossons erkennen. Seit Jahrtausenden nagen die Eismassen am Fels. Und der Bossons ist nicht der einzige Gletscher an den Flanken des Mont Blanc, schon gar nicht der größte. Weiter links versteckt sich das Mer de Glace hinter der atemberaubenden Felsnadel Aiguille du Midi. Fast 20 Kilometer lang schiebt sich der zu Eis gepresste Strom zu Tal.
Tag für Tag lockten mich die einsamen Bergstraßen südlich des Genfer Sees zu ausgedehnten Touren. Oft schlängeln sich die Straßen nur einspurig durchs „französische Allgäu“. Durch Täler mit malerischen Dörfern, saftig-grünen Wiesen und blühenden Bäumen – und mehr als ein Dutzend kleiner Pässe. Col du Feu, Col de Cou oder Col de Terramont – kaum ein Mensch kennt ihre Namen, außer den Bauern, die neben den Straßen ihre steilen Felder bestellen. An den Joux Plane hat sich sogar schon die Tour de France verirrt, zuletzt im Juli 2000.

Diese vier Touren finden Sie im PDF-Download:

Tour 1: See und Berge
(76 Kilometer, 1.050/1.350 Höhenmeter, max. 8 Prozent)
Thonon – Anthy – Excenevex – Yvoire – Massongy – Ballaison – Bons – Saxel – Boege – Col de Cou – Allinges – Thonon

Tour 2: Mini-Brevet
(83 Kilometer, 1.720/1.980 Höhenmeter, max. 13 Prozent)
Thonon – Armoy – Lyaud – Orcier – Col du Feu – Col des Arces – Habère Poche – Col de Terramont – Lullin – Vailly – Pont du Diable – la Forclaz – Col du Grand Taillet – Ecotex – Vinzier – Thonon

Tour 3: Portes du Soleil
(113 Kilometer, 1.290 Höhenmeter, max. 9 Prozent)
Thonon – Publier – Neuvecelle – Lugrin – St. Gingolph – Vouvry – Barges – Monthey – Pas de Morgins – Châtel – Abondance – Vinzier – Thonon

Tour 4: Mont Blanc Panorama
(84 Kilometer, 1.280 Höhenmeter, max. 9 Prozent)
Taninges – Mieussy – Col de la Ramaz – Rond – Taninges – Morillon – Samoens – Cirque du Fer à Cheval – Samoens – Taninges (alternativ: Col de Joux Plane – Morzine – les Gets – Taninges)

(Text: Matthias Rotter)

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