Anstiege in Frankreich: Col de la Machine: Anstieg mit Überraschungseffekt

FrankreichAnstiege in Frankreich: Col de la Machine: Anstieg mit Überraschungseffekt

Der Col de la Machine (1.011 m) öffnet die Tür zu einer der faszinierendsten Regionen der Alpen: dem Vercors (Drôme | Frankreich). Wie eine undurchdringliche Barriere ragen seine schroffen, über 2.000 Meter hohen Riffkalke südwestlich von Grenoble auf, ein Karstgebirge, zerschnitten von wilden Schluchten und Canyons.

Der Machine ist nicht besonders schwer zu fahren, genau genommen ist er nicht einmal ein richtiger Pass. Denn nach seiner Überquerung von Nordwesten her geht es nur wenige Höhenmeter bergab auf das karstige Hochplateau des Vercors. Es ist allein die großartige Landschaft, die den Col de la Machine in den Adelsstand erhebt.

Die Fahrt beginnt unspektakulär im beschaulichen Dorf Saint-Jean-en-Royans, das inmitten lieblicher Hügel und Obstplantagen zu Füßen eines gewaltigen Felsaufschwungs liegt. Zunächst verschwindet das Sträßchen für eine ganze Weile im Wald. Fast langweilig mag es einem jetzt werden. Nur hin und wieder lassen Baumlücken einen kurzen Ausblick zu, die bestätigen, dass man an Höhe gewinnt. Genau diese Ereignislosigkeit steigert jedoch den Überraschungseffekt. Auf einer Höhe von rund 900 Metern biegt man nämlich um eine Felsnase – und fühlt sich schlagartig wie ein Bungeespringer kurz vor dem Absprung. 500 Meter fällt der Fels senkrecht in die Tiefe. Nur ein kniehohes Mäuerchen begrenzt die Kante zum Abgrund. Der Blick gleitet darüber: hinunter in die Schlucht Combe Laval und hinaus ins Alpenvorland. Atemberaubend! Ein ums andere Mal fragt man sich auf den folgenden Kilometern, wer auf die verrückte Idee kam, hier eine Straße in den Fels zu sprengen. Balancierend auf einem schmalen Sims, schlängelt sich der raue Asphalt an der schroffen Wand entlang, unterbrochen von einigen kurzen Tunnels. Schade, dass der Rausch nach wenigen Kilometern vorüber ist. Man verlässt die Schlucht, es folgt ein letzter Aufschwung und die schmucklose Passhöhe ist erreicht. Wer nicht über dieselbe Strecke abfahren möchte, biegt an der Passhöhe links ab. Über die D 2 gelangt man auf der anderen Seite der Combe Laval ebenfalls wieder nach Saint-Jean. Jedoch nicht halb so spektakulär.

Die Westrampe: Startort Saint-Jean-en-Royans

Den gesamten Pass-Steckbrief finden Sie unten als PDF-Download.

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