SüdamerikaAndenpässe

Dres Balmer

 · 29.11.2014

Südamerika: AndenpässeFoto: Dres Balmer

Von Venezuela bis Feuerland erstrecken sich die Anden über 7500 Kilometer. Mehr als 2000 davon liegen zwischen La Paz und Santiago de Chile. In diesem Abschnitt legte TOUR-Autor Dres Balmer mit seiner Freundin einen Slalom der Pässe hin.

Dünne Luft, immer wieder dünne Luft, seit unserem Start vor über einem Monat in der Zweimillionen-Stadt La Paz, dem Regierungs­sitz Boliviens. Dort, auf fast 4000 Metern Höhe in den Anden, hatten wir uns Zeit gelassen und das kurze Schnaufen in zwei, drei Tagen geübt, uns dann auf die Räder geschwungen und waren über Hochebenen mit wenigen Steigungen zum Hauptkamm der Andenkette gekurbelt.

Keine Idee von Ausmaßen der Anden

Zum Glück hatten wir vor der Reise keine Idee von den Ausmaßen der Anden, sonst wären wir mutlos zu Hause geblieben. Denn schon bald wurde klar: Im Vergleich zu den Anden sind die Alpen eine Puppenstube.

Jetzt aber ist es zu spät für solche Einsichten, denn wir sind schon mittendrin. Wir radeln zu unserem ersten Pass, dem 4660 Meter hohen Tambo Quemado, über den die Grenze zwischen Bolivien und Chile verläuft, rollen meist in sanfter Steigung und auf seidenem Asphalt von einem Tal hinauf ins nächst­höhere und denken immer wieder, der Scheitelpunkt werde bald am Horizont der Anden sichtbar sein. Dann hören wir auf zu denken, lassen uns einnehmen von dieser Weite, in der der Wind das karge Steppengras kräuselt, Tag um Tag. Spärlich wie das Gras sind die einfachen Dörfer, in denen kein Auto anhält.

Die ewig lange Steigung zum Paso de San Francisco (4.726 Meter) ist kaum zu erkennen, aber die dünne Luft raubt den Atem.
Foto: Dres Balmer

Die vollständige Reise-Reportage über die Fahrrad-Tour über die Anden finden Sie unten als PDF-Download mit diesen Touren:

Von Viertausend auf Null: La Paz – Arica (492 Kilometer)
Die Luft ist dünn, die Luxusstraße steigt sanft und endlos in die Höhe, hinter dem Paso Tambo Quemado öffnen sich weite, zugige Hochebenen, dann beginnt die Sause hinunter ans Meer.

• ETAPPE 1 100 Kilometer | La Paz – Patacamaya
• ETAPPE 2 152 Kilometer | Patacamaya – Kilometertafel 152
• ETAPPE 3 100 Kilometer | Kilometertafel 152 – Paso Tambo Quemado (4.660 m) – Lago Chungará – Putre
• ETAPPE 4 140 Kilometer | Putre – Arica

Zwischen Meer und Wüste: Arica - Tocopilla (541 Kilometer)
Von Arica nach Süden wandelt die Traumstraße zwischen Meer und Wüste.

• ETAPPE 5 104 Kilometer | Arica – Aduana de Cuya
• ETAPPE 6 74 Kilometer | Aduana de Cuya – Tiliviche
• ETAPPE 7 131 Kilometer | Tiliviche – Pozo Almonte – Iquique
• ETAPPE 8 96 Kilometer | Iquique – Río Seco
• ETAPPE 9 136 Kilometer | Río Seco – Punta del Urca Norte – Tocopilla

Im Bus auf den Kamm der Anden: Tocopilla – argentinische Zollstation am Paso de Jama (420 Kilometer)
Wegen Dauerregens, in den Bergen Schneefalls, geht die Fahrt per Bus zum Paso de Jama (4.300 m). 60 Kilometer vor dem Pass erreicht die Straße sogar 4.820 Meter Höhe.

Schneevulkane und Tropenvögel: Paso de Jama – Saujíl (1.013 Kilometer)
Über den dritten Viertausender, Lipán, vorbei an Salzseen und hinunter in die subtropische Pracht Nordargentiniens. Von Concepción bis Andalgalá sind zwei schöne, harte 2.000er-Pässe auf fahrbarer Naturstraße zu überwinden.

• ETAPPE 10 116 Kilometer | Paso de Jama – Susques
• ETAPPE 11 134 Kilometer | Susques – Salinas Grandes – Cuesta de Lipán (4.191 m) – Purmamarca
• ETAPPE 12 156 Kilometer | Purmamarca – San Salvador de Jujuy – Salta
• ETAPPE 13 101 Kilometer | Salta – Ampascachi (Abstecher zum Stausee Cabra Corral) – La Viña
• ETAPPE 14 105 Kilometer | La Viña – Cafayate
• ETAPPE 15 118 Kilometer | Cafayate – Amaichá del Valle – Paso del Infier­nillo (3.040 m) – Tafí del Valle
• ETAPPE 16 90 Kilometer | Tafí del Valle – Monteros – Concepción
• ETAPPE 17 63 Kilometer | Concepción – Alpachiri – Paso de la Banderita (1.900 m) – Las Haciendas
• ETAPPE 18 130 Kilometer | Las Haciendas – Alomito – Cuesta la Chilca (1.800 m) – Andalgalá – Saujíl

Umdrehen im Schotterbett: Saujíl – Chilecito (909 Kilometer)
Perfekte Straßen bis zur Grenze auf dem Paso de San Francisco, auf dessen chilenischer Seite uns aber eine grobe Schotterpiste zur Umkehr nach Argentinien zwingt.

• ETAPPE 19 93 Kilometer | Saujíl – Aimogasta
• ETAPPE 20 171 Kilometer | Aimogasta – Tinogasta – Fiambalá
• ETAPPE 21 96 Kilometer | Fiambalá – La Cortaderas
• ETAPPE 22 103 Kilometer | Las Cortaderas – Las Grutas – Paso de San Francisco (4.726 m)
• ETAPPE 23 200 Kilometer | Paso de San Francisco – Las Grutas – Fiambalá
• ETAPPE 24 142 Kilometer | Fiambalá – Alpasinche – Andolucas
• ETAPPE 25 104 Kilometer | Andolucas – Chilecito

Busfahrt an den Fuß der Berge der Anden: Chilecito – Medoza (725 Kilometer)
Der nächste Asphaltpass liegt so weit im Süden, dass wir zum Startort Men­doza den Bus nehmen.

Auf zum letzen Pass: Mendoza – Los Andes (274 Kilometer)
Der Paso Bermejo ist ein bequemer Dreitausender, deshalb verkehrsreich, aber dennoch hübsch.

• ETAPPE 26 105 Kilometer | Mendoza – Uspallata
• ETAPPE 27 169 Kilometer | Uspallata – Paso Bermejo (3.834 m) –

Los Andes: Im Bus ans Ziel Los Andes – Valparaíso (150 Kilometer)
Den Verkehr im Großraum Santiago de Chile und Valparaíso betrachten wir lieber aus dem Bus heraus.

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