Rennradtouren in MährenRadrouten im kaum bekannten Osten von Tschechien

Gero Günther

 · 16.09.2022

Rennradtouren in Mähren: Radrouten im kaum bekannten Osten von TschechienFoto: Peter Neusser

Der östliche Teil der Tschechischen Republik besteht aus Hügeln, auf denen wahlweise Obst, Wein, Wald oder gar nichts wächst. Wer die Region mit ihren Burgen, Schlössern und Barockstädten erkunden will, kann auf nagelneue Radrouten zurückgreifen, muss sich aber auch auf holprige Straßen einstellen. Ein Bericht über Rennradtouren in Mähren.

Mähren, tschechisch Morava, ist eine Region im Osten Tschechiens. Anfang des 11. Jahrhunderts wurde das Mährerreich ein Land der böhmischen Krone und schließlich Teil der Habsburgermonarchie. In der Tschechischen Republik ist Morava eine historische Landschaft, aber keine eigene Verwaltungseinheit. Verschiedene Mittelgebirge und von intensiver Land­wirtschaft geprägte Ebenen bestimmen die Region Mähren. Im Zentrum liegt das Flussbecken der March, tschechisch ebenfalls Morava. Höchster Gipfel ist der 1.490 Meter hohe Altvater in den Sudeten. Südlich davon liegt die Hochebene Niederes Gesenke (400 bis 600 Meter), die zu den Beskiden ansteigt. An der Grenze zur Slowakei liegen die Weißen Karpaten. Wir haben zwei histo­rische Orte als Standorte gewählt: das in den Flussauen der Morava gelegene Olomouc (Olmütz), bis ins 17. Jahrhundert das Zentrum Mährens, und Mikulov (Nikolsburg), nahe der Grenze zu Nieder­österreich.

Hügeliger Norden, flacher Süden

Im mittelgebirgigen Norden Mährens wechseln sich kurze, teils giftige Rampen und längere Anstiege ab, im Süden rollt man über welliges Gelän­de ohne nennenswerte Stei­gungen; nur in den Pollauer Karstbergen muss man gele­gentlich in die niedrigeren Gänge schalten. Leider lässt der Belag vieler kleiner Stra­ßen in Mähren oft zu wün­schen übrig. In jüngster Zeit haben die Regionen zwar zahlreiche Radwege entwi­ckelt, die meist gut markiert sind, oft jedoch in Schotter übergehen. Wer flexibler sein will, sollte zum Gravelbike greifen. Auch wenn auf unse­ren Routen mit seltenen Aus­nahmen wenig Verkehr herrscht, sollte man aufpas­sen. Viele Autofahrer sind sehr schnell unterwegs und brem­sen erst spät ab. Wir hatten auf einer kurvigen, fast leeren Landstraße eine sehr unschö­ne Begegnung mit einem Bus­fahrer, für den wir offensicht­lich ein rotes Tuch waren. Und noch eine Warnung: Die bei Rennradfahrern beliebte Farbe Rosa ist manch einem homo­phoben Landbewohner ein Dorn im Auge. Wer sich dum­me Kommentare oder schlimmeres ersparen will, sollte sie meiden.

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