Die Region am Tegernsee ist ein Rennradrevier der Extraklasse, weil: Es gibt von flachen See-Rundwegen bis hin zu Hardcore-Kraxeleien in die Voralpen einfach alles, was Radsportlern Spaß macht
Samma da richtig?“, werden sich wohl viele fragen, wenn sie zum ersten Mal Christian Grasmann besuchen wollen. Biegt man rechts ein in seinen Hof, stehen da nur Traktoren herum. Ein Rad-Laden? Keine Spur weit und breit. Fährt man jedoch um den Heustadel herum, steht er da: Der Kuhstall, den der ehemalige Radprofi im vergangenen Jahr zu einem sehenswerten Rennrad-Showroom ausgebaut hat. Wer das alles gemacht hat?, will ich von ihm wissen. Der 44-Jährige überlegt kurz, schaut dann auf seine Hände hinunter und grinst. „Ich glaube“, sagt er, „das waren die da.“ Damit meint Grasmann seine Hände.
Was Christian damit andeutet, in dem ehemaligen Kuhstall im Gut Oberkammerloh, nur wenige Minuten vom Tegernsee entfernt: Dass er nicht lange herumquatscht. Christian ist einer, der anpackt, der macht. Ganz nach dem Motto: Krasser ist nur der Grasmann. Wenn etwas ansteht, und sei es die komplette Kernsanierung eines „Stoi“ – so nennt der gebürtige Holzkirchner sein heutiges Rennradgeschäft – dann macht er das. Wobei: Die Bezeichnung „Rennradgeschäft“ wird Christians Laden nicht gerecht. Mit dem weißen BMW 318i im Inneren und den weißen Wänden könnte man auch meinen, man betritt einen Apple-Store in London – stünden da nicht ein paar Hightech-Rennräder im Wert von ein paar Hundert MacBooks umher. Man gewinnt den Eindruck, dass Grasmann sich mit diesem Schmuckstück im „Stoi“ einen Traum erfüllt hat. Frische Brezn und ein leckerer Kaffee stehen auch parat. Heute hat der Christian seine Mannschaft zusammengetrommelt, das „Pushbikers“-Team. An seine Teammitglieder wie auch an seine Kunden richtet er immer das gleiche Versprechen: „Egal, mit welchem Rad Du kommst und wie fit Du bist: Wir machen Dich schneller. Immer schneller.“
Die Strategie geht auf: Moritz Augenstein von den Pushbikers wurde 2025 Bahn-Weltmeister, Daniel Federspiel siegte beim Ötztaler Radmarathon. Wenn man den Sieg beim populären Ötzi holt, sagte Federspiel anschließend, sei man so etwas wie der „Bürgermeister von Tirol“. Der „Rookie des Jahres“ auf dem Rennrad wurde Korbinian Kohler. Der 56-Jährige kauft seit Jahrzehnten historische Gebäude rund um den Tegernsee und verwandelt sie in preisgekrönte Schmuckstücke. Früher habe er nur gearbeitet, gegessen, geschlafen, sagt er, tagein, tagaus. „Das mache ich heute auch noch, aber im Vergleich zu früher fahre ich am Nachmittag 120 Kilometer mit dem Rennrad nach Murnau und zurück“, sagt der Mann, der in seinem „Bachmair Weissach“ oder dem „Wallberghaus“ mehr als 500 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt. Blut geleckt, so Kohler, der schon als „Hotelier des Jahres“ ausgezeichnet wurde, habe er 2019, als er in New York einen Marathon lief. Dann hat er Christian Grasmann kennengelernt. Seitdem ist er dem Rennrad-Fieber verfallen, dem Ausdauersport insgesamt.
Im Oktober 2025 absolvierte er den Ironman in Barcelona in 12:48 Stunden. Ganz zufrieden war Kohler damit nicht. Aber Grasmann nimmt den Hotelier in der Arm und sagt: „Da hol’n mer nächstes Jahr noch a Stünderl raus.“ Kohler lacht und schaut erwartungsvoll auf sein Rennrad, das Grasmann in den vergangenen Tagen etwas aufgewertet hat. Eigentlich wollten die beiden heute zusammen mit den Team-Mitgliedern Sarah, Amelie und Jaro den Klassiker unter den Klassikern in der Region fahren, die Valepp-Runde rund um den Tegernsee: fast 75 Kilometer, mehr als 1.100 Höhenmeter. Doch dann klingelt bei Kohler das Telefon, er wird in einem seiner Hotels gebraucht. „Soviel zum Thema, dass ich die Grenze des Körperlichen mal erreicht habe“, sagt er lachend und radelt davon. Die anderen machen sich startklar.
Wir fahren los, durch das Louisental, vorbei an der Gmunder Papierfabrik, nach Rottach-Egern, Richtung Wallberg zur Erzherzog-Johann-Klause. Die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Und die vier drücken auf die Tube. Man sieht den Rennradfahrern und Rennradfahrerinnen an, dass sie fast jeden Tag auf dem Rad sitzen. Amelie, die sich in einer internationalen Anwaltskanzlei um die Rekrutierung neuer Juristen kümmert, fährt genauso mit 270 Watt wie Jaro. Jaro arbeitet den ganzen Tag über in einem Radladen, abends sitzt er auf seinem Renner, und am Wochenende fährt er Rennen. „Das verhagelt mir meinen ganzen Jahresschnitt“, sagt er kichernd, denn wenn am Sonntag ein Kriterium anstehe, habe er auf Strava nur 60 Kilometer zu verzeichnen. Der Samstag falle zum Kilometermachen fast immer weg, sonst würde er gleich mit „Laktat in den Haxen starten“. So „fehlen“ ihm Tausende Kilometer, weil er an mindestens 30 Kriterien im Jahr teilnimmt.
Die Sponsoren finden klasse, was die „Pushbiker“ bei nationalen und internationalen Einsätzen auf Gravelpisten, Straße und Bahn so machen. Die Molkerei Berchtesgadener Land, die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, Roeckl Sports, Maloja & Co. unterstützen das Team.
Wir halten für eine erste kurze Pause im Bräustüberl in Tegernsee. „Rennradfahrer lieben unser Haus“, frohlockt Stephanie Gilgenrainer, die das Wirtshaus operativ leitet. Meistens sei es ja so, dass Rennradler immer auf dem Sprung wären, stellt sie fest, bloß nicht zu lange sitzen bleiben. Aber darauf sei das Bräustüberl eingestellt. Wenn also jemand eine Brotzeit und ein (alkoholfreies) Weißbier bestellt, könne er sicher sein, dass er nach 30 Minuten wieder abdüsen kann. Die Wirtin erklärt, hier sei alles wie bei einer Autoproduktion in Wolfsburg, bis ins letzte Detail durchoptimiert. 30 Leute sind in der Küche, 90 Kellner und Kellnerinnen ständig am Marschieren, sechs Mann im Ausschank. „Wenn jemand ein frisch gezapftes Bier bestellt, dann bekommt er ein frisch gezapftes Bier“, so Gilgenrainer. Diejenigen, die am Nachmittag eine Pause vom Radeln machen, können sich über süße Schweinereien freuen: Dampfnudel mit Vanillesoße oder Apfelkücherl, Omas Apfel-Topfenstrudel oder Marillen-Palatschinken.
Unter den Gewölben, so schreibt Bräustüberl-Chef Peter Hubert, sei sie daheim, die „Liberalitas Bavaria“. Ein lateinischer Ausdruck für bayerische Großzügigkeit, Weltoffenheit und Toleranz, der mit „Leben und leben lassen“ verbunden wird.
Als wir weiterrollen, lässt Christian Grasmann den Puls leben. Es geht am See entlang, Richtung Rottach-Egern und dort links weg Richtung Skigebiet Sutten. Vorher fährt man aber erst mal ein paar Kilometer gerade aus, sieht die Paraglider vom Wallberg heruntersegeln. Dann geht es an der Mautstelle vorbei, es folgen fünf Kilometer durch den Wald mit bis zu 15 Prozent Steigung. Christian, der ehemalige Radprofi, hat hier mal einen Rekord aufgestellt: 21 Minuten für die Strecke bis zur Moni-Alm. Heute fahren jedoch alle zusammen entspannt auf der sonnigen Teerstraße.
Oben an der Moni-Alm geht es gleich wieder runter, so fünf Kilometer bis zum Abzweig Richtung „Forsthaus Valepp“. Dort wollen sie Mittagessen. Johannes Rabl empfängt sie schon.
„Manu wollte auch ‚Hallo‘ sagen, musste aber nun doch schon nach London“, erklärt Rabl zur Begrüßung. Mit Manu meint er Manuel Neuer, den früheren Nationalmannschafts-Torwart und Keeper des FC Bayern. Neuer ist seit vielen Jahren begeisterter Rennradsportler und hat auch schon Geld in diverse radsportliche Unternehmungen investiert. Er wohnt am Tegernsee, direkt neben dem Hotel Leeberghof. Der Pächter des Hotels: Johannes Rabl, Triathlet. Der arbeitete auch schon mal als Hotel-Direktor auf den Malediven. „Dort gab es nur Sand, keine Straßen“, erklärt er. Sein Triathlon-Radtraining setzte er trotzdem fort, auf dem Ergometer. 18.000 Kilometer auf der Rolle. Rabl und Neuer sind wie ein Tinder-Date: ein „Perfect Match“.
Zusammen haben die beiden Radsport-Aficionados das Forsthaus Valepp übernommen und wollen es nun zu „dem einzigarten Treffpunkt für Rennradfahrer“ machen. Als Speisen bietet das Duo eine „feurige Currywurst“ oder „Wuidara Burger“ vom Hirsch an. „Wild ist der Wahnsinn“, erklärt Outdoor-Koch Markus Sämmer. Der Hirsch sei das nachhaltigste, gesündeste und fettärmste Fleisch überhaupt. Wer das nicht mag, kann im Forsthaus auch eine Fitness-Salatbowl mit geräuchertem Saibling aus dem Schliersee bestellen.
Alles ist auf Pedaleure ausgerichtet: der Radl-Treff mit Luftpumpe und Werkzeug, der Brunnen mit UV-gefiltertem Bergquellwasser. An dem Brunnen kann jeder seine Trinkflasche auffüllen, auch wenn er im Forsthaus nichts isst und trinkt. Aber man kann dort auch die gegebenenfalls schon aufgebrauchten Vorräte von Riegeln auffüllen, auch von Manuel Neuer kreiert. Die „Health Yeah“-Snacks sind glutenfrei, sojafrei, ebenso frei von Laktose, Industriezucker sowie Süßungsmitteln und künstlichen Aromen. Dafür in Bio-Qualität, vegan und proteinreich.
Die vier Pushbiker packen ein paar Granola-Geschosse in ihre Trikottaschen, dann geht es weiter. Weiter durch die an diesem Tag saukalte Valepp. Warm wird es auf der weiteren Fahrt Richtung Rotwand. Die Strecke ist wunderschön. Erst durch das Tal an der Albert-Link-Hütte vorbei, dann liegt er einem zu Füßen: der Spitzingsee. Die Gruppe pedaliert den See entlang, rauf auf den Spitzingsattel. Die Gang zieht sich auf dem Pass noch schnell Jacken über, dann geht es abwärts. Fünf Kilometer schießen die „Fantastischen 4“ zu Tal. Unten führt die Straße rechts nach Bayrischzell, links Richtung Schliersee. Sie fahren links, erst am Museum von Markus Wasmeier vorbei, dann über Hausham Richtung Tegernsee.
Am Abend, nach der Ausfahrt, kehren alle im „Bussi Baby“ ein. Korbinian Kohler kommt wieder dazu – ihm gehört auch dieses Hotel. Alle schauen wir in die Speisekarte – und sind ein wenig überfordert. Es riecht köstlich, es sieht alles köstlich aus. Fisch und Meeresfrüchte, viel frisches Gemüse, alles mit asiatischer Note. Sehr lecker.
„Leute“, sagt Christian, „heute war es mit euch besonders schön.“ Morgen steht aber schon der nächste Community Ride an, schließlich ist Donnerstag und donnerstags geht’s wieder auf die Räder, Start ist am Pushbikers-Hauptquartier im alten Kuhstall. Auf drei neuen Strecken jagt die Meute durchs Oberland in den drei Gruppen „Easy“, „Medium“ und „Pro“. Das Motto ist in allen drei Leistungsgruppen das gleiche: „Gmiatlich zusammensein.“ Oder was man halt bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von bis zu 40 km/h in der Gruppe Pro so „gmiatlich“ nennt. Aber sicher ist: „Hier samma richtig!“
Stadt und gleichnamiger Tegernsee liegen im oberbayerischen Landkreis Miesbach. Nachbargemeinden sind Gmund im Norden und Rottach-Egern im Süden. Am westlichen Ufer des Tegernsees liegt Bad Wiessee. Im Gegensatz zu vielen anderen oberbayerischen Seen sind die Ufer des Tegernsees weitgehend öffentlich zugänglich, allerdings dicht mit Schilf bewachsen. Im Süden ragt der Wallberg als Tegernseer Hausberg und Teil des Mangfallgebirges auf 1.722 Meter. Keimzelle des Ortes ist ein Benediktinerkloster aus dem 8. Jahrhundert, das im 19. Jahrhundert von König Maximilian I. Joseph gekauft und als Schloss genutzt wurde. Mit der Wende zum 20. Jahrhundert entwickelte sich Tegernsee zum Kurort und zur Sommerfrische für den europäischen Adel und zog in der Folge auch immer mehr Künstler an. In der Zeit des Nationalsozialismus ließen sich eine Reihe führender Nazi-Funktionäre in der Gegend nieder.
Mit dem Auto: Von München über die A8 bis zur Anschlusstelle Holzkirchen und weiter über die B 318 bis Gmund bzw. Tegernsee.
E-Mobilität: Das Carsharing am Tegernsee nennt sich „eSeeShare“. Insgesamt neun Elektroautos stehen zur Verfügung und bieten die Möglichkeit, ohne eigenes Auto anzureisen und trotzdem vor Ort umweltfreundlich mobil zu sein. Ab 6,90 Euro pro Stunde inkl. 20 Kilometer.
www.tegernsee.com/esee-share
März bis Oktober. Die Region Tegernsee bietet das ganze Jahr über gemäßigte Temperaturen. Das bedeutet, im Sommer wird es weniger heiß als anderswo und im Winter nicht so eisig – im Durchschnitt. Die Sommer gelten als relativ regenreich, Mai und Juni sind die feuchtesten Monate. Der See erwärmt sich im Sommer auf durchschnittlich 22 Grad. Tegernsee, Rottach-Egern und Kreuth gelten zudem als heilklimatische Kurorte, das Klima in den Waldgebieten der Voralpen ist besonders reizarm und mild. In den Bergen bzw. Hochgebirgslagen entlastet die pollen- und staubfreie Luft das Atemsystem.
Christian Grasmanns Shop in Waakirchen bildet das Herzstück des Radsport-Projekts der Maloja Pushbikers. Dort treffen sich Mitglieder des Teams und viele andere Radsportlerinnen und Radsporter zu gemeinsamen Ausfahrten, für Events, zum Kaffee. Werkstatt und Radshop mit der Hausmarke Argon 18 runden das Angebot ab. Von Mai bis September bietet Grasmann Ausfahrten an, jeweils am Donnerstag, ausgehend von seinem Laden in Waakirchen oder der Kreissparkasse in Holzkirchen. Gefahren wird in den drei leistungsorientierten Gruppen Easy, Medium und Pro. Jede Gruppe wird von einem Guide begleitet, das Motto ist bei allen das gleiche: „Gmiatlich zusammensein“. https://pushbikers.com/
Traditionsgaststätte in Tegernsee, mit großem Biergarten und Seeblick, gutbürgerliche Küche. Schon zur Regierungszeit von König Max I. Joseph trafen dort Einheimische auf europäischen Hochadel, es folgten Sommerfrischler und Künstler, Schöne, Reiche, Wichtige, ganz Normale – und „Rennradlfahrer“.https://braustuberl.de/
Neues Lifestyle-Hotel in Bad Wiessee am Tegernsee, nur fünf Gehminuten vom Ufer entfernt. Toller Spa-Bereich mit Infinity-Pool und Seeblick. Schönes Restaurant mit modernem Konzept, südostasiatisch inspiriert. https://bussibaby.com/
Das neu eröffnete Hotel blickt auf eine lange und bewegte Geschichte, die Betreiber machen daraus auch kein Geheimnis. In der Zeit des Nationalsozialismus kaufte der Reichsführer SS Heinrich Himmler das Anwesen und baute es zum Wohnsitz für seine Frau und Tochter um. Seit Kriegsende befindet es sich im Besitz des Freistaats Bayern und wird verpachtet. Behutsam renoviert und umgebaut öffnete es als Hotel „Blyb“ im Frühjahr 2023 seine Pforten. Geschäftsführer Florian Zibert plant auch Veranstaltungen, die der Historie des Hauses Rechnung tragen. Sehr wohnlich, sehr persönlich. https://blyb.co/
Nach eigener Aussage „Bayerns gschmeidigste Vintage-Rennrad-Rundfahrt“. Am 18./19. Juli 2026 warten rund um Tegernsee, Spitzingsee und Schliersee Strecken über 45, 65 oder 100 Kilometer; unterwegs werden „lokale Schmankerln für Beine, Bauch und Augen“ serviert. https://girobavarese.de
Abwechslungsreicher Radmarathon des Skiclub Au zwischen Tegernsee und Chiemsee mit Strecken von 50, 120, 165 und 213 Kilometern. Der Marathon sammelt mehr als 3.000 Höhenmeter und führt am Westufer des Tegernsees entlang. Termin: 22. August 2026 https://wendelsteinrundfahrt.de
Rund 30 Kilometer östlich von Tegernsee liegt Bad Feilnbach – Schauplatz und Startort des Events, das der frühere Profi Marcus Burghardt initiiert hat. Termin: 24.-26. Juli 2026
www.shades-of-speed.eu
Seefestzeit, schwärmen viele Menschen am Tegernsee, sei die schönste Zeit im Jahr. Die Feste werden von Einheimischen wie Gästen gerne besucht: Den Anfang macht das Seefest Rottach-Egern (7. Juli 2026), gefolgt vom Seefest der Stadt Tegernsee (28. Juli 2026) und dem Seefest in Bad Wiessee (14. August 2026). Im Sonnenuntergang gleiten viele Boote übers Wasser und zaubern eine einmalige Stimmung. Markt- und Imbiss-Stände, viel Musik und Vorführungen bereichern das Angebot.
Neben einem abwechslungsreichen Radrevier bietet der Tegernsee dem sportlichen Publikum noch jede Menge andere Attraktionen. Den Wassersportlern sowieso, aber auch Fußgängern in Form von 18 zertifizierten Nordic-Walking-Strecken. Mehr als 650 Kilometer markierter Wanderwege verbinden Seeufer und Bergwelt der bayerischen Voralpen. Wintersportler treffen auf 100 Kilometer Loipen, mehrere Alpin-Skigebiete in der Region stellen 300 Pistenkilometer bereit. Vom Wallberg führt Deutschland längste Naturrodelbahn ins Tal.
Die Wiesseer Heilquellen Adrianus und Königin Wilhelmina sind die stärksten Jod-Schwefelquellen Deutschlands. Das basische Wasser regt das Immunsystem an. Im neuen Jodschwefelbad in Bad Wiessee findet diese Besonderheit ihre architektonische Entsprechung, entworfen vom international ausgezeichneten Architekten Matteo Thun. Es gibt vielerlei Anwendungen, vom klassischen Wannenbad über Sprühnebel-Augenbäder bis zu Inhalationen, dazu finnische Sauna, Biosauna, Dampfbad und mehr.
https://www.jodschwefelbad.de/
Der Tegernsee-Reiseführer. Genuss, Geschichte und Geschichten, Sonja Still, Allitera-Verlag, 18,00 Euro
Kompass-Fahrradkarte 3337, Münchens Süden, Alpenvorland, Maßstab 1:70.000, 9,95 Euro
Wir verlassen Waakirchen auf schmalen Nebenstraßen und via Moosrain und Dürnbach umfahren wir Gmund in einer weiten Schleife. Am Tegernsee entlang, in Rottach-Egern Richtung Südosten unterm Wallberg vorbei und zum ersten Höhepunkt beim kleinen Suttensee. Nach kurzer Abfahrt unterm Schalmeiereck Richtung Norden in die Valepp, fordernd bergauf, am Spitzingsee vorbei und über den Spitzingsattel (1.129 Meter). In rauschender Abfahrt nach Neuhaus und am Ufer des Schliersee entlang über Hausham und versteckte Nebenstraßen wieder zurück nach Waakirchen.
In der Definition von Christian Grasmann ist das eine „flache Tour“, was daran liegt, dass die Strecke die bergige Region des Tegernsees verlässt und das flache bis hügelige Vorland durchstreift. Die nördliche West-Ost-Spange durchschneidet bereits das Revier der Feierabendrunden der Münchner Rennradszene. Bei Valley geht’s zum ersten Mal über die Mangfall, die dem südlichen Gebirgszug den Namen gibt, dann umschlingt die Route den Seehamer „Autobahn-See“ und kreuzt ein weiteres Mal die Mangfall, bevor es an Gmund vorbei zum Ausgangspunkt in Waakirchen geht.
Eine echte „Local-Runde“ über kleine und kleinste Sträßchen im Heimatrevier der Maloja Pushbikers. Die Allerheiligenkapelle in Reichersdorf markiert eine bekannte Sehenswürdigkeit, bevor eine ausgedehnte Schleife das Leitzachtal erkundet und dann Richtung Irschenberg führt – auf der A8 ein Stauschwerpunkt, für Radsportler ein schöner Aussichtsberg mit Blick auf die nahen Alpen. Über den schönen und durchaus kernigen Anstieg bei Niklasreuth nach Wörnsmühl und über Agatharied zurück zum Tegernsee bzw. Ausgangspunkt in Waakirchen.
Der Sylvensteinsee funkelt wie ein türkisfarbenes Juwel in den Bergen und lockt Ausflügler jedweder Couleur auf zwei und vier Rädern magisch an – was dafür spricht, diese Tour nicht an einem Wochenende zu unternehmen, denn nach den Isarauen und ab Lenggries ist die B13 Richtung Stausee streckenweise alternativlos. Am See biegt die Strecke Richtung Osten, überklettert den moderaten Achenpass und folgt der Weißach nach Rottach-Egern. Am südlichen Ortsrand lockt als optionaler Abstecher die Wallbergstraße im Schatten der Rosssteinwand. Am Tegernsee entlang zurück zum Ausgangspunkt.
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