DeutschlandSchwarzwald

Unbekannt

 · 15.11.2010

Deutschland: SchwarzwaldFoto: Frank Heuer

Für Mountainbiker erdacht, führen beschilderte 450 Kilometer über Forstwege und Singletrails von Nord nach Süd durch den Schwarzwald: ”Bike-Crossing Schwarzwald” heißt der verschlungene Pfad, der Mountainbike-Cracks wenig abverlangt. Das richtige Terrain fürs Crossrad!

So macht Rennradfahren richtig Spaß: Auf einem Pfad, nicht breiter als ein Handtuch, streichelt kniehohes Gras die Beine. Wurzeln wachsen quer, ein Bach plätschert drüber. Der Pfad führt bergauf durch morgendlich kühlen Bergwald und dunstig-goldenes Licht, dann über eine offene Wiese, wo die Sonne schon vom Himmel brennt. Die letzten steilen Meter wuchte ich im Wiegetritt. Am Wegrand blüht der Ginster, Kräuter duften und Heuschrecken zirpen. Aus der Ferne klingen Kuhglocken herüber und erinnern daran, dass ich nicht durch mediterrane Hügel streune, sondern tief im Schwarzwald stecke. Genauer: Auf einer Bergwiese, gut 900 Meter hoch über dem Simonswälder Tal und nur wenige Meter unterhalb des Kandelgipfels. Seine legendäre, zwölf Kilometer lange Nordwestauffahrt mit ihren knapp tausend Höhenmetern hat dem 1.241 Meter hohen Berg unter Rennradlern den Ruf als einer der härtesten Brocken des Schwarzwalds eingebracht. Auch die Ostrampe von Simonswald, wo ich am Morgen gestartet bin, hat es nicht weniger in sich. Bloß windet sich statt feinem Asphalt eine geschotterte Naturstraße Kehre um Kehre den Steilhang hinauf und mündet gegen Ende in einen Singletrail. Kein vernünftiger Mensch fährt da mit einem Rennrad hoch und hat auch noch Spaß dabei. Oder doch?

Seit vier Tagen bin ich im Schwarzwald unterwegs, gestartet in Pforzheim im Norden mit dem Ziel Bad Säckingen an der Grenze zur Schweiz – und die meiste Zeit davon abseits asphaltierter Straßen. Es ist holprig. Es ist dreckig. Arme und Beine sind zerkratzt. Und es macht jeden Tag mehr Laune. Ich fahre keinen filigranen Straßenrenner, sondern ein Querfeldeinrad: leichter, robuster Alurahmen, gut zupackende V-Brakes. Und Stollenreifen mit so wenig Luft wie möglich darin, damit sie geschmeidig sind und im Gelände mehr Halt finden. Querfeldein oder neudeutsch “Cyclocross” gilt Rennradfahrern eher als Wintersport: abwechslungsreich, schlammig, schnell – und vor allem kurz. Aber im Sommer und auf einer Langstrecke? Warum nicht?

Den gesamten Artikel und GPS-Daten für diese Touren finden Sie unten als Download:

• Tag 1: Durch den dunklen Norden

67 km, 1.660 Höhenmeter, max. 20 Prozent Steigung

• Tag 2: Aussicht auf Aussichten

74 km, 1.830 Höhenmeter, max. 15 Prozent Steigung T

• Tag 3: Zu Wasserfall und Wurzelteppich

63 km, 1.760 Höhenmeter, max. 22 Prozent Steigung

• Tag 4: Zum weltgrößten Kuckuck

47 Km, 1.330 Höhenmeter, max. 20 Prozent Steigung

•Tag 5: Auf den Kandel

57 km, 1.830 Höhenmeter, max. 17 Prozent Steigung

• Tag 6: Kraftprobe für Kletterer

88 Km, 2.630 Höhenmeter, max. 22 Prozent Steigung

• Tag 7: Fast ausrollen lassen

51 km, 1.070 Höhenmeter, max. 18 Prozent Steigung

  Lichtblicke: Im südlichen Schwarzwald, wie hier unterhalb des Feldbergs, wird das Gelände bergiger, die Landschaft offener
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  Tragepassagen: Wer den „X-ing“-Wegzeichen folgt, muss sein Rad nur selten schultern
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  Zweimal Sommerwetter: Nebel verhängt das Hochmoor bei Kaltenbronn im Nordschwarzwald...
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  ... Fünf Tage später lacht die Sonne überm Touristenziel Titisee.
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