Deutschland: Rennrad-Tour ohne Planung - Mit dem Rennrad spontan durch DeutschlandFoto: Jörg Wenzel

DeutschlandDeutschland: Rennrad-Tour ohne Planung - Mit dem Rennrad spontan durch Deutschland

Unbekannt

 3/28/2016, Lesezeit: 2 Minuten

Straßenkarte, GPS, vorgebuchte Unterkünfte – viele gehen so auf Radreise. Aber was passiert, wenn man all das weglässt und ohne Ziel drauflosfährt? Zwei TOUR-Reporter übten sich im Verzicht.

Herrlich, dass auf nichts Verlass ist. Nicht auf die Bahn, die unseren reservierten Radtransport ablehnt. Nicht aufs Septemberwetter, das sich alles andere als stabil spätsommerlich gibt. Doch für unser Vorhaben sind das beste Bedingungen. Denn wir sind auf der Suche nach purer Improvisation, wollen vier, fünf Tage mit dem Rennrad unterwegs sein, ohne uns festzulegen, ­wohin wir fahren. Ob wir links oder rechts abbiegen oder weiter ­geradeaus fahren, wollen wir nach Wind und Wetter, nach Verkehr und Einkehr entscheiden. Wir haben kein Smartphone dabei, nur uralte Handys in der Trikottasche. Die allerdings brauchen wir gleich.

Wir, das sind der Fotoreporter aus München und der ­Berichterstatter aus Lübeck. Um gemeinsam loszufahren, braucht es also ein Minimum an Vorplanung. Als erstes: Wo könnte man sich treffen? Mitten in Deutschland, ­beschließen wir und wählen als Treff- und damit Startpunkt der Tour den Bahnhof in Mühlhausen, Thüringen. Mühlhausen bietet zwei gute ­Voraussetzungen: Erstens liegt das Thüringer Becken geografisch in der Mitte Deutschlands, zweitens kennen wir uns dort nicht aus.

Zeitreise: Hotel und Gasthaus Jägerheim in Löbsal bei MeißenFoto: Jörg Wenzel
Zeitreise: Hotel und Gasthaus Jägerheim in Löbsal bei Meißen
Himmelszeichen: Am ersten Reisetag schlüpfen wir unter dem Regenbogen in eine unbekannte WeltFoto: Jörg Wenzel
Himmelszeichen: Am ersten Reisetag schlüpfen wir unter dem Regenbogen in eine unbekannte Welt
Bilderbuch: Am Morgen des zweiten Tages folgen wir den Tipps unseres Wirtes in der Linzmühle – der kennt sich mit schönen Landstraßen ausFoto: Jörg Wenzel
Bilderbuch: Am Morgen des zweiten Tages folgen wir den Tipps unseres Wirtes in der Linzmühle – der kennt sich mit schönen Landstraßen aus
Leuchtturm: Die Leuchtenburg: Orientierungshilfe am Ende des ersten und Anfang des zweiten TagesFoto: Jörg Wenzel
Leuchtturm: Die Leuchtenburg: Orientierungshilfe am Ende des ersten und Anfang des zweiten Tages
Stadtbummel: Hübsch unspektakulär: Sonntagnach mittag in der Kleinstadt Weida im Thüringer VogtlandFoto: Jörg Wenzel
Stadtbummel: Hübsch unspektakulär: Sonntagnach mittag in der Kleinstadt Weida im Thüringer Vogtland
Rollerstrecke: Hinter Meißen folgen wir der Elbe auf dem gut ausgebauten RadwegFoto: Jörg Wenzel
Rollerstrecke: Hinter Meißen folgen wir der Elbe auf dem gut ausgebauten Radweg
TOUR-Autor Martin Roos genießt bei Strehla die ­Fährfahrt über den FlussFoto: Jörg Wenzel
TOUR-Autor Martin Roos genießt bei Strehla die ­Fährfahrt über den Fluss
Rudi Schmidt, Gärtner und Radfahrer aus Waldenburg bei Zwickau, erklärt dem TOUR-Autor die beste Strecke zur ElbeFoto: Jörg Wenzel
Rudi Schmidt, Gärtner und Radfahrer aus Waldenburg bei Zwickau, erklärt dem TOUR-Autor die beste Strecke zur Elbe
Gold-Dorf:  Das Rundplatzdorf Tiefengruben wurde im 20. Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" mit "Gold" ausgezeichnetFoto: Jörg Wenzel
Gold-Dorf: Das Rundplatzdorf Tiefengruben wurde im 20. Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" mit "Gold" ausgezeichnet
Landei: Im Landkreis Weimarer Land folgen wir der ­Radwegbeschilderung von Dorf zu DorfFoto: Jörg Wenzel
Landei: Im Landkreis Weimarer Land folgen wir der ­Radwegbeschilderung von Dorf zu Dorf
Zeitreise: Hotel und Gasthaus Jägerheim in Löbsal bei MeißenFoto: Jörg Wenzel
Zeitreise: Hotel und Gasthaus Jägerheim in Löbsal bei Meißen
Himmelszeichen: Am ersten Reisetag schlüpfen wir unter dem Regenbogen in eine unbekannte WeltFoto: Jörg Wenzel
Himmelszeichen: Am ersten Reisetag schlüpfen wir unter dem Regenbogen in eine unbekannte Welt
Himmelszeichen: Am ersten Reisetag schlüpfen wir unter dem Regenbogen in eine unbekannte Welt
Bilderbuch: Am Morgen des zweiten Tages folgen wir den Tipps unseres Wirtes in der Linzmühle – der kennt sich mit schönen Landstraßen aus
Leuchtturm: Die Leuchtenburg: Orientierungshilfe am Ende des ersten und Anfang des zweiten Tages
Stadtbummel: Hübsch unspektakulär: Sonntagnach mittag in der Kleinstadt Weida im Thüringer Vogtland
Rollerstrecke: Hinter Meißen folgen wir der Elbe auf dem gut ausgebauten Radweg
TOUR-Autor Martin Roos genießt bei Strehla die ­Fährfahrt über den Fluss
Rudi Schmidt, Gärtner und Radfahrer aus Waldenburg bei Zwickau, erklärt dem TOUR-Autor die beste Strecke zur Elbe
Gold-Dorf:  Das Rundplatzdorf Tiefengruben wurde im 20. Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" mit "Gold" ausgezeichnet
Landei: Im Landkreis Weimarer Land folgen wir der ­Radwegbeschilderung von Dorf zu Dorf
Zeitreise: Hotel und Gasthaus Jägerheim in Löbsal bei Meißen

Zunächst nervt die Deutsche Bahn. Der IC aus München fällt aus, die Schaffnerin des ­Ersatzzugs, eines ICE, will partout keine ­Räder an Bord nehmen. Reservierung für den ursprünglichen IC hin oder her. Mit der nächstmöglichen Verbindung käme der Fotograf samt Rennrad erst Stunden später in Mühlhausen an – zu spät, um heute noch loszufahren. Da wir aber sowieso kein Tagesziel haben, planen wir einfach um. Drei Stunden, bevor wir unsere Route in Angriff nehmen, entscheiden wir, dass wir uns weiter südlich im thüringischen Arnstadt treffen; das erreicht mein Kollege deutlich früher und wir können noch am frühen Nachmittag starten.

Lagebesprechung am Bahnhof Arnstadt. Ich habe einen Zeitungsausriss dabei, aufgeklaubt in der Regionalbahn. Das Wetterkärtchen, so klein wie eine Briefmarke, verheißt nur für den Osten Sonnenstrahlen. Im Westen – wir brauchen nur den Kopf zu heben – ballen sich Regenwolken. Damit ist der Würfel kurz nach 14 Uhr gefallen: Wir flüchten vor den Wolken Richtung Osten.

Die gesamte Reisereportage mit diesen Touren finden Sie unten als PDF-Download:

• Tag 1: Arnstadt – Kahla-Leubengrund (72 Kilometer, 700 Höhenmeter)
• Tag 2: Kahla-Leubengrund – Zwickau-Mosel (128 Kilometer, 1.300 Höhenmeter)
• Tag 3: Zwickau-Mosel – Löbsal (122 Kilometer, 1.100 Höhenmeter)
• Tag 4: Löbsal – Wurzen (72 Kilometer, 350 Höhenmeter)

  Diesen und weitere Artikel finden Sie in TOUR3/2016: Heft bestellen-> TOUR IOS-App-> TOUR Android-App->Foto: Markus Greber
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