BuchtippLegendäre Pässe mit dem Rennrad

Delius Klasing

 · 14.12.2022

Buchtipp: Legendäre Pässe mit dem RennradFoto: Delius Klasing Verlag
Buchtipp für Rennradfahrer: 30 legendäre Pässe von Frederik Backelandt und David Stockman

Vom Mont Ventoux bis zum Stilfser Joch: Passstraßen sind ein besonderes Sehnsuchtsziel für jeden Rennradfahrer. Im Buch “Legendäre Pässe” gibt’s jede Menge Inspiration für die nächsten Bergfahrten.

Sie sind ein Ausdruck der Kraft der Natur, überragen die Landschaften mit imposanten Höhen und üben eine geradezu magische Anziehungskraft aus, wenn sie ins Blickfeld geraten: die Berge. Sie zu bezwingen übt insbesondere auf Rennradfahrer einen unbändigen Reiz aus. Die größten, aber auch die schönsten Herausforderungen bieten die Gebirgspässe.

 Foto: Delius Klasing Verlag
Atemberaubende Bergpanoramen: Passstraßen sind ein besonderes Sehnsuchtsziel für jeden ambitionierten Radsportler.

Frederik Backelandt und David Stockman haben sich auf den Weg gemacht, um 30 legendäre Rennrad-Pässe in einem Buch zu versammeln – die meisten davon in Frankreich und Italien, aber auch Spanien, Österreich und die Schweiz sind vertreten. Darunter finden sich einige Pässe mit Tour-de-France-Geschichte und solche, die auf keiner Bucket-List fehlen dürfen, wie der Col du Galibier, das Stilfser Joch oder der Mont Ventoux. So verschieden die Pässe auch sind, sie alle haben eines gemeinsam: Sie zu bewältigen bringt die Radsportler an ihre Grenzen – im positiven Sinne.

Der Sportjournalist und der Fotograf sind selbst passionierte Radfahrer. Von ihrer Leidenschaft zeugt der 224 Seiten umfassende, großformatige Bildband. Die imposanten Aufnahmen von David Stockman spiegeln den Facettenreichtum der unterschiedlichen Streckenpässe wider: von kargen Landschaften und schroffen Felsen, über grüne Wiesen mit Kühen bis hin zu schneebedeckten Regionen. Jeder Pass hat seine eigenen Tücken und seinen eigenen Reiz. Mitreißend und so detailliert, als wäre man selbst dabei gewesen, wenn er sich die Anstiege hoch kämpft und die zahlreichen Kurven passiert, sind die Texte von Frederick Backelandt. Aber auch informativ, mit viel Hintergrundwissen versehen und gespickt mit wertvollen Tipps, für die der Autor auf seine persönlichen Radsport-Erfahrungen zurückgreifen kann.

In kurzen Infokästen werden beispielsweise Empfehlungen zu der richtigen Kleidung, Bremstechnik und Kadenz gegeben, aber auch Hinweise, wie man die Abfahrten angehen sollte oder wie sich Gewicht einsparen lässt. Dazu gibt es die passenden Storys zu den Regionen, Strecken und den Radsportlern, die sie gemeistert haben. Reichlich Inspiration also für den nächsten Radurlaub und viele Pässe, die es gilt, einmal selbst hinaufzufahren.

Ein Rennrad-Pass schöner als der andere

Da wäre zum Beispiel das legendäre Alpe d’Huez, das seine Popularität vor allem der Tour de France zu verdanken hat. Das Markenzeichen dieses Passes sind die 21 Haarnadelkurven, von denen jede den Namen eines Tour-Siegers trägt. Die ersten Kilometer und Kurven sind die steilsten, aber auch danach ist der Anstieg kein Zuckerschlecken. Alpe d’Huez ist Schauplatz für viele Triumphe und Tragödien geworden. Wer den Pass auf dem Rad in Angriff nimmt, kann auf den Spuren von Rennrad-Größen wie Eddy Merckx, Marco Pantani und Lance Armstrong fahren.

In der Liste der legendären Rennrad-Pässe darf das Stilfser Joch nicht fehlen. Hier ist auch das berühmte Foto des italienischen Fotografen Tino Petrelli entstanden, der eine geniale Momentaufnahme des erfolgreichen Radrennfahrers Fausto Coppi bei seinem Siegeszug auf dem Stelvio eingefangen hat. 48 Kehren, die zum Teil durch den Wald und zwischen schneebedeckten Gipfeln entlangführen, machen diesen Pass zu etwas ganz Besonderem.

Der Passo di Giau liegt mitten in der atemberaubenden Kulisse der Dolomiten. Wer den passagenweise schmerzhaften Anstieg wagt, wird mit einer einmaligen Aussicht belohnt. Zunächst gilt es aber den zehn Kilometer langen Aufstieg zum Passo di Giau zu überwinden, der mit einer konstanten Steigung von 9,1 Prozent und den 922 Höhenmetern eine echte Herausforderung ist. Aber nichts geht über den intensiven Augenblick des Glücks, wenn man es geschafft hat und den Blick von oben genießen kann. Wenn dann noch ein Bergrestaurant am Gipfel wartet, das ein Stück Sachertorte offeriert, sind die Strapazen schnell vergessen und nach einer kleinen Stärkung steht der Abfahrt nichts mehr im Wege.

Es lohnt sich also, sich ein eigenes Urteil darüber zu bilden, welcher Pass der schwerste oder schönste mit dem Rennrad ist. Am Ende des Buches gibt eine Aufstellung über die 30 Rennrad-Pässe Aufschluss über Distanz, Höhenunterschied, den höchsten Punkt, die Durchschnittssteigung, die Maximalsteigung und das Indexprofil, jeweils ausgehend von einem konkreten Ausgangspunkt. So lässt sich der Schwierigkeitsgrad besser einschätzen und für jeden eine passende Herausforderung finden. Denn, wie schon Radsport-Star Eddy Merckx feststellte: „Der Berg kennt kein Erbarmen.“

Die 30 legendären Rennrad-Pässe im Buch

  • Alpe d’Huez
  • Alto de Angliru
  • Col d’Aubisque
  • Col du Ballon d’Alsace
  • Col de la Bonette
  • Monte Carpegna
  • Cormet de Roselend
  • Col de la Croix de Fer
  • Colle Fauniera
  • Passo Fedaia
  • Col du Galibier
  • Passo Gardena
  • Passo Gavia
  • Passo Giau
  • Gotthardpass
  • Grimselpass
  • Col de l’Iseran
  • Col d’Izoard
  • Lagos de Covadonga
  • Col du Lautaret
  • Col de Peyresourde
  • Pla d’Adet
  • Passo Pordoi
  • Col du Portet
  • Sa Calobra
  • Stilfser Joch
  • Timmelsjoch
  • Col du Tourmalet
  • Drei Zinnen
  • Mont Ventoux