Jens Klötzer
· 10.03.2026
Rennräder mit hochwertigen Rahmen aus Aluminium sind zur Rarität geworden, selbst in der Mittelklasse ist Carbon das dominierende Rahmenmaterial. Cannondale setzt mit dem CAAD14 nun bewusst einen Kontrapunkt. Die US-Marke, die seit 2021 zum niederländischen Branchenriesen Pon (u.a. auch Cervélo, Focus, Santa Cruz) gehört, gilt als Pionier des Aluminium-Rahmenbaus: Die Geschichte mit dem Material reicht bis ins Jahr 1983 zurück. In den 90er-Jahren wurde die Marke mit der Fertigung hochwertiger Aluminiumrahmen vor allem mit Mountainbikes berühmt.
Im Straßensport konnte Cannondale mit besonders leichten und steifen Exemplaren selbst noch in den Nuller-Jahren Akzente setzen, als der Großteil des Radsports bereits auf Carbonrahmen fuhr. Der Ruf des sportlichen, aber robusten und preiswerten „Geheimtipps“ erhielt den CAAD-Modellen noch lange eine überschaubare, aber selten treue Fangemeinde.
Um die CAAD-Rahmen – CAAD steht für Cannondale Advanced Aluminium Design – war es in den letzten Jahren jedoch ruhig geworden. Das zuletzt 2019 erneuerte CAAD13 griff äußerlich die Silhouette des Carbonmodells SuperSix auf, mit fließenden Rohrübergängen und tief angesetzten Sitzstreben. Auch war es nur in relativ preiswerten Ausstattungsvarianten zu haben, was die Kompletträder vergleichsweise schwer und unattraktiv machte. Mit dem relativ schweren und einfach verarbeiteten CAAD Optimo, das zuletzt noch im Programm verblieben war, bediente die US-Marke nur das Einsteiger-Segment.
Das neue Caad14 will nun an die glorreichen Zeiten der Modellreihe anknüpfen. Die Konstruktion trägt mit einer klassische Rahmenform mit dicken Rohren das Grundmaterial offensiv zur Schau. Sauber verschliffene Schweißnähte unterstreichen den hohen Fertigungsanspruch, zudem soll der Rahmen ausgesprochen leicht sein: Der Rahmen des Topmodells CAAD14 1 in der RAW-Lackierung soll 1280 Gramm bei Rahmengröße 56 wiegen, womit er in Reichweite preiswerter Carbonrahmen liegt. Die übrigen Modelle mit Volllackierung erreichen 1410 Gramm, auch das ist für Aluminium sehr leicht. Die Vollcarbon-Gabel bringt 397 Gramm auf die Waage.
Die Geometrie ist betont sportlich: Mit einem Stack-to-Reach-Quotienten von 1,43 sitzt man auf dem CAAD14 rennmäßig gestreckt, der Lenker ist 15 Millimeter tiefer montiert als am CAAD13. Auch im Fahrverhalten soll das Rad an die Ideale alter Schule anknüpfen: Als wendig und messerscharf wird das Handling beschrieben.
Auf den aktuellen Stand der Technik wird das Rad einem UDH-Schaltauge gebracht und die Leitungen am Cockpit wurden komplett integriert. Dafür nutzt Cannondale einen dreieckigen Gabelschaft, wie er auch beim Carbon-Flaggschiff SuperSix zum Einsatz kommt. Für die Top-Ausstattung CAAD14 1 ist sogar eine einteilige Lenkereinheit aus Carbon vorgesehen. Mit einem BSA-Gewinde für das Tretlager und einer runden Sattelstütze im Standarddurchmesser 27,2mm ist das Rad ansonsten bewusst wartungsfreundlich gehalten. In Rahmen und Gabel passen Reifen bis zu 32 Millimeter Breite. Sechs Rahmengrößen von 48 bis 61 Zentimetern werden angeboten.
Den größten Fahrspaß verspricht die Top-Version CAAD14 1, die mit Carbonlenker, Carbon-Laufrädern von Reserve und SRAM Force weniger als acht Kilogramm wiegen soll. Mit einem 1x13-Antrieb von SRAM ist sie allerdings recht speziell ausgestattet, mit einem 50-Zähne-Kettenblatt und 10-46-Kassette sollte man in die Bergen stramme Waden mitbringen. Mit knapp 7500 Euro ist sie auch nicht wesentlich günstiger als vergleichbar ausgestattete Bikes mit Carbonrahmen. Die günstigeren Varianten sollen um neun Kilogramm wiegen, für das Einstiegsmodell mit mechanischer 105 und Laufrädern, Lenker und Sattelstütze aus Alu werden 2499 Euro aufgerufen. Wer mit einer Profi-Ausstattung liebäugelt, um

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