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Mit dem Gravelbike vom Forstweg ins Gelände abbiegen. Das geht mit gefederten Modellen eindeutig besser. Immer beliebter wird die Kategorie True Gravel Suspension mit bis zu 50 Millimeter Federweg. Sieben Modelle im Vergleich.
Kaum ein Thema wurde im Gravel‑Kosmos so kontrovers diskutiert wie die Federung. Fakt ist: Die meisten Gravelbiker fahren überwiegend auf Forstwegen und Asphalt. Dafür sollen die Bikes vor allem leicht, direkt und effizient sein – reduziert auf das Wesentliche. Doch immer mehr Gravelbiker wollen auch vom Forstweg mal auf den Singletrail abbiegen, denn die Spielarten des Gravelbikens werden sukzessive vielfältiger: Bikepacking- und Adventure-Touren, technisch anspruchsvolle Gravel-Rennen – je mehr das Material mitmacht, desto mehr traut man sich auf unbekanntes Terrain. Und was Profi-Racer in der Mountainbike Disziplin Cross Country längst wissen, setzt sich sukzessive auch in der Wahrnehmung der Gravel-Klientel durch: Suspension-Systeme zahlen nicht nur auf den Komfort ein, sie steigern auch die Effizienz jenseits planierter Pisten und beugen Ermüdung vor. Mehr Traktion, weniger Kraftverlust durch Schläge, höhere Fahrgeschwindigkeit auf schlechtem Untergrund und deutlich reduzierte Belastung von Händen, Armen, Oberkörper und Gesäß – viele gute Argumente, sich die noch junge Kategorie genauer anzuschauen.
Der Trend ist noch jung, doch der Markt hat sich bereits ausdifferenziert. Unterscheiden kann man gefederte Gravelbikes in drei Klassen.
Fokus auf Vibrationsdämpfung statt Geländegängigkeit. Steuerrohr‑Systeme, Blattfedergabeln oder gezielter Rahmenflex erhalten das klassische Gravel‑Feeling nahezu vollständig. Ideal für schnelle Pisten, All‑Road‑Einsätze und Langstreckenfahrer, die Komfort suchen, aber keinerlei Einbußen bei Gewicht und Effizienz akzeptieren.
Die radikalste Interpretation: Mountainbike‑Geometrien, großvolumige Reifen und echte MTB‑Fahrwerke – kombiniert mit Rennlenker. Maximal geländeorientiert, extrem souverän, aber schwerer und aerodynamisch im Nachteil. Eine bewusste Alternative zum XC‑Hardtail.
Genau zwischen den oben genannten Polen liegt die Kategorie, die 2026 als goldene Mitte gilt. Sie liefert spürbare Federungsperformance ohne den Charakter eines Gravelbikes zu opfern. True‑Gravel‑Suspension‑Bikes bleiben dem Gravel‑Grundgedanken verpflichtet. Ihre Geometrien sind klar graveltypisch: ausgewogen, effizient, langstreckentauglich. Der Federweg fällt bewusst moderat aus, die Gabeln sind speziell für diesen Einsatzbereich entwickelt – leichter und direkter als klassische MTB‑Fahrwerke.
Der Effekt ist subtil, aber entscheidend: Das Bike bleibt schnell, reagiert präzise, verliert aber seine Nervosität auf grobem Untergrund. Wo ungefederten Rädern Traktion und Ruhe fehlen, fahren True‑Gravel‑Bikes mit höherem Tempo und ruhiger.
Das Arcadex Pro markiert Bianchis bislang konsequentesten Schritt in Richtung True Gravel Suspension. Der aerodynamisch optimierte Carbonrahmen verbindet sportive Linien, laut Hersteller ohne die für technisches Gelände notwendige Robustheit einzubüßen.
Die RockShox Rudy XPLR mit 30mm Federweg arbeitet bewusst straff und filtert harte Schläge effektiv heraus, ohne die direkte Rückmeldung der Front zu verwässern. In Kombination mit der komfortorientierten, aber effizienten Geometrie eignet sich das Arcadex Pro besonders für lange Distanzen mit wechselndem Untergrund. Das integrierte Staufach im Unterrohr unterstreicht den Adventure‑Anspruch. Das Arcadex Pro soll das ideale Tool für Entdecker sein: Es verbindet italienische Design-Eleganz mit echter Offroad-Kompetenz und zeitgemäßer Systemintegration.
Canyon verfolgt mit dem Grizl Rift einen ausgesprochen funktionalen Ansatz. Die DT Swiss F132 ONE RIFT bietet 40 mm Federweg und unterscheidet sich von Konkurrenzprodukten vor allem durch den Lenker‑Remote‑Lockout. Dadurch lässt sich das Bike situativ vom komfortorientierten Offroader zum harten Renngerät transformieren.
In Kombination mit der flexenden Sattelstütze soll ein besonders harmonisches Fahrgefühl entstehen: spürbare Entlastung auf rauem Untergrund, klare Direktheit auf schnellen Passagen. Die „Long‑Reach“-Geometrie sorgt für Laufruhe bei Tempo, ohne das Grizl träge wirken zu lassen.
Das integrierte LOAD‑Staufach und zahlreiche Montagepunkte unterstreichen die Do‑it‑all‑Ambitionen. Das Grizl Rift richtet sich an Fahrer, die mit einem Bike Rennen, Training und Abenteuer abdecken wollen – und dabei ein besonders starkes Preis‑Leistungs‑Verhältnis suchen.
Das Ghost Asket CF basiert auf einem leichten Carbon-Rahmen, kombiniert mit der Fox 32 Float AX Performance Elite, die 40 mm Federweg bietet. Ghost setzt auf eine Geometrie mit kurzem Heck und markantem Sloping, was im Gelände für höhere Bewegungsfreiheit sorgt. Besonders praktisch: Die zahlreichen Montagepunkte für Bikepacking-Equipment verwandeln das Rad im Handumdrehen vom agilen Feierabend-Trailräuber zum abenteuerbereiten Expeditionsmobil.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt, da Ghost hier ein hochwertiges Carbon-Chassis mit dem starken Fox-Fahrwerk und einer zuverlässigen SLX-12-fach-MTB-Gruppe vereint. Das Asket CF Full Party will sich damit als ideale Wahl für Rider anbieten, die ein robustes, vielseitiges Gravelbike suchen, mit dem man sich auch an technische Singletrails trauen kann.
Das Revolt X Advanced Pro 2 ist die Trail-fokussierte Evolution der bewährten Revolt-Plattform. Während das Standard-Modell auf pure Effizienz getrimmt ist, setzt das „X“ konsequent auf Kontrolle im groben Gelände. Herzstück ist die RockShox Rudy XPLR (40 mm), die in Kombination mit dem längeren Radstand und einem optimierten Gabel-Offset für hohe Stabilität auf ruppigen Untergründen und in Geländeabfahrten sorgen soll.
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal in diesem Segment ist die Contact Switch Dropper Post: Die Teleskop-Sattelstütze bietet 100 mm Absenkung für technische Passagen und verfügt zudem über eine integrierte 30-mm-Federung für extra Komfort. Dank des Flip-Chip-Systems am Ausfallende lässt sich der Radstand zudem individuell anpassen, um je nach Terrain Agilität oder maximale Spurtreue zu priorisieren. Ein potenter Offroader für Abenteurer, die die Grenzen zwischen Gravel und MTB gezielt verwischen wollen.
Das Terrel CF Trail ist Propains Antwort auf die Frage, wie viel Mountainbike in ein Gravelbike passt. Als erstes Gravel-Modell der Marke bricht es mit dem Image des filigranen Renners: Der robuste Carbon-Rahmen mit dem markanten „Blend Carbon Layup“ ist auf maximale Haltbarkeit getrimmt und bietet ein integriertes Staufach für Werkzeug oder Windjacke. An der Front arbeiten 40 mm Federweg, während die RockShox Reverb Teleskopstütze mit 75 mm Hub für hohe Bewegungsfreiheit im technischen Gelände sorgt.
Die Geometrie ist mit einem langen Reach und dem verhältnismäßig flachen Lenkwinkel (70,5°) konsequent auf Sicherheit im Offroad-Einsatz ausgelegt. Das Propain Terrel CF Trail richtet sich primär an Rider, die vom Mountainbike kommen und ein Gerät suchen, das technische Singletrails souverän meistert, ohne auf langen Schotteretappen zu viel Effizienz einzubüßen.
In der 2026er „Rudy“-Edition wollen die Kalifornier ihren Highend-Allrounder durch die Integration der RockShox Rudy Ultimate (40 mm) endgültig zur ultimativen Allzweckwaffe für Einsätze jenseits befestigter Wege wandeln. Santa Cruz macht bei diesem Modell den Spagat zwischen einem steifen, auf Vortrieb getrimmten und gleichzeitig vibrationsdämpfenden Carbonrahmen, der dank des bewährten Glovebox-Staufachs im Unterrohr auch in puncto Alltagstauglichkeit überzeugt.
Die Geometrie wurde laut Hersteller gezielt darauf optimiert, bei hohen Geschwindigkeiten Laufruhe zu vermitteln, ohne dabei die Agilität eines Gravel-Racers einzubüßen. Die Ausstattung lässt wenige Wünsche offen und ist standesgemäß im High-End-Bereich angesiedelt: Die Kombination aus den hauseigenen Reserve Carbon-Laufrädern mit lebenslanger Garantie, der präzisen SRAM X0 Eagle AXS-Funkschaltung und dem Rudy Ultimate-Fahrwerk soll den Preis rechtfertigen.
Beim YT Szepter Core 4 ist die Mountainbike-DNA in jeder Faser spürbar. Das Szepter schreit förmlich nach steilen Offroad-Abfahrten – der Versender Young Talent Industries bringt hier seine „Gravity“-Attitüde konsequent ins Gravel-Segment. Die Geometrie bricht mit klassischen Road-Konventionen: Ein extrem langer Reach trifft auf einen kurzen Vorbau, was dem Bike ein Handling verleihen soll, das man sonst eher von aggressiven Trail-Hardtails kennt.
Ein markantes technisches Highlight ist das kurze Sitzrohr mit dem integrierten Fender – eine Lösung, die nicht nur optisch polarisiert, sondern Platz für die SRAM Reverb AXS-Teleskopstütze schafft. In Kombination mit dem flachen 69-Grad-Lenkwinkel und der RockShox Judy Ultimate soll das Szepter damit eine Souveränität im steilen Gelände bieten, die in dieser Klasse ihresgleichen sucht. Wie von YT gewohnt, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis eine echte Ansage: Hier bekommt man High-End-Komponenten und ein progressives Rahmenkonzept zu einem erschwinglichen Kurs. Ein Bike für alle, die Graveln lieber als „Mountainbiken mit Rennlenker“ interpretieren.
True‑Gravel‑Suspension‑Bikes haben sich 2026 am Markt etabliert. Und das aus gutem Grund: Sie bieten echte Gelände‑Performance, ohne Effizienz, Gewicht und Fahrgefühl klassischer Gravelbikes zu opfern. Markante Entwicklungen sind spezielle Gravel-Federgabeln mit 40 mm Federweg und progressive Geometrien, die sich an Trends aus dem Cross-Cuntry-Mountainbiken anlehnen. Wer Rennen fährt, lange Distanzen plant oder technisches Terrain souverän bewältigen will, findet in dieser Kategorie den besten Kompromiss aus Kontrolle, Speed und Vielseitigkeit.

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