48 Prozent ZuwachsBoom der Gravelbikes in Österreich

Kristian Bauer

 · 08.04.2026

48 Prozent Zuwachs: Boom der Gravelbikes in ÖsterreichFoto: Cannondale
Gravelbikes liegen im Trend
Der österreichische Fahrradmarkt verzeichnet 2025 einen leichten Rückgang - die Krise ist weiter spürbar. Große Nachfrage gab es aber bei Gravelbikes: hier wurden 48,3 Prozent mehr verkauft, als im Vorjahr. Der Gesamtumsatz des Fahrradmarkts steigt auf 1,097 Milliarden Euro. Die meisten verkauften Räder haben einen Motor.

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Die ARGE Fahrrad meldet für 2025 einen Absatz von 389.000 Fahrrädern an den österreichischen Sport- und Fahrradfachhandel. Das entspricht einem Rückgang von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz steigt jedoch auf 1,097 Milliarden Euro, was einem Plus von 3,9 Prozent entspricht. 79 Prozent des Umsatzes entfallen auf E-Bikes. Die Zahlen zeigen einen Markt, der sich nach schwierigen Jahren stabilisiert und in einzelnen Kategorien deutliche Wachstumsimpulse setzt. Für den österreichischen Fahrradmarkt sieht der Verband laut der Pressemitteilung positive Signale. Nach den intensiven Abverkäufen in der Saison 2024 habe sich die Lagerstandssituation stabilisiert. Im Jahr 2025 fanden nur noch punktuell Abverkaufsmaßnahmen statt, was zu einer deutlichen Entspannung der Restlagersituation führte.

Gravelbikes als Wachstumstreiber

Gravelbikes entwickeln sich zur stärksten Wachstumskategorie im österreichischen Fahrradmarkt. Mit 29.000 verkauften Einheiten verzeichnet die Kategorie ein Plus von 48,3 Prozent. Bei nicht-elektrischen Gravel-Bikes liegt der Zuwachs sogar bei 74 Prozent. Die Nachfrage wird breiter und erfasst erstmals auch verstärkt den Einsteigerbereich. Männer und Frauen greifen gleichermaßen zu diesen vielseitigen Rädern.

Hans-Jürgen Schoder, Sprecher der ARGE Fahrrad, sieht in dieser Entwicklung ein Signal für die Vielfalt der Fahrradnutzung. Menschen suchen Erlebnisse, wollen draußen unterwegs sein und gleichzeitig sportlich aktiv bleiben. Gravel entwickelt sich zu einer lifestyleorientierten Kategorie mit wachsender Zahl an Events und hoher Nachfrage nach spezifischer Bekleidung und Zubehör. Die Räder werden zunehmend auch im Alltag genutzt und erweitern das Spektrum der Mobilität um eine sportlich geprägte Fortbewegungsform.

Kinderfahrräder wachsen

Zuwächse gibt es nicht nur bei Gravelbikes: Kinderfahrräder verzeichnen 2025 ebenfalls ein starkes Plus. Insgesamt wurden 64.000 Kinder- und Jugendräder verkauft, was einem Wachstum von 9 Prozent entspricht. Eltern legen laut der Pressemitteilung zunehmend Wert auf Qualität, was sich insbesondere rund um das Ostergeschäft positiv bemerkbar macht. Die Verkäufe in diesem Zeitraum entwickelten sich überdurchschnittlich gut. E-Bikes der Kategorie Trekking und SUV-E-Bikes setzen ebenfalls Impulse. Diese alltagstauglichen E-Bikes mit profilierten Reifen, Federgabel, stabilem Rahmen und komfortorientierter Ausstattung verzeichnen ein Plus von 18 Prozent.

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E-Bike-Anteil erreicht neuen Höchststand

E-Bikes halten mit 57 Prozent ihren hohen Marktanteil. Bei E-Bikes für Erwachsene liegt der Anteil bei 69 Prozent – ein neuer Höchststand. Zum Vergleich: In Deutschland lag der E-Bike-Anteil 2025 bei 53 Prozent, in der Schweiz bei 41 Prozent. In Österreich werden E-Bikes stark in der Freizeit und im touristischen Kontext eingesetzt. Die Marktsituation im Jahr 2025 war laut dem Verband ARGE-Fahrrad für einzelne Händler herausfordernd, und die Dynamik variierte regional und betrieblich. “Mit verlässlichen Förderstrukturen und einer konsequent ausgebauten Radinfrastruktur ließe sich das vorhandene Potenzial für die Alltagsnutzung, und damit für die Mobilitätswende, noch deutlich besser ausschöpfen,” erklärt der österreichische Branchenverband ARGE-Fahrrad.

Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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