Felt vermeldet den Verkaufsstart des neuen Race-Gravelbikes Breed. Nach einer eher turbulenten Dekade sollen damit die Weichen für ruhigeres Fahrwasser gestellt werden: 2017 schlüpfte die für ihre innovativen Renn- und Triathlonräder bekannte Marke unter das Dach des Sportartikelriesen Rossignol, nur drei Jahre später wurde sie an den Konzern Pierer Mobility (u.a. KTM Motorrad) verkauft. Die Integration in große Konzerne führte zu zwar professionelleren Strukturen und einem großen Händlernetzwerk, aber auch zu Idenditätsverlust und mangelndem Profil. Nachdem die Pierer-Gruppe im Zuge der Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten war, wurde bereits 2023 der erneute Verkauf der Marke angekündigt. 2025 erfolgte schließlich die Herauslösung. Unter den Ex-Managern Florian Burguet und Cesar Rojo, die bei Pierer bereits als Minderheitsgesellschafter an Bord waren, soll Felt zu seinen Wurzeln zurückkehren. Bereits im vergangenen Jahr wurde ein neues Aero-Rennrad namens Nexar angekündigt, das es aber bislang noch nicht in den offiziellen Verkauf schaffte. Es soll im Lauf des Jahres folgen.
Die zweite Generation des Breed ist ein sportlich ausgerichtetes Race-Gravelbike und nutzt die Aerodynamik-Expertise aus dem Straßenrennrad-Bereich. Es setzt auf ein integriertes Cockpit, das auch am Nexar-Rennrad zum Einsatz kommt. Der Rahmen ist in zwei Carbon-Varianten verfügbar. Die hochwertige FRD-Variante soll in Größe 54 genau 950 Gramm wiegen. Das Komplettrad in Top-Ausstattung soll nur knapp über sieben Kilogramm liegen, was einer deutlichen Gewichtsreduktion von mehr als 20 Prozent gegenüber der ersten Breed-Generation entspricht.
Die Rahmengeometrie übernimmt laut Hersteller Reach- und Stack-Werte von Felts Aero-Straßenrennrädern. Der Stack-To-Reach-Wert von 1,48 (für Größe 56) spricht für eine sportliche, aber nicht zu gestreckte Sitzposition. Ein flacherer Lenkwinkel verbessert die Kontrolle auf losem Untergrund, der längere Radstand erhöht die Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten. Felt bietet sechs Rahmengrößen an, die jeweils individuell entwickelt wurden. Die Stack- und Reach-Abstufung zwischen den Größen wurde neu berechnet, um extreme Anpassungen am Cockpit zu vermeiden.
Der Rahmen bietet Platz für bis zu vier Flaschenhalter. Vorne passen Reifen bis 54 Millimeter Breite, hinten bis 52 Millimeter. Ab Werk rollt das Breed auf 45-Millimeter-Reifen von Continental. Die Rahmen sind mit Federgabeln und Teleskopsattelstützen kompatibel.
Der Luftwiderstand soll um 10,5 Prozent reduziert worden sein. Nähere Angaben zu den Randbedingungen dieses Wertes machte Felt nicht. Die Verbesserung soll durch drei Maßnahmen zustandekommen: optimierte Rohrprofile mit geradlinigeren Übergängen, eine neu entwickelte Gabel für besseren Luftfluss um breite Reifen und das einteilige Carbon-Cockpit. Die Sitzstreben wurden kürzer und tiefer positioniert, um die Stirnfläche zu reduzieren.
Das integrierte Cockpit wiegt unter 300 Gramm und spart gegenüber einer konventionellen Aluminium-Kombination aus Vorbau und Lenker etwa 30 Prozent Gewicht. Felt bietet das Cockpit in drei Größen für die verschiedenen Rahmengrößen an. Die Vorbaulängen reichen von 80 bis 100 Millimeter, die Lenkerbreite an den Bremshebeln von 360 bis 400 Millimeter. Felt stellt Händlern verschiedene Lenkergrößen zur Verfügung, um die Anpassung zu erleichtern.
Felt bietet das Breed in fünf Varianten an. Die beiden teuersten Modelle nutzen den leichten FRD-Rahmen und das integrierte Carbon-Cockpit. Geschaltet wird mit SRAM Red oder Force XPLR AXS, die Gewichte sollen bei 7,0 bzw. 7,9 Kilogramm liegen.
Das Expert-Modell nutzt den einfacheren UD Carbonrahmen mit dem integriertem Carbon-Cockpit. Die Schaltung ist SRAM Rival AXS ohne Powermeter, das Gewicht beträgt 8,3 Kilogramm. Die Variante Race verzichtet auf das integrierte Cockpit und nutzt stattdessen einen Aluminium-Lenker samt -Vorbau von FSA. Die Schaltung ist SRAM Apex AXS, die Einstiegsvariante soll 9,2 Kilogramm wiegen.
Der FRD-Rahmen ist auch einzeln erhältlich. Preise zu den Varianten wurden in der Ankündigung noch nicht kommuniziert.

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