Bikepacking-RadDas richtige Rad für eine Bikepacking-Tour

Sandra Schuberth

 · 25.02.2026

Bikepacking-Rad: Das richtige Rad für eine Bikepacking-TourFoto: Piarazzi
​Du willst zum ersten Mal bikepacken gehen, fragst dich aber, ob dein Rad dafür überhaupt geeignet ist? Vielleicht steht ein Rennrad im Keller. Vielleicht ein Trekkingrad. Vielleicht fährst du noch gar nicht regelmäßig und überlegst, ob du dir extra ein Gravelbike kaufen musst. Die beruhigende Antwort zuerst: Fast jedes Rad kann ein Bikepacking-Rad sein.

Bevor du dich von perfekten Set-ups auf Social Media verunsichern lässt, stell dir eine einfache Frage: Hast du ein funktionierendes Fahrrad?

Das perfekte Bikepacking-Rad?

Wenn ja, voilà, dein Bikepacking-Rad! Jedenfalls für’s erste Mal wird es gut genug sein. Vielleicht startest du mit einem Overnighter, um die erste Bikepacking-Luft zu schnuppern. Samstag los, Sonntag zurück.

Für eine Bikepacking-Tour brauchst du kein spezielles Bikepacking-Modell. Dein Rad sollte aber zuverlässig bremsen, die Gänge sollten zu deinem Gelände passen und die Reifen auf dem Untergrund funktionieren, den du fahren willst. Das genügt für den Anfang.

Ein Rad mit zig Ösen am Rahmen oder integriertem Staufach im Unterrohr kann praktisch sein, ist aber keine Voraussetzung, um loszufahren. Alles, was du brauchst, ist ein Fahrrad – und eine Tour, die dazu passt.

Es kann ein Gravelbike sein. Ein Rennrad. Ein Mountainbike. Ein altes Trekkingrad.

Tour und Rad müssen zusammen passen

Entscheidend für die Fahrradwahl ist deine Route. Oder andersherum. Plane deine Route so, dass sie zu deinem Rad passt. Und zu dir.

Fährst du überwiegend Asphalt, funktioniert ein Rennrad wunderbar. Es rollt leicht, ist effizient und macht gerade auf längeren Straßenetappen richtig Spaß. Mit etwas breiteren Reifen sind auch schlechte Straßen und sogar leichte Feld- und Waldwege kein Problem.

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Willst du lieber auf Schotter, Waldwegen und gemischtem Terrain fahren, ist ein Gravelbike die bessere Wahl. Es ist schnell genug für die Straße und bringt gleichzeitig Komfort und Sicherheit ins Gelände. Wegen dieser Vielseitigkeit ist es für viele Einsteigerinnen eine gute Wahl.

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Wird es richtig grob, technisch oder sehr steil, spielt ein Mountainbike seine Stärken aus. Mehr Reifenbreite, mehr Kontrolle, meist leichtere Gänge – gerade mit Gepäck macht das einen Unterschied.

Ich selbst war schon mit Rennrad und mit Gravelbike bikepacken, je nachdem, was für eine Route ich geplant hatte oder was mein Ziel war: Schnell von A nach B kommen, weil in B ein Familientreffen anstand oder unterwegs sein. Auf Asphalt liebe ich das Rennrad. Sobald es länger über Schotter geht oder ich flexibel sein will, ist das Gravelbike das Rad der Wahl.

Wenn du dir also ein neues Rad kaufen willst und möglichst viele Optionen offenhalten möchtest, ist ein Gravelbike für viele Bikepacking-Touren die vielseitigste Wahl. Wenn es deutlich technischer wird, macht ein Mountainbike mehr Sinn. Und für reine Straßentouren reicht ein Rennrad völlig aus.

Kleine Gänge sind Gold wert

Mit Gepäck fühlen sich Anstiege plötzlich doppelt so steil an. Schieben kann zwar eine angenehme Abwechslung sein, ist auf Dauer aber frustrierend und nervig. Gerade wenn du in bergigem Terrain unterwegs bist, empfehle ich eine möglichst leichte Übersetzung. Einen zu leichten Gang habe ich auf einer Bikepacking-Tour noch nicht erlebt.

Gleichzeitig erstaunt es mich im Nachhinein, wie ich das Bikepacking-Rennen Badlands mit eher schweren Übersetzung gefahren bin (38-42) – also mit Gängen, die für die steilen Anstiege eigentlich alles andere als ideal waren. Nicht, dass ich die Übersetzung so schwer gewählt hätte für die steilen Anstiege und die vielen Höhenmeter, aber es war das, was ich hatte. Und es hat auch funktioniert.

Macht das Mut, mit deinem Rad loszufahren, so wie es gerade dasteht?

Fahrrad-Check vor der Tour

Bevor du losfährst, lohnt sich ein kurzer Fahrrad-Check, damit deine Tour nicht am Material scheitert.

Bremsen

Sind die Bremsbeläge noch dick genug? Greifen die Bremsen sauber oder fühlt sich der Hebel schwammig an? Auf deine Bremsen musst du dich verlassen können.

Reifen

Sind sie stark abgefahren, porös oder haben schon kleine Risse? Sitzen sie ordentlich auf der Felge und halten die Luft? Ein platter Reifen unterwegs ist kein Drama. Aber mit ausgedientem Material zu starten, muss nicht sein.

Schaltung

Lässt sich sauber durch alle Gänge schalten? Springt die Kette? Rattert es stark? Unter Last mit Gepäck fallen schlecht eingestellte Schaltungen schneller auf.

Kette

Ist sie stark rostig oder sichtbar verschlissen? Eine neue Kette ist günstiger als eine neue Kassette – und fährt sich deutlich angenehmer. Wenn du dir unsicher bist, geh lieber einmal zum Fahrradladen deines Vertrauens.

Alles fest?

Sitzen Vorbau, Lenker und Sattelstütze wirklich fest? Ein lockerer Lenker ist kein kleines Problem, sondern kann zu einem heftigen Sturz führen.

​Wenn alles passt, kann’s ans Packen gehen. Was wirklich mitmuss, hängt von deiner Tour ab. In diesem Artikel findest du Fragen und Anregungen, die dir helfen, deine eigene Packliste zu entwickeln.

Das Wichtigste

Alles, was du brauchst, ist ein Fahrrad und eine Idee für deine Tour. Für deine erste Tour zählt vor allem, dass dein Rad zuverlässig funktioniert und du dich darauf wohlfühlst.

Das beste Bikepacking-Rad ist das, mit dem du losfährst, denn die meisten Abenteuer scheitern nicht am falschen Rad, sondern daran, dass man gar nicht erst losfährt.

Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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