Argon 18 Anti MatterNeuer Gravel-Renner mit Aero-Ambitionen

Jens Klötzer

 · 13.05.2026

Fokus auf Aerodynamik: Das Argon 18 Anti Matter wurde speziell für den Renneinsatz entwickelt
Foto: Argon 18
Argon 18 stellt das Anti Matter vor, ein Gravel-Rennrad mit Fokus auf Aerodynamik. Der Hersteller entwickelte Rahmen, Cockpit und Komponenten als aufeinander abgestimmte Einheit in über 800 Stunden CFD-Simulation und 45 Stunden Windkanal-Tests

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Vincent Lemay, Vice-President of Research & Development bei Argon 18, beschreibt die Entwicklung als komplette Neuausrichtung von Geschwindigkeit und Kontrolle für moderne Gravel-Rennen. Das kanadische Unternehmen verfolgte bei der Konstruktion einen systemischen Ansatz, bei dem Rahmen und Komponenten von Anfang an als Einheit entstanden. Alexandre Côté, Product Director, sieht in dem Rad einen “bedeutenden Schritt für Argon 18 im Gravel-Segment.”

Aufwendige Entwicklung

Die Ingenieure arbeiteten laut Hersteller über 800 Stunden an CFD-Simulationen und führten 45 Stunden Windkanal-Tests durch. Dabei entstanden mehr als 130 verschiedene Rohrprofil-Varianten. Das Ergebnis soll einen aerodynamischen Vorteil von 14,5 Watt gegenüber dem Dark Matter liefern, dem eher Endurance-lastigen Gravelbike im Programm, gemessen bei Rennbedingungen mit +/–15° Anströmwinkel und windgemitteltem Luftwiderstand bei 45 km/h. Diese Randbedingungen klingen für den Geländeeinsatz optimistisch und dürften maximal für Profis auf der Zielgeraden zutreffen, ein Vorteil dürfte sich bei geringeren Geschwindigkeiten entsprechend reduzieren. Der Entwicklungsprozess zielte laut Argon18 darauf ab, Rennrad-Effizienz auf Schotterpisten zu erreichen, ohne Stabilität oder Steifigkeit bei schwierigen Bedingungen zu beeinträchtigen.

Aero-Rahmen mit Race-Fit

Der Rahmen nutzt CFD-optimierte Rohrprofile und abgesenkte Sitzstreben, die laut Hersteller Aerodynamik-Effizienz und Komfort verbessern sollen. Ein übergroßes T47-Tretlager soll maximale Kraftübertragung ermöglichen. Die Geometrie ist auf Renneinsatz ausgelegt und soll bei hohen Geschwindigkeiten direktes Handling bieten. Die veröffentlichten Geometrie-Maße deuten auf eine sportlich ausgerichtete Sitzposition: Der Stack-To-Reach-Wert in mittlerer Größe liegt bei 1,44. Der Rahmen bietet Platz für Reifen bis 55 mm Breite. Ein UDH-Schaltauge, die runde Standard-Sattelstütze und ein 1-1/8" rundes Steuerrohr sorgen für breite Kompatibilität.

Aerodynamisches Cockpit, aerodynamische Taschen

Die zugehörige Lenkereinheit soll die Front-Aerodynamik verbessern und eine präzise Rennposition ermöglichen. Argon 18 entwickelte außerdem eigene Aero-Flaschenhalter und arbeitete mit den Spezialisten von Apidura an Rahmentaschen, die Rennausrüstung transportieren sollen, ohne die Aerodynamik zu beeinträchtigen.

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SRAM only, hohe Preise

Das Anti Matter ist in drei Ausstattungsvarianten verfügbar. Die Top-Version mit SRAM Red AXS XPLR ist komplettiert mit ZIPP 303 XPLR-Laufrädern und Schwalbe G-One RS PRO Reifen, als Bonus gibt es Keramiklager im Tretlager und Steuersatz. Mit knapp 12.000 Euro sprengt sie aber fast die Preisskala für Gravelbikes.

Die mittlere Variante mit SRAM Force AXS XPLR kostet 8.495 Euro, mit SRAM Rival liegt das Rad immer noch bei 5.995 Euro. Immerhin ist bei allen Varianten die Rahmentasche von Apidura mit dabei. Ab Dezember soll ein Frameset für 4.995 Euro auf den Markt kommen.

Vorbestellungen sind möglich, die Auslieferung an Argon 18-Händler beginnt im Mai 2026. Kunden können das Rad über lokale Händler kaufen, die über den Dealer Locator auf Argon18.com zu finden sind.

Jens Klötzer

Jens Klötzer

Redakteur

Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.

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