Rennräder des Jahres 2021: Herausragende Rennräder der TOUR-TestsFoto: Kerstin Leicht

TOUR TransalpRennräder des Jahres 2021: Herausragende Rennräder der TOUR-Tests

Julian Schultz

 12/13/2021, Lesezeit: 12 Minuten

Testsiege in TOUR sind ein sehr guter Maßstab beim Radkauf – aber nicht alles: Zum Saisonabschluss haben wir aus mehr als 100 Rädern des Testjahrgangs 2021 sieben Rennräder und Gravelbikes ausgewählt, die uns in besonderer Erinnerung geblieben sind – und vier TOUR-Kollegen damit auf Probefahrt geschickt, die normalerweise keine Räder testen.

Nicht viele Konkurrenten hat unser beliebtester Aero-Bolide des Jahres. Schließlich zählt das Merida Reacto Team-E mit 209 Watt bei 45 km/h zu den schnellsten Rädern, die TOUR bislang im GST-Windkanal in Immenstaad gemessen hat.Foto: Kerstin Leicht
Nicht viele Konkurrenten hat unser beliebtester Aero-Bolide des Jahres. Schließlich zählt das Merida Reacto Team-E mit 209 Watt bei 45 km/h zu den schnellsten Rädern, die TOUR bislang im GST-Windkanal in Immenstaad gemessen hat.
„Einfach nur wow!“ Mehr bringt Birgit Waxenberger kaum heraus. Mit einem breiten Grinsen steht sie neben ihrem Testrad. Ihre Augen strahlen mit der türkisblauen Lackierung des Wettkampfboliden um die Wette. Das Wilier Filante SLR hat es der 35-Jährigen angetan: „Schon nach wenigen Metern“, sagt sie. Am liebsten würde sie das Rad nicht mehr herausrücken, so fest umgreift sie den Lenker. Dagegen hat natürlich nicht nur Wilier etwas, denn wie alle TOUR-Testräder geht auch das Filante wieder an den Hersteller zurück. Aber auch ihre Mitstreiter wollen mit dem Italo-Renner noch ihre Runden drehen, sich selbst ein Urteil bilden und es mit den anderen Modellen vergleichen.Foto: Kerstin Leicht
„Einfach nur wow!“ Mehr bringt Birgit Waxenberger kaum heraus. Mit einem breiten Grinsen steht sie neben ihrem Testrad. Ihre Augen strahlen mit der türkisblauen Lackierung des Wettkampfboliden um die Wette. Das Wilier Filante SLR hat es der 35-Jährigen angetan: „Schon nach wenigen Metern“, sagt sie. Am liebsten würde sie das Rad nicht mehr herausrücken, so fest umgreift sie den Lenker. Dagegen hat natürlich nicht nur Wilier etwas, denn wie alle TOUR-Testräder geht auch das Filante wieder an den Hersteller zurück. Aber auch ihre Mitstreiter wollen mit dem Italo-Renner noch ihre Runden drehen, sich selbst ein Urteil bilden und es mit den anderen Modellen vergleichen.
„Einfach nur wow!“ Mehr bringt Birgit Waxenberger kaum heraus. Mit einem breiten Grinsen steht sie neben ihrem Testrad.Foto: Kerstin Leicht
„Einfach nur wow!“ Mehr bringt Birgit Waxenberger kaum heraus. Mit einem breiten Grinsen steht sie neben ihrem Testrad.
Insgesamt sieben Räder warten an diesem sonnigen Herbsttag darauf, getestet zu werden.Foto: Kerstin Leicht
Insgesamt sieben Räder warten an diesem sonnigen Herbsttag darauf, getestet zu werden.
Insgesamt mehr als 100 Räder – von hochgezüchteten Aero-Boliden bis zu abenteuertauglichen Gravelbikes – testeten wir in diesem Jahr für unsere Leser.Foto: Kerstin Leicht
Insgesamt mehr als 100 Räder – von hochgezüchteten Aero-Boliden bis zu abenteuertauglichen Gravelbikes – testeten wir in diesem Jahr für unsere Leser.
Einen Mehrwert bietet etlichen Rennradlern längst auch das Gravelbike: ob als Zweit-, Pendler- oder Winterrad.Foto: Kerstin Leicht
Einen Mehrwert bietet etlichen Rennradlern längst auch das Gravelbike: ob als Zweit-, Pendler- oder Winterrad.
Kristian Bauer, der mit dem zweiten Offroad-Rad aus unserem Fuhrpark auf den schnurgeraden Schotterweg am Isarkanal einbiegt – und dem Giant TCX Advanced Pro 0 die Sporen gibt.Foto: Kerstin Leicht
Kristian Bauer, der mit dem zweiten Offroad-Rad aus unserem Fuhrpark auf den schnurgeraden Schotterweg am Isarkanal einbiegt – und dem Giant TCX Advanced Pro 0 die Sporen gibt.
Ohnehin fällt auf: Die unterschiedlichen Schaltungssysteme – ob mechanisch oder elektronisch, günstig oder teuer – bestimmen die Gespräche der Testfahrer.Foto: Kerstin Leicht
Ohnehin fällt auf: Die unterschiedlichen Schaltungssysteme – ob mechanisch oder elektronisch, günstig oder teuer – bestimmen die Gespräche der Testfahrer.
„Einfach nur wow!“ Mehr bringt Birgit Waxenberger kaum heraus. Mit einem breiten Grinsen steht sie neben ihrem Testrad. Ihre Augen strahlen mit der türkisblauen Lackierung des Wettkampfboliden um die Wette. Das Wilier Filante SLR hat es der 35-Jährigen angetan: „Schon nach wenigen Metern“, sagt sie. Am liebsten würde sie das Rad nicht mehr herausrücken, so fest umgreift sie den Lenker. Dagegen hat natürlich nicht nur Wilier etwas, denn wie alle TOUR-Testräder geht auch das Filante wieder an den Hersteller zurück. Aber auch ihre Mitstreiter wollen mit dem Italo-Renner noch ihre Runden drehen, sich selbst ein Urteil bilden und es mit den anderen Modellen vergleichen.Foto: Kerstin Leicht
„Einfach nur wow!“ Mehr bringt Birgit Waxenberger kaum heraus. Mit einem breiten Grinsen steht sie neben ihrem Testrad. Ihre Augen strahlen mit der türkisblauen Lackierung des Wettkampfboliden um die Wette. Das Wilier Filante SLR hat es der 35-Jährigen angetan: „Schon nach wenigen Metern“, sagt sie. Am liebsten würde sie das Rad nicht mehr herausrücken, so fest umgreift sie den Lenker. Dagegen hat natürlich nicht nur Wilier etwas, denn wie alle TOUR-Testräder geht auch das Filante wieder an den Hersteller zurück. Aber auch ihre Mitstreiter wollen mit dem Italo-Renner noch ihre Runden drehen, sich selbst ein Urteil bilden und es mit den anderen Modellen vergleichen.
Nicht viele Konkurrenten hat unser beliebtester Aero-Bolide des Jahres. Schließlich zählt das Merida Reacto Team-E mit 209 Watt bei 45 km/h zu den schnellsten Rädern, die TOUR bislang im GST-Windkanal in Immenstaad gemessen hat.Foto: Kerstin Leicht
Nicht viele Konkurrenten hat unser beliebtester Aero-Bolide des Jahres. Schließlich zählt das Merida Reacto Team-E mit 209 Watt bei 45 km/h zu den schnellsten Rädern, die TOUR bislang im GST-Windkanal in Immenstaad gemessen hat.
„Einfach nur wow!“ Mehr bringt Birgit Waxenberger kaum heraus. Mit einem breiten Grinsen steht sie neben ihrem Testrad. Ihre Augen strahlen mit der türkisblauen Lackierung des Wettkampfboliden um die Wette. Das Wilier Filante SLR hat es der 35-Jährigen angetan: „Schon nach wenigen Metern“, sagt sie. Am liebsten würde sie das Rad nicht mehr herausrücken, so fest umgreift sie den Lenker. Dagegen hat natürlich nicht nur Wilier etwas, denn wie alle TOUR-Testräder geht auch das Filante wieder an den Hersteller zurück. Aber auch ihre Mitstreiter wollen mit dem Italo-Renner noch ihre Runden drehen, sich selbst ein Urteil bilden und es mit den anderen Modellen vergleichen.Foto: Kerstin Leicht
„Einfach nur wow!“ Mehr bringt Birgit Waxenberger kaum heraus. Mit einem breiten Grinsen steht sie neben ihrem Testrad. Ihre Augen strahlen mit der türkisblauen Lackierung des Wettkampfboliden um die Wette. Das Wilier Filante SLR hat es der 35-Jährigen angetan: „Schon nach wenigen Metern“, sagt sie. Am liebsten würde sie das Rad nicht mehr herausrücken, so fest umgreift sie den Lenker. Dagegen hat natürlich nicht nur Wilier etwas, denn wie alle TOUR-Testräder geht auch das Filante wieder an den Hersteller zurück. Aber auch ihre Mitstreiter wollen mit dem Italo-Renner noch ihre Runden drehen, sich selbst ein Urteil bilden und es mit den anderen Modellen vergleichen.
„Einfach nur wow!“ Mehr bringt Birgit Waxenberger kaum heraus. Mit einem breiten Grinsen steht sie neben ihrem Testrad. Ihre Augen strahlen mit der türkisblauen Lackierung des Wettkampfboliden um die Wette. Das Wilier Filante SLR hat es der 35-Jährigen angetan: „Schon nach wenigen Metern“, sagt sie. Am liebsten würde sie das Rad nicht mehr herausrücken, so fest umgreift sie den Lenker. Dagegen hat natürlich nicht nur Wilier etwas, denn wie alle TOUR-Testräder geht auch das Filante wieder an den Hersteller zurück. Aber auch ihre Mitstreiter wollen mit dem Italo-Renner noch ihre Runden drehen, sich selbst ein Urteil bilden und es mit den anderen Modellen vergleichen.
„Einfach nur wow!“ Mehr bringt Birgit Waxenberger kaum heraus. Mit einem breiten Grinsen steht sie neben ihrem Testrad.
Insgesamt sieben Räder warten an diesem sonnigen Herbsttag darauf, getestet zu werden.
Insgesamt mehr als 100 Räder – von hochgezüchteten Aero-Boliden bis zu abenteuertauglichen Gravelbikes – testeten wir in diesem Jahr für unsere Leser.
Einen Mehrwert bietet etlichen Rennradlern längst auch das Gravelbike: ob als Zweit-, Pendler- oder Winterrad.
Kristian Bauer, der mit dem zweiten Offroad-Rad aus unserem Fuhrpark auf den schnurgeraden Schotterweg am Isarkanal einbiegt – und dem Giant TCX Advanced Pro 0 die Sporen gibt.
Ohnehin fällt auf: Die unterschiedlichen Schaltungssysteme – ob mechanisch oder elektronisch, günstig oder teuer – bestimmen die Gespräche der Testfahrer.
„Einfach nur wow!“ Mehr bringt Birgit Waxenberger kaum heraus. Mit einem breiten Grinsen steht sie neben ihrem Testrad. Ihre Augen strahlen mit der türkisblauen Lackierung des Wettkampfboliden um die Wette. Das Wilier Filante SLR hat es der 35-Jährigen angetan: „Schon nach wenigen Metern“, sagt sie. Am liebsten würde sie das Rad nicht mehr herausrücken, so fest umgreift sie den Lenker. Dagegen hat natürlich nicht nur Wilier etwas, denn wie alle TOUR-Testräder geht auch das Filante wieder an den Hersteller zurück. Aber auch ihre Mitstreiter wollen mit dem Italo-Renner noch ihre Runden drehen, sich selbst ein Urteil bilden und es mit den anderen Modellen vergleichen.
Nicht viele Konkurrenten hat unser beliebtester Aero-Bolide des Jahres. Schließlich zählt das Merida Reacto Team-E mit 209 Watt bei 45 km/h zu den schnellsten Rädern, die TOUR bislang im GST-Windkanal in Immenstaad gemessen hat.

Insgesamt sieben Räder warten an diesem sonnigen Herbsttag darauf, getestet zu werden. Noch mal getestet zu werden, um genau zu sein. Alle Modelle gingen in diesem Jahr schon einmal durch die Hände unserer Redakteure um Testleiter Jens Klötzer. Sie wurden vermessen, gefahren und bewertet. Als Einzeltest oder als Vergleichstest. Warum wir sie noch mal eingeladen haben? Weil uns jene Räder aus den unterschiedlichsten Gattungen besonders in Erinnerung geblieben sind. Unabhängig von ihrer Gesamtnote sind sie: unsere Räder des Jahres 2021.

Diverses Meinungsbild

Wie unterschiedlich die Eindrücke sein können, wird bei den Testfahrten auf unserer Haus-und-Hof-Strecke durch den Münchner Süden deutlich. Sehr schnell sogar. Zwar schwärmen alle vier Tester aus den verschiedenen TOUR-Ressorts mehr oder weniger über das Wilier. „Ich hatte direkt beim Losfahren den Eindruck, dass ich fliege. Im Wiegetritt fühlt es sich an, als ob man den Berg hochläuft“, sagt etwa Kristian Bauer, der in seinem Leben auch schon den einen oder anderen echten Berglauf absolviert hat. Bei einem 6,9 Kilogramm schweren High-End-Rad mit leichten Corima-Läufrädern und elektronischer Dura-Ace-Schaltung überraschen die Lobeshymnen nicht – genauso wenig wie der stolze Preis von mehr als 10.000 Euro, mag man fast sagen. Doch schon beim nächsten (hochpreisigen) Top-Renner scheiden sich die Geister.

„Das Rad ist mir zu sehr auf eine Nutzung ausgelegt und zu nischig“, rümpft Autor und Redakteur Jörg Wenzel nach seiner Runde mit dem Specialized S-Works Aethos die Nase. Der TOUR-Reiseexperte spielt damit auf das Gewicht des Marathonmodells an. Das beeindruckende Gewicht. Denn trotz Scheibenbremsen bringt das Komplettrad nur 6,1 Kilogramm auf die Waage. Es liegt damit unter der Gewichtsgrenze, für die wir die Note 1,0 vergeben. Das Aethos sehnt sich damit förmlich nach steilen Rampen. Doch Wenzel, der auf unserer Strecke mehrmals einen Anstieg mit durchschnittlich fünf Prozent erklomm, hätte sich mehr erwartet. Im Gegensatz zu Konstantin Rohé. „Das ist für mich das Rad, das am meisten heraussticht. Das geringe Gewicht ist sofort spürbar, der Aha-Effekt am größten“, urteilt der TOUR-Redakteur für Fitness- und Online-Themen. Wenn da nur der Preis nicht wäre. Schließlich ist das Fliegengewicht für 13.000 Euro eines der teuersten Räder, die wir bislang in der Redaktion hatten.

Mehr als 100 Testräder

Insgesamt mehr als 100 Räder – von hochgezüchteten Aero-Boliden bis zu abenteuertauglichen Gravelbikes – testeten wir in diesem Jahr für unsere Leser. Wobei auch TOUR mit den Lieferproblemen infolge der Corona-Pandemie zu kämpfen hatte. Zum Vergleich: In „normalen“ Jahren durchlaufen bis zu doppelt so viele Räder das aufwendige Testprozedere. Neben unserem renommierten Prüfverfahren in Zusammenarbeit mit dem Zedler-Institut für Fahrradtechnik und -Sicherheit achten wir dabei auf homogene Testfelder – anhand von Preispunkten oder Kategorien. Nur so ergeben sich realistische Vergleichswerte für die Räder und damit der Mehrwert für unsere Leser.

Ausflug ins Gelände

Einen Mehrwert bietet etlichen Rennradlern längst auch das Gravelbike: ob als Zweit-, Pendler- oder Winterrad. In unser „Best of 2021“ schafft es mit dem Canyon Grizl CF SL 8 ein „tolles Allround-Rad“, wie Birgit Waxenberger festhält. Die Reaktion unserer Online-Mitarbeiterin fällt zwar nicht ganz so überschwänglich aus wie beim Wilier. Kein Wow-Effekt also. Doch wie ihre männlichen Kollegen schätzt sie am Offroad-Bike aus Koblenz den hervorragenden Komfort. „Selbst ein kleiner Trail mit Wurzeln war kein Problem“, bilanziert Jörg Wenzel und steigt nach seinem Schotterausflug entlang der Isar vom Rad. „Die breiten Reifen und die Sattelstütze sind richtig gut“, ergänzt Rohé. Auf unserem Testmodell sind 45 Millimeter breite Schwalbe-Pneus aufgezogen, zudem ist das 3.000 Euro teure Carbonmodell mit der patenierten Blattfeder-Sattelstütze ausgestattet. Und was ist mit dem relativ hohen Gewicht von 9,3 Kilogramm? Bis auf Kristian Bauer stört sich keiner der Testfahrer daran: „Ich war am Anfang von den Gravelbikes begeistert, weil sie so komfortabel waren. Auf Dauer hat es mich aber gestört, dass man nicht vorwärts kommt.“

Dass die TOUR-Kollegen, die im Redaktionsalltag für gewöhnlich selten auf Testrädern sitzen, ihre Sache ernst nehmen, hört und sieht man ihnen inzwischen an. Die Verschnaufpausen beim Radwechsel werden nach den ersten Kilometern länger. Überschuhe und Jacken werden abgelegt, die Betriebstemperatur ist erreicht.

So auch bei Kristian Bauer, der mit dem zweiten Offroad-Rad aus unserem Fuhrpark auf den schnurgeraden Schotterweg am Isarkanal einbiegt – und dem Giant TCX Advanced Pro 0 die Sporen gibt. Das geringe Gewicht – im Vergleich zum Canyon fast zwei Kilogramm weniger – und die schmaleren 33 Millimeter-Reifen am Profi-Crosser machen es möglich. Bis der Hobbysport-Spezialist sich ausgebremst fühlt. „Die Schaltung ist etwas gewöhnungsbedürftig“, diktiert er in den Notizblock. Was er meint: Giant kombiniert bei seinem sportlichen Cyclocrosser einen 1x12-Antrieb samt kleinem Kettenblatt mit einer Rennrad-Kassette. So eine ungewöhnliche Übersetzung mag nicht jeder. Bis der passende Gang gefunden ist, bedarf es mehr Kilometer als bei unseren kurzen Runden.

Vorteil durch Elektronik

Ohnehin fällt auf: Die unterschiedlichen Schaltungssysteme – ob mechanisch oder elektronisch, günstig oder teuer – bestimmen die Gespräche der Testfahrer. Und nehmen mehr Raum ein als bei unserem standardisierten Prüfverfahren. Die Meinungen darüber sind so unterschiedlich wie die Räder. Das ist bei Storcks Fascenario.3 Comp Disc nicht anders. Während Birgit Waxenberger die montierte Shimano 105 „als Manko“ sieht, ist Konstantin Rohé die günstige Komponentengruppe am Wettkampfrenner erst nach seiner Testrunde aufgefallen. Jörg Wenzel moniert ein etwas „schwammiges Gefühl“, Kristian Bauer unterstreicht den Innovationssprung der elektrischen Schaltung – obwohl der 50-Jährige eher zur Fraktion der Traditionalisten unter den Rennradlern zählt: „Es ist einfach angenehm und praktisch, wenn der Gang mit einem leichten Druck aufs Knöpfchen wechselt.“

Beim Fascenario.3 ist das zwar nicht möglich – zumindest nicht in der von uns getesteten Version. Der aerodynamische und mit 3.000 Euro preislich attraktive Carbonrenner findet dennoch Gefallen. „Das Rad ist sehr wendig und direkt. Das relativ hohe Gewicht (8,0 Kilogramm, Anm. d. Red.) merkt man kaum“, so Birgit Waxenberger. „Für Leute, die keine 8.000 Euro ausgeben wollen und denen die 105 reicht, finde ich es einen gelungenen Ansatz“, ergänzt Jörg Wenzel.

Auch der 59-Jährige entledigt sich seiner wärmenden Schutzschichten, klickt in die Pedale des Trek Émonda ALR 6 ein und sprintet los. Schneller als gedacht, biegt er aber wieder auf den Parkplatz ein, auf dem wir unsere Servicestation aufgeschlagen haben. „Das Rad fühlt sich an, als ob ich auf einer Chaiselongue sitzen würde“, scherzt der leidenschaftliche Tempobolzer über die seiner Meinung nach vergleichsweise aufrechte Sitzposition. Beim Blick auf die Modellbezeichnung überrascht ihn das sportive Marathonrad allerdings doch positiv. „Das ist aus Alu? Hätte ich nicht gedacht“, staunt Wenzel über das Émonda, dessen 1.296 Gramm leichter Rahmen es auch mit vielen Carbon-Konkurrenten aufnehmen kann.

Zufriedene Gesichter

Nicht viele Konkurrenten hat unser beliebtester Aero-Bolide des Jahres. Schließlich zählt das Merida Reacto Team-E mit 209 Watt bei 45 km/h zu den schnellsten Rädern, die TOUR bislang im GST-Windkanal in Immenstaad gemessen hat. Den vergleichsweise abstrakten Wert spüren unsere Tester auch auf der Straße – allen voran Wenzel. „Man hat mit dem Rad richtig Lust, voll reinzutreten, weil es das auch sofort umsetzt“, sprudelt es aus ihm heraus. Sein breites Grinsen verrät: Am Ende eines langen Testtags hat auch er sein ganz persönliches Lieblingsmodell unter unseren Rädern des Jahres gefunden. Oder wie Waxenberger sagen würde: „Einfach nur wow!“

Unsere Favoriten 2021:

Giant: TCX Advanced Pro 0Foto: Christian Borchers
Giant: TCX Advanced Pro 0
Merida: Reacto Team-EFoto: Matthias Borchers
Merida: Reacto Team-E
Wilier: Filante SLRFoto: Kerstin Leicht
Wilier: Filante SLR
Specialized: S-Works AethosFoto: Matthias Borchers
Specialized: S-Works Aethos
Storck: Fascenario.3 Comp DiscFoto: Kerstin Leicht
Storck: Fascenario.3 Comp Disc
Trek: Émonda ALR 6Foto: Kerstin Leicht
Trek: Émonda ALR 6
Canyon: Grizl CF SL 8Foto: Kerstin Leicht
Canyon: Grizl CF SL 8
Giant: TCX Advanced Pro 0Foto: Christian Borchers
Giant: TCX Advanced Pro 0
Merida: Reacto Team-EFoto: Matthias Borchers
Merida: Reacto Team-E
Merida: Reacto Team-E
Wilier: Filante SLR
Specialized: S-Works Aethos
Storck: Fascenario.3 Comp Disc
Trek: Émonda ALR 6
Canyon: Grizl CF SL 8
Giant: TCX Advanced Pro 0

Merida: Reacto Team-E

Sieben Jahre ließ sich Merida für sein neues Reacto Zeit und brachte in diesem Jahr eine konsequente Weiterentwicklung seines Aero-Boliden heraus. Aufgeräumtes Cockpit, mehr Platz für breitere Reifen (bis 30 Millimeter), höherer Komfort und weniger Gewicht: Der windschnittige Flitzer überzeugte nicht nur im Test (TOUR 2/2021), auch die Redaktionskollegen sind voll des Lobes. „Das Rad ist optisch sehr gelungen. Der aerodynamische Lenker erinnert mich an einen Vogel. Und im Sattel fühlt es sich tatsächlich wie fliegen an“, sagt Birgit Waxenberger. Ganz so stromlinienförmig ist das Reacto natürlich nicht, mit gemessenen 209 Watt bei 45 km/h liegt es in dieser Klasse aber im Vorderfeld. Trotz des „relativ steifen Rahmens“, so Kristian Bauer, fühlten sich unsere Testfahrer auch auf schlechtem Straßenbelag wohl – bei Aero-Spezialisten keine Selbstverständlichkeit. Das gute Gesamtbild runden die praktischen Details ab, wie das in der Sattelstütze integrierte Rücklicht und das Sattelklemmen-Werkzeug am Schnellspannhebel. Als Wermutstropfen bleibt der hohe Preis von mehr als 10.000 Euro.

Aero-Rad / Preis: 10.299 Euro / Gewicht: 7,4 kg

Info: www.merida-bikes.com


Mit der Gesamtnote von 1,5 rüttelte das Filante SLR im TOUR-Test (Heft 2/2021) am Thron von Specialized Tarmac (1,4), Canyon Aeroad (1,4) oder Specialized Aethos (1,4). Das Trio liegt nach wie vor an der Spitze der bislang von uns getesteten Räder. Warum das Wilier den dreien so nahe kam? Weil es vor allem beim Gewicht punktet. Nur 6,9 Kilogramm wiegt das Testrad, das so auch von den Profis des Team Astana gefahren wird, das Rahmen-Set weniger als 1.500 Gramm. „Es ist spritzig, leicht und fühlt sich komfortabel an“, bringt es Konstantin Rohé nach der Proberunde auf den Punkt. „Bergauf machen sich die leichten Laufräder bemerkbar“, ergänzt Jörg Wenzel: „Bergab dachte ich mir allerdings: Da könnte noch etwas mehr gehen.“ Im Windkanal erreicht der Wettkampf-Renner einen sehr ordentlichen Wert, 211 Watt für 45 km/h sind aber etwas mehr als beim Vorgänger. Krass ist allerdings der Preis: Alleine das Rahmen-Set, das nur für Elektroschaltungen ausgelegt ist, kostet 5.000 Euro. Das „günstigste“ Komplettrad mit Shimanos Di2 oder SRAMs Force eTap liegt bei 8.000 Euro, die High-End-Version mit Campagnolos Super Record EPS schlägt mit 13.200 Euro zu Buche.

Wettkampf-Rad / Preis: 10.300 Euro / Gewicht: 6,9 kg

Info: www.wilier.com


Als „Rolex zum Reintreten“ bezeichneten wir mit einem Augenzwinkern das S-Works Aethos in TOUR 1/2021. Der Grund liegt auf der Hand: Mit 13.800 Euro ist das Rad mit SRAM Red eTap – zu Jahresbeginn war das Modell mit Shimanos Dura-Ace Di2 noch etwas günstiger – wohl nur etwas für Liebhaber mit großem Geldbeutel. Wenn man den Preis mal ausklammert, sticht natürlich das beeindruckende Gewicht des sportlichen Marathonrads hervor: 6,1 Kilogramm! Das perfekt verarbeitete und elegante Aethos ist damit das leichteste Serienrad der Welt, schon das Rahmen-Set liegt unter der Ein-Kilo-Marke. Das imponiert auch unserer Testcrew. „Der Antritt ist sensationell“, sagt Birgit Waxenberger. Dass sich der Leichtbau allerdings auch nachteilig auswirken kann, verdeutlicht die Reaktion von Kristian Bauer: „Bergab hat man vergleichsweise wenig in der Hand.“

Marathon-Rad / Preis: 12.999 Euro / Gewicht: 6,1 kg

Info: www.specialized.com


Storck: Fascenario.3 Comp Disc

Das Fascenario.3 Comp wirkt auf den ersten Blick vergleichsweise unspektakulär. Bis auf die markanten Laufräder von DT Swiss zeugt wenig davon, warum sich der Marathonrenner in TOUR 4/2021 den Testsieg schnappte. Nach den Probefahrten wandelt sich jedoch bei unseren Testern das Bild. „Je länger ich im Sattel saß, desto mehr Spaß hatte ich“, sagt Birgit Waxenberger – und bestätigt damit unser Testergebnis aus dem Frühjahr. Neben dem äußerst schlanken Cockpit punktet das Wettkampfrad mit guter Aerodynamik (226 Watt), schnellen Reifen und vor allem dem Preis: Denn mit 2.999 Euro ist das Fascenario eine echte Alternative zu Canyon oder Rose – wenn man sich nicht vom recht hohen Gewicht abschrecken lässt und auch mit Shimanos 105-Komponenten auskommt.

Wettkampf-Rad / Preis: 2.999 Euro / Gewicht: 8,0 kg

Info: www.storck-bikes.com


Trek: Émonda ALR 6

Ein Alu-Rad unter den Favoriten des Jahres 2021? Ja, genau! Das Émonda von Trek zeigte in TOUR 1/2021, dass es nicht zwangsläufig ein Carbonmodell sein muss, um auf seine Kosten zu kommen. Zumal das ALR 6 dank seiner tollen Verarbeitung wie ein teureres Carbonrad anmutet und auch in Sachen Gewicht mit dem einen oder anderen Kohlefaser-Renner konkurrieren kann. Zudem ist ein Komfortnachteil kaum auszumachen, die Ausstattung mit mechanischer Shimano Ultegra zu diesem Preis (2.436 Euro) selten. „Man steigt mit einer anderen Erwartungshaltung auf ein Alu-Rad“, gibt Kristian Bauer unumwunden zu, „aber dafür fährt sich das Émonda sehr solide und gut.“ Die relativ gestreckte Sitzposition und stramme Übersetzung sprechen vor allem sportlich ambitionierte Rennradler an. Dass unsere Tester den Eindruck hatten, vergleichsweise aufrecht im Sattel zu sitzen, ist auf die sportlich ausgerichtete Konkurrenz unter den „Best of“-Rädern zurückzuführen.

Marathon-Rad / Preis: 2.436 Euro / Gewicht: 8,4 kg

Info: www.trekbikes.com


Canyon: Grizl CF SL 8

Canyon erweiterte im Frühjahr sein Gravelbike-Portfolio und schickte nach dem sportlichen Grail das abenteuertaugliche Grizl ins Rennen. Das neue Modell soll durch mehr Platz für breitere Reifen sowie Befestigungspunkte für Taschen vielseitiger werden und zu Bikepacking-Touren einladen, so die Idee der Koblenzer. Und die Umsetzung? Ist gelungen. Das zeigen sowohl die Gesamtnote 1,7 in TOUR 7/2021 als auch auch das Feedback unserer Testfahrer. „Man steht beim Radkauf ja immer vor der Frage: Will man einen Experten oder einen Allrounder? Mit dem Canyon hätte man ganz klar Zweiteres“, unterstreicht Konstantin Rohé die Vielseitigkeit des Grizl CF SL 8. „Ich könnte mir das Rad gut für Mehrtagestouren vorstellen.“ Das hohe Gewicht von 9,2 Kilo – trotz des Carbonrahmens – wird durch den sehr guten Komfort kompensiert.

Gravel-Rad / Preis: 2.799 Euro / Gewicht: 9,2 kg

Info: www.canyon.com


Während die gesamte Fahrradbranche fast nur noch von Gravelbikes spricht und eine Neuheit nach der anderen auf den Markt bringt, fristen Cyclocrosser ein Schattendasein – so scheint es. Doch dass es auch in diesem Segment spannende Modelle gibt, zeigt das TCX Advanced Pro 0. „Es macht nicht nur offroad Spaß, sondern auch auf der Straße. Man merkt sofort den Antritt“, sagt Konstantin Rohé über den 7,5 Kilo leichten Wettkampfcrosser: „Gleichzeitig habe ich den Komfort nicht vermisst – wenn man nicht auf Trails unterwegs ist.“ Doch für ruppigeres Terrain hat Giant vorgesorgt. Rahmen und Gabel sind für bis zu 45 Millimeter breite Pneus freigegeben – allerdings passen auf die Felgen ausschließlich Tubeless-Reifen, die noch dazu nur wenige Hersteller im Programm haben. Etwas gewöhnungsbedürftig ist SRAMs 1x12-Antrieb mit 38 Zähnen, kombiniert mit einer Rennrad-Kassette. „Mir fehlen ein paar Gänge“, sagt deshalb Birgit Waxenberger. Für flotte Ausfahrten auf flachen Schotterwegen passt das Getriebe, an längeren Kletterpassagen aber bräuchte es leichtere Übersetzungen.

Cyclocross-Rad / Preis: 4.678 Euro / Gewicht: 7,5 kg

Info: www.giant-bicycles.com


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