Nur noch wenige Wochen sind es bis zum Tour de France-Start mit dem Grand Départ am 4. Juli 2026 in Barcelona. Seit dem 3. Juni steht die Startliste 2026 fest. Neben den 18 UCI World Teams sind die Pro Teams Tudor, Pinarello‑Q36.5 und Cofidis qualifiziert, über eine Wildcard sind darüberhinaus TotalEnergies aus Frankreich und Caja Rural–Seguros RGA aus Spanien eingeladen. Werfen wir an dieser Stelle einen Blick auf die Technik: Welche Teams sind auf welchen Fahrrädern unterwegs, welche Komponenten sind verbaut, wer sind die Ausrüster für die Fahrer?
2025 haben wir 23 Tour-de-France-Teams inklusive Arkéa-B&B Hotels, Intermarché-Wanty und Israel-Premier Tech gelistet. Für den neuen Jahrgang hat sich das Feld etwas verschoben: Uno-X Mobility steigt ins WorldTour-Level auf, NSN Cycling Team ersetzt das bisherige WorldTour-Konstrukt rund um Israel-Premier Tech, und Lotto-Intermarché entsteht neu als Fusion zweier bisheriger Teams. Komplett neu in der Startaufstellung sind Pinarello Q36.5 und Caja Rural-Seguros RGA (Spanien).
Auch bei den Ausrüstern gibt es markante Neuerungen:
| Team (UCI WorldTour 2026) | Radmarke | Schaltgruppe | Reifen | Laufräder |
| Alpecin-Premier Tech | Canyon | Shimano Dura-Ace Di2 | Pirelli | Shimano |
| Bahrain Victorious | Bianchi | Shimano Dura-Ace Di2 | Continental | Vision |
| Decathlon CMA CGM Team | Van Rysel | SRAM Red AXS | Continental | Swiss Side |
| EF Education-EasyPost | Cannondale | SRAM Red AXS | Vittoria | Vision |
| Groupama-FDJ United | Wilier | Shimano Dura-Ace Di2 | Continental | Miche |
| Ineos Grenadiers | Pinarello | Shimano Dura-Ace Di2 | Continental | Scope |
| Team Jayco AlUla | Giant | Shimano Dura-Ace Di2 | Vittoria | Cadex |
| Lidl-Trek | Trek | SRAM Red AXS | Pirelli | Bontrager |
| Lotto-Intermarché | Orbea | Shimano Dura-Ace Di2 | Continental | Oquo |
| Movistar Team | Canyon | SRAM Red AXS | Continental | Zipp |
| NSN Cycling Team | Scott | SRAM Red AXS | Continental | Zipp |
| Red Bull-Bora-hansgrohe | Specialized | SRAM Red AXS | Specialized | Roval |
| Soudal-QuickStep | Specialized | Shimano Dura-Ace Di2 | Specialized | Roval |
| Team Picnic PostNL | Lapierre | Shimano Dura-Ace Di2 | Vittoria | Ursus |
| Team Visma-Lease a Bike | Cervélo | SRAM Red AXS | Vittoria | Reserve |
| UAE Team Emirates XRG | Colnago | Shimano Dura-Ace Di2 | Continental | Enve |
| Uno-X Mobility | Ridley | SRAM Red AXS | Continental | DT Swiss |
| XDS Astana Team | X-Lab | Shimano Dura-Ace Di2 | Continental | Vision |
| Teams (Wildcard & Pro Team) | Radmarke | Schaltgruppe | Reifen | |
| Caja Rural–Seguros RGA (Wildcard) | MMR | Shimano Dura-Ace Di2 | Vittoria | Vision |
| Cofidis (Pro Team) | Look | Campagnolo Super Record 13 | Vittoria | Campagnolo |
| Pinarello-Q36.5 (Pro Team) | Pinarello | SRAM Red AXS | Vittoria | Zipp |
| TotalEnergies (Wildcard) | Cube | Shimano Dura-Ace Di2 | Continental | Newmen |
| Tudor Pro Cycling Team (Pro Team) | BMC | SRAM Red AXS | Schwalbe | DT Swiss |
Die Mannschaft um Sprintstar Jasper Phillipsen und Allrounder Matthieu van der Poel wird ausschließlich auf dem Canyon Aeroad CFR unterwegs sein. Das Leichtbaumodell Ultimate blieb schon in den letzten Jahren zuhause. Beim Aufbau vertraut die Equipe weiter auf Shimano und Pirelli.
Das Team Bahrain Victorious vollzieht den markantesten Wechsel: Nach dem Aus von Arkea B&B Hotels steigt Bianchi als Sponsor ein und verdrängt Merida. Die Fahrer werden hauptsächlich das Aero-Modell Oltre nutzen. Aber auch das gerade renovierte Specialissima wird bei einigen Fahrern zu sehen seim - vor allem denen, die es in den Bergen auf Erfolge abgesehen haben.
Senkrechtstarter Paul Seixas wurde schon auf einem neuen Van Rysel gesichtet: Das dürfte ein Nachfolger des aktuellen RCR-Pro (im Bild) werden. Für die schnellen Passagen bleibt das aerodynamische RCR-R erste Wahl. Neu sind die Schaltungen von SRAM, ansonsten bleibt alles beim Alten mit dem aerodynamischen Setup inklusive Aero-Reifen von Continental und der Bekleidung sowie Helmen der Decathlon-Eigenmarke Van Rysel.
Mit dem SuperSix Evo verfolgen Cannondale und das Team EF Education-EasyPost eine Ein-Rad-Strategie: Das Rad ist leicht und schnell und soll auf allen Etappen glänzen können. Auch die Fahrer müssen sich an eine neue Schaltung gewöhnen: SRAM ist neu an Bord und verdrängt einmal mehr Shimano. Mit Assos schlüpfen sie außerdem in neue Klamotten.
Bei der diesjährigen Tour geht die französische Mannschaft mit einem neuen Rad an den Start: Das Allround-Modell Filante iD2 wurde im vergangenen Herbst präsentiert. Auch das leichtere Modell Zero SLR wird zur Wahl stehen, aber nur selten zum Einsatz kommen. Eine Neuerung gibt es bei den Computern: Die chinesische Marke iGPSPORT stattet erstmals ein Profiteam aus.
Mit einem klaren Laufradsponsor rollt die Ineos Grenadiers-Mannschaft an den Start: Bisher experimentierte man mit Shimano und Princeton, nun setzt man einheitlich auf verschiedene Modelle von Scope. Ansonsten bleibt das Equipment identisch zu letztem Jahr, das Dogma F von Pinarello ist abgesehen von den Zeitfahren auf allen Etappen alternativlos.
Mit dem TCR hätte Giant zwar ein leichteres Rad im Angebot, allerdings ist es für das Reglement zu leicht. Deswegen wird man das Team ausschließlich auf dem Propel sehen, das mit den leichten Eigenmarken-Laufrädern von Cadex locker auf die 6,8 Kilogramm kommt. Bei den Reifen kommen keine Cadex-Modelle zum Einsatz, stattdessen setzt das Team auf bewährte Vittoria.
Konstanz beim Team Lidl Trek: Das Team fährt auf dem Vorjahres-Madone, ausgestattet mit SRAM Red AXS, Pirelli-Reifen und Laufrädern der Eigenmarke Bontrager. Bei letzteren dürfte lediglich ein Modell-Update anstehen. Das Leichtbaumodell Émonda ist schon seit Jahren nicht mehr im Renneinsatz zu sehen.
Bei der Fusion der Teams Lotto und Intermarché-Wanty kam der Ausrüster Orbea statt Cube zum Zug. Die Basken zeigten in der ersten Jahreshälfte bereits ein neues Rad im Renneinsatz, das ein Nachfolger des Orca Aero sein dürfte. Das Leichtbaumodell Orca wird voraussichtlich kaum oder gar nicht zum Einsatz kommen.
Eines der ältesten Profiteams bleibt bei Bewährtem für 2026: Das Canyon Aeroad mit SRAM Red AXS und Zipp-Laufrädern bleibt unverändert, ebenso die Bereifung von Continental. Möglich wären indes Aero-Updates mit dem Aero-Reifen und anderen Lenkern, die an den Canyons von Alpecin bereits gesichtet wurden.
Die Nachfolger von Israel-Premier Tech sind auch am Material nicht wiederzuerkennen: Scott ersetzt Factor, SRAM ersetzt Shimano mitsamt den eigenen Laufrädern von Zipp. Nur die Conti-Reifen bleiben gleich. Gefahren wird wohl ausschließlich auf dem Aero-Boliden Foil. Vom Leichtbau-Renner Addict war allein Tom Pidcock (Team Q36.5) ein Fan, der aber nun auf Pinarello gewechselt ist.
Keine Änderungen bei den Ausstattern, allerdings kommen trotzdem neue Materialien: In den letzten Rennen wurden bereits Prototypen eines leicht veränderten Tarmac gesichtet (siehe Team Soudal-QuickStep). Das SL9 wird voraussichtlich pünktlich zum Tour-Start flächendeckend zur Verfügung stehen, auch neue Roval-Laufräder sind in dem Zug wahrscheinlich. Ansonsten bleibt, bis auf den SRAM-Antrieb, alles in einer Hand: Laufräder, Reifen, Sättel, Helme, Schuhe - kommt als Komplettpaket von Specialized.
Bis auf die Shimano-Schaltung sind die Räder von Soudal-QuickStep eine Blaupause der Boliden von Red Bull Bora-hansgrohe. Auch hier überlässt Specialized nichts dem Zufall und stattet das Team komplett mit Komponenten aus; das gilt auch für Schuhe und Helme. Bei den Trikots gibt es hier allerdings eine Partnerschaft mit Castelli.
Dezentes Silbergrau statt leuchtendes Lila: beim Team Picninc PostNL wechseln die Farben. Das Xelius DRS vom französischen Hersteller Lapierre bleibt Allround-Arbeitsgerät, ausgestattet ist das Rad mit Shimano-Schaltung und Laufrädern von Ursus (Italien). Eine bemerkenswerte Neuerung ist die Rückkehr des Reifenlieferanten Michelin in die WorldTour: Der französische Hersteller hat eine Entwicklungspartnerschaft mit dem Profiteam vereinbart.
Die Qual der Wahl für die Visma | Lease a Bike-Fahrer: Neben dem schnellen, aber schweren S5 hängt auch das leichte, aber unaerodynamische R5 im Mechanikertruck. Wenn überhaupt, wird letzteres nur an den längsten Anstiegen zu sehen sein. Doch auch Mitfavorit Jonas Vingegaard war zuletzt kaum noch auf dem Leichtbaumodell unterwegs. Keine Änderungen gibt es bei den Sponsoren; eine Spezialität ist der Einsatz von Einfach-Antrieben auf bestimmten Etappen, um Gewicht zu sparen
Das exaltierte Aero-Modell Y1Rs ist spätestens seit der letzten Tour de France zum alleinigen Arbeitsgerät der Favoritenmannschaft geworden. Selbst in den Bergen wechselte Pogacar nicht auf ein leichteres Modell - wobei der Slowene ohne Lackierung und mit etlichen Tuningteilen vermutlich dem Mindestgewicht näher kommt als die meisten seiner Teamkollegen. Bei den Ausstattern blieb ansonsten alles gleich: Shimano-Antrieb, Enve-Laufräder und Reifen von Continental sind gesetzt.
Das Ridley Noah Fast gilt als schnelles, aber schweres Bike. Gespannt darf man sein, ob auf manchen Etappen auch ein leichteres Modell des belgischen Herstellers zu sehen sein wird, das als Prototyp in dieser Saison bereits auftauchte. Name und Eckdaten sind bisher jedenfalls noch nicht bekannt. Eine wichtige Änderung betrifft die Schaltung: Das Team wechselt von Shimano auf SRAM. Ansonsten bleibt man bei Laufrädern von DT Swiss und Reifen von Continental.
Das X-LAB-Modell AD9 wird seit letztem Jahr bei Astana gefahren, es ist ein typischer Aero-Racer. Ein Leichtbaumodell mit runden Rohren hat der chinesische Hersteller zwar im Programm, gesichtet wurde es im Renneinsatz bei den Profis bislang jedoch nicht. Ebenfalls aus China kommen ab 2026 die Radcomputer bei Astana: Magene steigt als neuer Sponsor ein. Ansonsten gibt es beim Material keine Veränderungen.
Mit der überraschenden Wildcard für das spanische Team betritt auch der außerhalb seines Heimatlandes weitgehend unbekannte spanische Hersteller erstmals die große Bühne des Radsports. Der leicht aerodynamisierte Allrounder Aelion wird dabei wohl die Hauptrolle spielen; den sporadischen Einsatz eines Leichtbau-Renners, der sich ebenfalls im Portfolio findet, wird sich das kleine Team logistisch kaum leisten können. Ausgestattet sind die Räder ganz klassisch: Mit Shimano Dura-Ace, Laufrädern von Vision und Reifen von Vittoria. Noch völlig offen sind die Zeitfahrräder, denn offiziell führt der Ausrüster gar keine.
Die Marken Look und Campagnolo sind traditionell aus dem Radsport nicht wegzudenken. Mit Cofidis rutschten beide aber nur mit einer Wild Card in die Aufstellung zur Tour. Als einziges Team mit Campagnolo setzt Cofidis auch auf die Laufräder der ikonischen Marke. Der französische Radhersteller rollt mit der dritten Generation des Look 795 Blade RS ein brandneues Modell an den Start. Eine Neuerung gibt es bei Brillen und Helmen: Von Ekoi wechselt die Equipe zur deutschen Marke Uvex.
Auf die Performance von Tom Pidcock sind viele Fans gespannt - er gilt als einer der wenigen, die den Top-Favoriten Pogacar überhaupt unter Druck setzen könnten. Das Team wechselte in diesem Jahr den Radsponsor, verabschiedete Scott und begrüßte Pinarello. Dass Pidcock mit dem Rad gut klarkommt, hat er spätestens im Frühjahr bei Mailand-San Remo bewiesen. Das edel gestaltete Gefährt kommt mit SRAM Red AXS und Zipp-Laufrädern mit Vittoria-Reifen, die Klamotten selbstredend vom Hauptsponsor.
Nach der Auflösung des Teams Intermarché-Wanty hat die deutsche Marke Cube bei der französischen Equipe TotalEnergies eine neue Heimat gefunden. Vorher ist man hier Rennräder von Enve gefahren, die sich damit wieder von der großen Bühne verabschieden. Als Neuheit darf man ein neues Litening Aero erwarten, das in den letzten Rennen schon im Einsatz war (siehe Bild). Vereinzelt dürfte auch das leichtere Litening Air wieder zum Einsatz kommen. Mit Newmen (Laufräder) und Continental (Reifen) sind zwei weitere deutsche Ausrüster vertreten.
Mit den Ausrüstern BMC und DT Swiss vertraut das Team aus der Schweiz bei wichtigen Komponenten auf Technik aus der Heimat. Mit der Teammachine R steht ein schneller Allrounder zur Verfügung; die SLR-Version ist leichter, aber aerodynamisch schlechter. Technikfans dürfen außerdem auf ein neues Zeitfahrrad gespannt sein: Das avantgardistisch designte Projekt Timemachine Mpc feiert seine Tour-Premiere. Geschaltet wird mit der Red AXS-Gruppe von SRAM, als einzige Mannschaft rollt Tudor auf Reifen des deutschen Herstellers Schwalbe. Ebenfalls ein Unikum im Feld sind die Helme von Oakley.

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