Die schnellsten Rennräder der WeltDas Ridley Noah Fast im Test

Robert Kühnen

 · 05.04.2026

Ridley Noah Fast: Der Name ist Programm, alles an dem Rad ist auf Speed getrimmt
Foto: Wolfgang Papp
​Bei Ridleys Noah Fast steht nicht nur der Name für Geschwindigkeit: Radikales Design, aerodynamisch optimierte Ausstattung und eine Sitzposition, die ihres gleichen sucht, sind potente Zutaten für ein extrem schnelles Set-up

Themen in diesem Artikel

Fazit zum Test des Ridley Noah Fast 3.0

Eine gut konfigurierbare Spaßmaschine zum schnell fahren, ohne den Premiumaufschlag, den andere Marken fordern

Testergebnis

EigenschaftNote
Labor2,1
Ausstattung1,3
Endnote2,0

Die Gesamtbewertung findest du hier

Daten und Fakten zum Ridley Noah Fast 3.0

Gewicht7.8 kg
SchaltungSRAM Force AXS
Bremse vorneSRAM Force
LaufradsatzDT-Swiss ARC 1400
Reifen vorneContinental Aero 111 29-622

​Das neue Noah Fast macht kein Geheimnis aus seiner Bestimmung. Der flächige Rahmen weist alle Zutaten einer Aero-Flunder auf: tiefe Steuerrohr-Sektion, flächig ausgeführte Rohrknoten und ein Kammtail-Profil am Unterrohr, das die Flasche abschirmt. Die Ausstattung unterstreicht den Anspruch, ordentlich Tempo zu machen; da ist der lange, leicht abwärts weisende Vorbau, der eine Sitzposition schafft, wie für einen Radprofi. Zudem verzichtet Ridley bei dieser Variante auf den Umwerfer und kombiniert stattdessen eine Einfach-Aero-Kurbel mit einem SRAM Force XPLR-13fach-Getriebe. Die 65 Millimeter hohen DT-Swiss-Laufräder sind mit Contis Aero 111 bereift, eine Bank, wenn es um Aero-Performance geht. Von der Sitzposition bis zur Ausstattung gibt es nichts mehr zu tun, um das Rad noch schneller zu machen. Einzig der Vorderradreifen könnte noch von 29 auf 26 Millimeter Breite schrumpfen.

Wenig überraschend: Sehr gute Performance im Windkanal

Im Windkanal überzeugt Ridleys Rezept mit einer sehr guten Allround-Performance. Das Rad segelt gut bei Schräganströmung, erreicht aber nicht ganz die Fabelwerte von Merida und Stromm. Bei Wind von vorne sieht es ähnlich aus. Die Steuerrohrsektion ist nicht so krass verschlankt wie bei den schnellsten Bikes, aber Ridley sortiert sich auch hier noch knapp vor dem Factor One ein. Im gewichteten Mittel messen wir 202 Watt für das Noah Fast. Ein sehr guter Wert, der es als echtes Aerorad ausweist. Eine Überraschung ist das nicht, schließlich kann Ridley bei der Entwicklung auf einen hauseigenen Windkanal zurück greifen.

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Lebhaft trotz Mehrgewicht

Die Fahreigenschaften spiegeln die Ausstattung und Ausrichtung wider: Die sehr lange, flache Sitzposition (Quotient STR+ erstmals unter 1!) ist quasi gleichbedeutend damit, ständig in Unterlenkerposition zu fahren. Da der Drop des Lenkers gering ist, liegt der Unterlenker dennoch stets in Reichweite und es geht nochmal eine Etage tiefer. Das Handling mit so viel Druck auf der Front ist lebendig und spaßig. Das etwas hohe Gewicht durch die einfachere Ausstattung bremst den Spieltrieb kaum. Einschränkend empfanden wir eher das 1x13-Getriebe, das im leichtesten Berggang deutlich mahlende Geräusche von sich gab; das Vibrieren war in den Fußsohlen zu spüren. Auch die großen Gangsprünge sind bei einem Straßenrenner, der auf flaches bis hügeliges Terrain zielt, nicht optimal. Wer nahe am Deich wohnt, viel Druck hat und selten klettert, wird damit eventuell trotzdem glücklich. Wer ein Allround-Set-up will, sollte besser zur 2x12-Variante greifen, die der umfangreiche Baukasten bereithält.

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Individualisierung ist Programm: Komponenten, Fitting, Farben

Individualisierung ist ohnehin Trumpf bei Ridley: Fünf Vorbaulängen von 85 bis 145 Millimeter und drei Stack-Höhen (55, 75, 100 Millimeter) erlauben die Anpassung der Handposition über einen weiten Bereich allein mit unterschiedlichen Lenkern. Am wichtigsten ist, wie bei jedem Rennrad mit integriertem Cockpit, die richtige Bestimmung der Lenkerposition. Ein Fitting sollte vor dem Kauf stehen, wenn die Koordinaten nicht gänzlich sicher sind. Der Rahmen ist in fünf Größen erhältlich. Beim Design bietet Ridley noch viel mehr Optionen als bei der Geometrie. Das Grundschema der Lackierung ist gegen Aufpreise ab 399 Euro wählbar, aber auch die einzelnen Farben und die Art des Verlaufs. Damit lässt sich das Rad so individuell abstimmen, dass die Wahrscheinlichkeit, einem Doppelgänger zu begegnen, gegen Null geht. Unser Testrad geht für 8.809 Euro inklusive Powermeter in den Versand, mit Zweifach-Ultegra Di2 (ohne Powermeter) ist es ein paar Euro günstiger. Zur Option stehen auch günstigere Laufräder, mit denen sich mehr als 1.000 Euro sparen lassen. Eine gut konfigurierbare Spaßmaschine zum schnell fahren, ohne den Premiumaufschlag, den andere Marken fordern.

  • Preis: 8.809 Euro
  • Gewicht Komplettrad: 7,8 Kilo
  • Rahmengrößen: XXS, XS, S, M, L (Testgröße gefettet)

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