Aggressiver und schneller?Neues Race-Modell von Rose wirft Schatten voraus

Julian Schultz

 · 21.01.2026

Rose steht offenbar kurz vor der Präsentation eines neuen Wettkampfrads. Beim zweitklassige Team Unibet Rose Rockets um Neuzugang Dylan Groenewegen ist das bislang unveröffentlichte Modell bereits im Einsatz.
Foto: Joren Benjamins/Unibet Rose Rockets
Das Ziel ist klar: Die Unibet Rose Rockets wollen zur Tour de France. Inzwischen steht auch fest, mit welcher Rennmaschine das ambitionierte Pro-Team an den Start geht. Kurz vor dem ersten Saisonrennen zeigte die Mannschaft von Ex-Profi Bas Tietema das bislang unveröffentlichte Race-Modell von Rose.

Nachdem bereits im Vorjahr erste Bilder eines neuen Rose in quietschbunter Teamlackierung auftauchten, gaben die Unibet Rose Rockets nun auch offiziell den Blick auf ihr künftiges Arbeitsgerät frei. Infos zu dem Wettkampfrad, das vermutlich das bisherige XLite ersetzen wird, gibt es noch nicht. Anhand der hochprofessionellen Marketing-Aktivitäten des französischen Zweitdivisionärs mit unzähligen Trainingsbildern lassen sich aber schon viele Details erkennen. Seine Rennpremiere dürfte der neue Renner bei einem spanischen Vorbereitungsrennen feiern. Die Markteinführung könnte noch im Frühjahr erfolgen.



Das bislang unveröffentlichte Bike wirkt wie eine konsequente Weiterentwicklung des aktuellen Race-Allrounders von Rose. Das XLite überzeugte im TOUR-Test als Rennrad für viele Gelegenheiten. Mit einem Gesamtgewicht von etwas mehr als sieben Kilogramm und einer Aero-Leistung von 213 Watt ließ die inzwischen nicht mehr erhältliche “UNLTD”-Version zwar eine kleine Lücke zum absoluten Top-Material. Mit einer sehr guten Gesamtnote (1,7) brauchte es sich vor den teils deutlich teureren Profi-Modellen jedoch nicht verstecken.

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Das Rahmen-Set des bislang unveröffentlichten Rose ist aggressiver geformt als beim bisherigen Wettkampfmodell der Bocholter.Foto: Joren Benjamins/Unibet Rose RocketsDas Rahmen-Set des bislang unveröffentlichten Rose ist aggressiver geformt als beim bisherigen Wettkampfmodell der Bocholter.

Insgesamt hat die Entwicklungsabteilung der Bocholter dem neuen Rennrad ein schärferes Design verpasst und die Geometrie aggressiver gestaltet. Unter anderem sitzt das Cockpit tiefer, zudem steckt eine versatzlose Sattelstütze im Rahmen. Die Sitzposition dürfte dadurch rennmäßiger als beim XLite ausfallen. Die Lenker-Vorbau-Einheit, offenbar eine Eigenentwicklung von Rose, deutet durch eine leicht geschwungene Form des Oberlenkers zudem auf einen großen Reach hin, womit die gestreckte Sitzposition zusätzlich verstärkt werden würde.

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Aerodynamische Rohrformen

Ganz offensichtlich spendierte Rose dem neuen Modell ein aerodynamisches Tuning. Speziell an der Front wirkt das Bike windschnittiger: Das konkav geformte Steuerrohr und die Gabelscheiden sind etwas in die Länge gewachsen, am Übergang zum Unterrohr ist eine Kante auszumachen. Den Oberlenker charakterisiert ein flächiger Querschnitt. Am Unterrohr lässt sich ein abgeschnittenes Aero-Profil erkennen. Auch Sitzstreben und Sitzrohr wirken etwas voluminöser. Allerdings: Im Vergleich zu schnellen Spezialisten reizt das Rose die maximal zulässigen Profiltiefen nach UCI-Reglement nicht aus. Wie das XLite wirkt der neue Renner dadurch homogen und gefällig.

Die Unibet-Profis um Sprinter Dylan Groenewegen (Niederlande) werden mit Laufrädern von Vision ausgestattet. Die Serienräder wird Rose vermutlich mit Modellen aus Eigenentwicklung aufbauen, diese Strategie wenden die Bocholter bei fast allen Rädern mit gebogenem Lenker an. Weiter kommt das Teamrad mit modernem UDH-Schaltauge, die Schaltkomponenten erhält der Rennstall von SRAM. Ob das 1x13-Setup der Red AXS an Groenewegens Bike in den Handel kommt, ist nicht bekannt.

Rätsel um Modellname

Auch über den Modellnamen lässt sich bislang nur spekulieren. Zwar veröffentlichte Unibet Rose Rockets unzählige Bilder vom neuen Arbeitsgerät, die Bezeichnung auf dem Oberrohr ist allerdings unscharf. Im Netz wird ebenfalls gemutmaßt, wobei das neue Rose vermutlich auf den Namen “Brave” oder “Shave” hört.

Am Rande der Saisonvorbereitung in Spanien zeigte das Pro-Team außerdem ihre Zeitfahrmaschine für 2026. Da Rose (bislang) kein TT-Bike im Sortiment hat, müssen Groenewegen & Co. ganz offensichtlich auf ein Ridley Dean Fast zurückgreifen. Zwar ist das Rockets-Zeitfahrrad ebenfalls in quietschbunten Teamfarben und am Unterrohr mit einem Decal von Rose versehen, die optische Nähe zum Modell des belgischen Herstellers ist jedoch unverkennbar.

“Shave” oder “Brave”? Der Modellname steht zwar auf dem Oberrohr, ist aber nicht zweifelsfrei zu erkennen.Foto: Joren Benjamins/Unibet Rose Rockets“Shave” oder “Brave”? Der Modellname steht zwar auf dem Oberrohr, ist aber nicht zweifelsfrei zu erkennen.

Seine Rennpremiere wird das neue Rose wohl bei der Classica Camp de Morvedre (23. Januar) feiern. Das Rennen der 1.1-Kategorie im Norden Valencias soll für die Unibet Rose Rockets der Startschuss für die Saison 2026 sein, die für die französische Equipe mit der Teilnahme an der Tour de France (4. bis 26. Juli) ihren Höhepunkt haben soll. Als Pro-Team sind die “Raketen” auf eine der beiden Wild Cards von Tour-Veranstalter A.S.O. angewiesen. Dem Vernehmen nach darf sich die Mannschaft des Ex-Profis Bas Tietema allerdings berechtigte Chancen auf eine erstmalige Teilnahme bei der “Grande Boucle” ausrechnen.

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