Neues XLite?Unibet Rose Rockets zeigt unveröffentlichtes Race-Modell

Julian Schultz

 · 24.01.2026

Rose steht offenbar kurz vor der Präsentation eines neuen Wettkampfrads. Beim zweitklassige Team Unibet Rose Rockets um Neuzugang Dylan Groenewegen ist das bislang unveröffentlichte Modell bereits im Einsatz.
Foto: Joren Benjamins/Unibet Rose Rockets

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Rose steht offenbar kurz vor der Präsentation eines neuen Race-Allrounders. Im Trainingscamp des Pro-Teams Unibet Rose Rockets war die Rennmaschine erstmals offiziell zu sehen. Wenige Tage später feierte Dylan Groenewegen auf dem noch nicht erhältlichen Bike den ersten Saisonsieg. Der mutmaßliche Nachfolger des XLite wirkt aggressiver und erhielt ein Aero-Tuning.

Nachdem bereits im Vorjahr erste Bilder eines neuen Rose in quietschbunter Teamlackierung auftauchten, gaben die Unibet Rose Rockets nun auch offiziell den Blick auf ihr künftiges Arbeitsgerät frei. Infos zu dem Wettkampfrad, das vermutlich das bisherige XLite ersetzen wird, gibt es noch nicht. Anhand der hochprofessionellen Marketing-Aktivitäten des französischen Zweitdivisionärs mit unzähligen Trainingsbildern lassen sich aber schon viele Details erkennen. Seine Rennpremiere feierte der neue Renner in Spanien - und wurde prompt mit einem Sieg dekoriert. Die Markteinführung könnte noch im Frühjahr erfolgen.



Das bislang unveröffentlichte Bike wirkt wie eine konsequente Weiterentwicklung des aktuellen Race-Allrounders von Rose. Das XLite überzeugte im TOUR-Test als Rennrad für viele Gelegenheiten. Mit einem Gesamtgewicht von etwas mehr als sieben Kilogramm und einer Aero-Leistung von 213 Watt ließ die inzwischen nicht mehr erhältliche “UNLTD”-Version zwar eine kleine Lücke zum absoluten Top-Material. Mit einer sehr guten Gesamtnote (1,7) brauchte es sich vor den teils deutlich teureren Profi-Modellen jedoch nicht verstecken.

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Das Rahmen-Set des bislang unveröffentlichten Rose ist aggressiver geformt als beim bisherigen Wettkampfmodell der Bocholter.Foto: Joren Benjamins/Unibet Rose RocketsDas Rahmen-Set des bislang unveröffentlichten Rose ist aggressiver geformt als beim bisherigen Wettkampfmodell der Bocholter.

Insgesamt hat die Entwicklungsabteilung der Bocholter dem neuen Rennrad ein schärferes Design verpasst und die Geometrie aggressiver gestaltet. Unter anderem sitzt das Cockpit tiefer, zudem steckt eine versatzlose Sattelstütze im Rahmen. Die Sitzposition dürfte dadurch rennmäßiger als beim XLite ausfallen. Die Lenker-Vorbau-Einheit, offenbar eine Eigenentwicklung von Rose, deutet durch eine leicht geschwungene Form des Oberlenkers zudem auf einen großen Reach hin, womit die gestreckte Sitzposition zusätzlich verstärkt werden würde.

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Aerodynamische Rohrformen

Ganz offensichtlich spendierte Rose dem neuen Modell ein aerodynamisches Tuning. Speziell an der Front wirkt das Bike windschnittiger: Das konkav geformte Steuerrohr und die Gabelscheiden sind etwas in die Länge gewachsen, am Übergang zum Unterrohr ist eine Kante auszumachen. Den Oberlenker charakterisiert ein flächiger Querschnitt. Am Unterrohr lässt sich ein abgeschnittenes Aero-Profil erkennen. Auch Sitzstreben und Sitzrohr wirken etwas voluminöser. Allerdings: Im Vergleich zu schnellen Spezialisten reizt das Rose die maximal zulässigen Profiltiefen nach UCI-Reglement nicht aus. Wie das XLite wirkt der neue Renner dadurch homogen und gefällig.

Die Unibet-Profis um Sprinter Dylan Groenewegen (Niederlande), werden mit Laufrädern von Vision ausgestattet. Die Serienräder wird Rose vermutlich mit Modellen aus Eigenentwicklung aufbauen, diese Strategie wenden die Bocholter bei fast allen Rädern mit gebogenem Lenker an. Weiter kommt das Teamrad mit modernem UDH-Schaltauge, die Schaltkomponenten erhält der Rennstall von SRAM. Ob das 1x13-Setup der Red AXS an Groenewegens Bike in den Handel kommt, ist nicht bekannt.

Rätsel um Modellname

Auch über den Modellnamen lässt sich bislang nur spekulieren. Zwar veröffentlichte Unibet Rose Rockets unzählige Bilder vom neuen Arbeitsgerät, die Bezeichnung auf dem Oberrohr ist allerdings unscharf. Im Netz wird ebenfalls gemutmaßt, wobei das neue Rose vermutlich auf den Namen “Brave” oder “Shave” hört. Am Rande der Saisonvorbereitung in Spanien zeigte das Pro-Team außerdem ihre Zeitfahrmaschine für 2026. Da Rose (bislang) kein TT-Bike im Sortiment hat, greifen Groenewegen & Co. auf ein umlackiertes Ridley Dean Fast zurück.

“Shave” oder “Brave”? Der Modellname steht zwar auf dem Oberrohr, ist aber nicht zweifelsfrei zu erkennen.Foto: Joren Benjamins/Unibet Rose Rockets“Shave” oder “Brave”? Der Modellname steht zwar auf dem Oberrohr, ist aber nicht zweifelsfrei zu erkennen.

Mit dem Erfolg von Groenewegen beim Clásica Comunitat Valceniana, einem Rennen der 1.1-Kategorie, ist das Rose bereits mit einem Saisonsieg dekoriert. Seine Rennpremiere feierte das unveröffentlichte Bike wenige Tage zuvor bei einem weiteren Vorbereitungsrennen in Spanien, das für die Unibet Rose Rockets der Startschuss für die Saison 2026 war. Ihren Höhepunkt soll diese mit der Teilnahme an der Tour de France (4. bis 26. Juli) haben. Als Pro-Team sind die “Raketen” auf eine der beiden Wild Cards von Tour-Veranstalter A.S.O. angewiesen. Dem Vernehmen nach darf sich die Mannschaft des Ex-Profis Bas Tietema allerdings berechtigte Chancen auf eine erstmalige Teilnahme bei der “Grande Boucle” ausrechnen.

Julian Schultz ist studierter Sportwissenschaftler und gelernter Sportjournalist und zeichnet für Tests von Kompletträdern verantwortlich. Vom Wettkampfboliden bis zum Gravelbike testet er die neuesten Modelle und hält die Augen nach aktuellen Trends offen. So auch bei der Tour de France, wo sich der Test-Redakteur seit 2022 auf die Suche nach technischen Details und Geschichten aus dem Fahrerlager macht.

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