Kalte Füße beim Rennradfahren?TOUR gibt Tipps zum Warmhalten

Tour Magazin

 · 20.11.2022

Kalte Füße beim Rennradfahren?: TOUR gibt Tipps zum WarmhaltenFoto: Getty Images

Kalte Füße? Die Füße sind am schwierigsten warm zu halten beim Rennradfahren im Winter. Ein paar (kreative) Tipps aus der TOUR-Redaktion, wie es doch gelingen kann.

Kalte Füße? Die Tipps aus der Redaktion

Tipp von Dominik Scherer: Omas Socken!

Dominik Scherer, Testlabor-MitarbeiterFoto: Robert Niedring
Dominik Scherer, Testlabor-Mitarbeiter

>> Pendelt fast täglich mit dem Rennrad oder Gravelbike die 50 Kilometer zwischen seinem Wohnort und der Redaktion in München.

Meine gefütterten Goretex-­Winter-Radschuhe sind eine Nummer größer, damit Omas dicke Wollsocken noch rein­passen. Unter denen trage ich dünne Funk­tionssocken. Und unter die orthopädische Einlegesohle kommt noch eine Iso-Einlegesohle. Nur selten, wenn’s arg ungemütlich ist, ziehe ich noch dicke Neopren-­Über­schuhe außen drüber. Die Schwachstelle ist die Metall-Schuhplatte als Kältebrücke - da kommt früher oder später immer die Kälte reingekrochen. Da hilft dann nur noch eine Kaffeepause im Warmen.

Verlagssonderveröffentlichung

Tipp von Angelika Rauw: Wanderschuhe!

Angelika Rauw, Stellvertretende ChefredakteurinFoto: Kraus
Angelika Rauw, Stellvertretende Chefredakteurin

>> Liebt auch in Herbst und Winter Rennrad- oder Gravelbike-Touren in und um München - solange es nicht glatt ist.

Je kälter es wird, desto dickere Überschuhe ziehe ich über die Radschuhe - von Schutzkappen nur für die Zehen bis hin zu Neo­pren-Überschuhen. Meine Füße stecken in Merino­socken. Reicht das nicht mehr aus, und die Kälte kriecht trotzdem über die Pedalplatten in meine Schuhe, tausche ich die Klick- gegen Trekking­pedale und die Rennradschuhe gegen leichte, flache Goretex-Wanderschuhe.


Tipp von Jens Klötzer: Bundeswehrsocken!

Jens Klötzer, TestleiterFoto: Kerstin Leicht
Jens Klötzer, Testleiter

>> Kann sich im Winter nur selten zum Indoortraining motivieren. Fährt daher Rennrad, solange es geht - noch lieber aber technische Gravelbike-Touren

Von meinem Radtrainer bekam ich eine besonders kostengünstige Empfehlung gegen kalte Füße, die ich noch heute befolge: Dicke Stricksocken - und zwar “außenrum”. Dafür müssen sie natürlich groß genug sein. Für die Pedalplatten einfach Löcher reinschneiden, und fertig ist der Übergangs-­Überschuh. Gegen Regen schützen sie zwar nicht, aber sie halten den Wind ab, und der Schweiß kann raus. Tipp: Bundeswehr­socken funktionieren am besten, sind robust und schön lang.


Tipp von Kristian Bauer: Hundebeutel!

Kristian Bauer, Redakteur HobbysportFoto: Kraus
Kristian Bauer, Redakteur Hobbysport

>> Macht im Winter eigentlich lieber Winter- als Radsport. Am liebsten steht der Multisportler dann auf Touren- oder Langlaufskiern.

Was tun, wenn’s doch kälter ist als zunächst gedacht? Ignorieren und weiterfahren - was sonst? Aber das funktioniert nicht immer. Einmal wurde es bei mir so schlimm, dass auf einer Ausfahrt nach eineinhalb Stunden irgendeine Lösung hermusste. Schließlich entdeckte ich bei einer Ortsdurchfahrt einen Spender für Hundekotbeutel und wickelte beide Füße in Tüten. Leider war’s zu spät, das Gefühl in den Füßen war schrecklich. Den schlimmsten Fehler habe ich aber nicht gemacht: mit blutleeren, halb erfrorenen Füßen sofort unter die Dusche zu gehen. Doch das langsame Auftauen macht schon genug Aua, um das nächste Mal doch dicke Überschuhe einzupacken.


Tipp von Jörg Wenzel: MTB-Schuhe!

Jörg Wenzel, TOUR-ReiseautorFoto: Kraus
Jörg Wenzel, TOUR-Reiseautor

>> Hat nicht den einen Tipp als Garantie für warme Füße, sondern passt sich den Gegebenheiten flexibel an.

Über fünf Grad und bei Sonne reichen mir dünne Merinosocken und winddichte Überschuhe überm Rennradschuh. Wird’s frischer bis an den Gefrierpunkt, tausche ich die winddichten Überschuhe gegen welche mit Iso-Effekt, beispielsweise aus dünnem Neopren. Unter null Grad vertraue ich auf mein bewährtes Winter-Set-up: Shimano-Mountainbikeschuhe, weil sie weit geschnitten sind und meine Füße mit dicken und langen Wander- oder Skisocken luftig reinpassen. Das ist wichtig - im Winter sollten Schuhe wegen des Wärmeübergangs nicht zu eng sitzen! Außen schützt wieder das Neopren, jedoch ein dickeres. Hier achte ich darauf, dass der Schuh nicht an der Kurbel schleift.


Tipp von Sandra Schubert: Zehenwärmer!

Sandra Schuberth, Online-RedakteurinFoto: Kerstin Leicht
Sandra Schuberth, Online-Redakteurin

>> Pendelt die 25 Kilometer zwischen Wohnung und Redaktion und liebt lange Bikepacking-Touren selbst im Winter - inklusive Draußen-Schlafen.

Für die Pendelstrecke ins Büro schlüpfe ich in Merinosocken und Winterschuhe. Auf längeren Touren habe ich Einmal-Zehenwärmer dabei; die kleinen Wärmekissen haben mir schon geholfen, als ich meine Zehen vor Kälte nicht mehr gespürt habe. Generell fahre ich an kalten Tagen lieber offroad oder einen Mix aus Straße und Gravel, dann ist der Fahrtwind geringer und gleichzeitig der gesamte Körper im Einsatz. Wie Kollege Dominik mache auch ich gern eine Aufwärmpause - mit heißem Kaffee.