Vuelta a Espana feminina 2026Showdown der Radsportlerinnen auf dem Schreckensberg Anglirù

Andreas Kublik

 · 11.03.2026

Vuelta a Espana feminina 2026: Showdown der Radsportlerinnen auf dem Schreckensberg AnglirùFoto: Getty Images/Rob Monk
Neblig und sehr, sehr steil: So präsentiert sich der Anglirù in den Bergen Asturiens - einer der härtesten Anstiege im internationalen Profi-Radsport
Es ist das erste der drei ganz großen Etappenrennen der Frauen: Die Spanien-Rundfahrt der Frauen hat die Strecke für das Jahr 2026 präsentiert. Sie führt vom 3. bis 9. Mai auch auf den berüchtigten Berg Alto de l’Anglirù. Es soll ein Formtest für Tour-Siegerin Pauline Ferrand-Prévot werden

Scharfrichter nennt man sehr martialisch im Radsport die Schlüsselstellen, die im Peloton die Spreu vom Weizen trennen, über Sieger und Verlierer entscheiden. Bei der kommenden Spanien-Rundfahrt der Frauen, der Vuelta Femenina (3. bis 9. Mai 2026), müssen die Frauen auf den Schreckensberg Alto de l’Anglirù klettern. Dort wird sich das Rennen um den Gesamtsieg entscheiden. Der Anglirù ist so lang und so steil, dass voraussichtlich große Abstände auch zwischen den Besten entstehen werden: Auf 12,4 Kilometer Länge ist der mittlerweile asphaltierte, frühere Bergpfad für Viehhirten durchschnittlich 9,8 Prozent steil. In der Spitze bäumt sich die Bergstraße in Asturien mit bis zu 23,5 Prozent Steigung auf. Bei den Frauen ist die schmale Straße erstmals im Programm eines wichtigen Profirennens. Oben am Gipfel in 1.550 Metern Höhe endet das Etappenrennen am 9. Mai. Die Schlussetappe ist mit 132 Kilometern auch der längste Tagesabschnitt und mit 3.200 Höhenmetern auch der schwerste. Los geht die Vuelta Femenina am Sonntag, 3. Mai, in Marin in Galicien. Die insgesamt sieben Etappen führen über 815 Kilometer allesamt durch den nordwestlichen Teil Spaniens. Sprinterinnen dürften allenfalls auf dem weitgehend flachen fünften Tagesabschnitt gute Chancen auf einen Tageserfolg haben. Am 6. Tag wartet bereits eine kleine Bergankunft in Les Praeres. Der ehemalige Tour-Sieger Pedro Delgado bezeichnet den Anstieg als “kleinen Anglirù”.

Starbesetzung mit Tour-Siegerin Ferrand-Prévot

Die besten drei nach der finalen Bergankunft der Vuelta 2025: Tages- und Gesamtsiegerin Demi Vollering (Mitte) neben der Zweitplatzierten Marlen Reusser (links) und der Dritten Anna van der BreggenFoto: Getty Images/Miguel RiopaDie besten drei nach der finalen Bergankunft der Vuelta 2025: Tages- und Gesamtsiegerin Demi Vollering (Mitte) neben der Zweitplatzierten Marlen Reusser (links) und der Dritten Anna van der Breggen

Für das Rennen hat sich Pauline Ferrand-Prévot als Stargast angesagt. Die 34-jährige Französin, die im Trikot des niederländischen Rennstalls Visma-Lease a bike startet, gewann im vergangenen Jahr die Tour de France Femmes. Außerdem haben Zeitfahr-Weltmeisterin Marlen Reusser (Team Movistar) aus der Schweiz und die Französinnen Juliette Berthet, geborene Labous, und Evita Muzic (FDJ-SUEZ) eine Teilnahme angekündigt. Außerdem sind die Namen der mehrmaligen Weltmeisterinnen Marianne Vos (Niederlande) und Lotte Kopecky (Belgien), der kletterstarken Spanierin Mavi Garcia (UAE Team) und der deutschen Topfahrerin Liane Lippert aus Reussers Team Movistar auf einer vorläufigen Startliste zu finden.

Die Etappen im Überblick

  1. ​Sonntag, 3. Mai: Marín - Salvaterra de Miño, 113 km
  2. Montag, 4. Mai: Lobios - San Cibrao das Viñas, 109 km
  3. Dienstag, 5. Mai: Padrón - A Coruña, 121 km
  4. Mittwoch, 6. Mai: Monforte de Lemos - Antas de Ulla, 115 km
  5. Donnerstag, 7. Mai: León - Astorga, 119 km
  6. Freitag, 8. Mai : Gijón - Les Praeres, 106 km
  7. Samstag, 9. Mai: La Pola Llaviana - L'Angliru, 132 km

Andreas Kublik ist seit einem Vierteljahrhundert als Profisport-Experte für TOUR an den Rennstrecken der Welt unterwegs – vom Ironman in Hawaii, über unzählige Weltmeisterschaften von Australien bis Katar und festem Dienstreise-Ziel Tour de France. Selbst begeisterter aktiver Radsportler mit Hang zum Leiden – egal, ob bei Mountainbike-Marathons, Ötztaler oder einem schmerzhaften Selbsterfahrungstrip auf dem Pavé von Paris-Roubaix.

Meistgelesen in der Rubrik Profi - Radsport