Die Kommissäre des Radsportverbands UCI sind in diesem Jahr mit neuen Kontrollgeräten im Paddock der Tour de France unterwegs. Das “Automatic Equipment Control System” soll sicherstellen, dass im Rennen nur regelkonformes Material zum Einsatz kommt.
In diesem Zusammenhang mussten die Teams im Vorfeld der Tour de France 2023 ihr komplettes Equipment, das sie im Rennen einsetzen wollen, in Form von Excel-Listen an die UCI melden. Dazu zählen nicht nur die Rahmen, sondern auch alle Komponenten, Helme oder Bekleidung.
Am Start der diesjährigen Tour de France wirkte das System nach Ansicht mehrerer Beteiligter allerdings noch unausgereift: Die Kontrolle am Start betrifft im Probelauf zunächst nur die Rahmen. Jedes Rennrad ist dafür mit einem RFID-Chip unter dem Oberrohr versehen, der via Funksignal die Information übermittelt, dass er zuvor eine Kontrolle durch die UCI durchlaufen hat. Nur wenige Teams werden am Start einer Etappe kontrolliert, die Auswahl erfolgt nach dem Zufallsprinzip.
Auch die Sensoren sind noch nicht der Weisheit letzter Schluss: Sie werden lediglich mit Tesaband unter das Oberrohr geklebt, unter dem täglichen Beschuss von Hochdruckstrahlern fliegen sie regelmäßig weg. Dann muss in einem aufwendigen Prozess ein neuer Chip beantragt werden.
Neben dem neuen automatischen Kontrollsystem der UCI laufen noch weitere Kontrolleure durchs Fahrerlager der Tour de France 2023. Die Herren mit den Tablets scannen Rahmen und Felgen auf der Suche nach versteckten Elektromotoren - sogenanntes Motor-Doping.
Mit dem Verfahren werden tatsächlich alle Rennräder im Fahrerlager kontrolliert, die vor den Bussen aufgereiht sind - nicht aber die auf den Autodächern. Im Ziel sind der Etappensieger, die Wertungstrikotträger und eine Hand voll zufällig ausgewählte bzw. verdächtige Fahrer noch einmal dran.
Die Tablets sollen die Magnete erkennen, die für elektrische Antriebe notwendig sind. Die Kommissäre sind leider nicht sonderlich kooperativ, wir haben es aus allen Blickwinkeln versucht, aber konnten auf den Displays beim besten Willen nichts erkennen.