Tour de France 2016: Das Reglement - Alles zu den Tour-Regeln, Trikots und WertungenFoto: Tim De Waele

Tour de FranceTour de France 2016: Das Reglement - Alles zu den Tour-Regeln, Trikots und Wertungen

Unbekannt

 6/29/2016, Lesezeit: 4 Minuten

Wer das wichtigste Radrennen verstehen will, muss die Regeln und die besondere Farbenlehre verstehen. Die wichtigsten Informationen finden Sie in unserem Spezial in TOUR-Ausgabe 7/2016. Hier präsentieren wir Ihnen weitere Details

Das gelbe Trikot ...
... trägt der Führende der Gesamtwertung – das ist der Rennfahrer mit der kürzesten Gesamtfahrzeit. Der ­Gesamtsieger ­erhält 450.000 Euro.

Zeitgutschriften ...
... gibt es auf allen Etappen außer beim Einzelzeitfahren. Den ersten Drei im ­Tagesziel werden 10, 6 und 4 ­Sekunden gutgeschrieben.

Das Weiße Trikot ...
... trägt der in der Gesamtwertung bestplatzierte Fahrer, der nach dem 1. Januar 1991 geboren ist. Der Gesamtsieger der Nachwuchswertung erhält 20.000 Euro.

Foto: Tim De Waele

Die Rangfolge der Trikots
Falls ein Rennfahrer in mehreren Wertungen führt, ist Gelb vor Grün zu tragen, es folgen das Gepunktete und das Weiße Trikot. Das Führungstrikot wird dann vom Nächstplatzierten in der jeweiligen Wertung getragen.

Die Drei-Kilometer-Regel ...
... hilft Rennfahrern, die auf den letzten drei Kilometern einer Etappe durch Stürze oder Pannen gebremst werden. Sie werden mit der gleichen Zeit gewertet wie der Bestplatzierte der Gruppe, in der sie sich zum Zeitpunkt des Malheurs befanden. Die Regel gilt nicht auf den Etappen mit Bergankünfte und den Einzelzeitfahren.

Gelbe Startnummern
... tragen die Rennfahrer des Teams, das in der Mannschaftswertung führt. Diese ergibt sich aus der Addition der Fahrzeiten der jeweils drei Tagesbesten eines Teams.

Die rote Startnummer ...
... trägt der kämpferischste Fahrer des Vortages. Diesen sogenannten"Prix de la Combativité" vergibt eine Jury aus Journalisten, Ex-Profis und Vertretern des Rennveranstalters. Am Ende der Tour wird der "Super Combatif" gewählt, der kämpferischste Fahrer des gesamten Rennens.

Das Zeitlimit ...
... treibt an: Je nach Streckenlänge und Siegertempo ergibt ein prozentualer Aufschlag auf die Siegerzeit, wie lange die Letzten maximal brauchen dürfen. Ein Rechenbeispiel finden Sie weiter unten. Wer das Limit nicht schafft, scheidet aus.

Rechenbeispiel für das Zeitlimit

Die Berechnung der so genannten "Karenzzeit" erfolgt durch einen prozentualen Aufschlag auf die Fahrzeit des Etappensiegers. Der Prozentsatz hängt dabei vom Koeffizienten der Etappe ab; dieser liegt zwischen eins und sieben, je nach Art und Schwierigkeitsgrad der Etappe. Zudem ist die Durchschnittsgeschwindigkeit des Siegers wichtig. Je schneller gefahren wird, desto mehr Zuschlag gibt es für die Abgehängten.

Unser Beispiel: die 15. Etappe der diesjährigen Tour, die über 160 Kilometer von Bourg-en-Bresse nach Culoz führt. Diese Etappe hat laut Reglement den Koeffizienten 4 (siehe Tabelle weiter unten). Der Prozentsatz liegt laut der Tabelle im offiziellen Reglement (siehe Download ganz unten, Seite 27) je nach Durchschnittsgeschwindigkeit des Siegers zwischen 7 und 18 Prozent.

Wird die genannte Etappe nach 4:34:00 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35,0 km/h gewonnen, so werden auf die Fahrzeit des Siegers laut Reglement 12 Prozent aufgeschlagen. Die Letzten dürfen also 32:53 Minuten nach dem Sieger im Ziel eintreffen – brauchen sie länger, werden sie disqualifiziert. Die Tour ist für diese Rennfahrer beendet. Allerdings hat die Jury zusätzlich die Möglichkeit, in begründeten Fällen das Zeitlimit heraufzusetzen - beispielsweise bei besonders schwierigen Bedingungen im Rennen.

Beim Einzelzeitfahren (13. Etappe, Koeffizient 6) dürfen die Rennfahrer maximal 25 Prozent länger brauchen als der Tagesieger, beim Bergzeitfahren (18. Etappe, Koeffizient 7) beträgt der Zeitaufschlag maximal 33 Prozent.

Die Koeffizienten der Etappen

Der Veranstalter der Tour de France hat die einzelnen Etappen je nach Art und Schwierigkeit mit einem Koeffizienten belegt. Dieser Koeffizient spielt eine Rolle sowohl bei der Bemessung des Zeitlimits als auch bei der Zahl der Punkte, die in der Wertung für das Grüne Trikot vergeben werden.

Koeffizient der Etappe1 234567Etappe 1xEtappe 2xEtappe 3xEtappe 4xEtappe 5xEtappe 6xEtappe 7xEtappe 8xEtappe 9xEtappe 10xEtappe 11xEtappe 12xEtappe 13xEtappe 14xEtappe 15xEtappe 16xEtappe 17xEtappe 18xEtappe 19xEtappe 20xEtappe 21x

Foto: Tim De Waele

Punktwertung (Grünes Trikot)

Eine der begehrten Wertungen bei der Tour de France ist die Punktwertung. Der Führende trägt das Grüne Trikot. Auf jeder Etappe gibt es im Ziel Punkte für die 15 Bestplatzierten im Tagesziel. Auf den Etappen mit Massenstart (Koeffizienten 1 bis 5) gibt es zudem täglich einen Zwischensprint. Je nach Schwierigkeitsgrad der Etappe (siehe Koeffizienten oben) gibt es unterschiedliche viele Punkte im Ziel. Um den Sprintern in dieser Wertung bessere Chancen zu geben, gibt es auf flacheren Etappen mehr Punkte zu gewinnen als auf bergigen Etappen.

PlatzPunkte im ZielPunkte beim Zwischensprint1*2,3*4,5,6,7*1503020202302517173202215154181913135161711116141510107121399810118898977107766116655125544134433143322152211

* je nach Koeffizient der Etappe (siehe oberste Tabelle)

Foto: Tim De Waele

Bergwertung (weißes Trikot mit roten Punkten)

Die Bergwertung soll einen Anreiz für starke Kletterer bieten. Der Führende in dieser Wertung trägt das weiße Trikot mit den roten Punkten. An allen kategorisierten Anstiegen gibt es Punkte zu holen (siehe Schema unten) - die schwersten Anstiege (Länge und Steigung spielen bei der Einstufung eine Rolle) werden als HC (hors catégorie) eingestuft, danach folgen 1., 2., 3. und 4. Kategorie. Bei den so genannten Bergankünften werden die Punkte verdoppelt: in Andorra-Arcalis (9. Etappe), am Mont Ventoux (12.), in Finhaut-Emosson (17.) und in Saint-Gervais (19.)

PlatzKategorie der BergwertungHC*1*23412510521220831316624144151226101788694102

* Die Punkte für die Bergwertung im Ziel der folgenden Etappen werden verdoppelt: 9. (Andorra-Arcalis), 12. (Mont Ventoux), 17. (Finhaut-Emosson) und 19. (Saint-Gervais).

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