Teams und Fahrer

Tour de France 2022: Die Mannschaften - Team DSM

Tour Magazin

 · 23.06.2022

Tour de France 2022: Die Mannschaften - Team DSMFoto: Getty Velo

22 Teams machen sich am 1. Juli auf den Weg der 109. Tour de France. Wir stellen Ihnen alle Mannschaften und ihre Kapitäne vor. Diesmal das Team DSM.

Infos zum Team DSM

Hauptsponsor: DSM

Branche: Chemie

Manager: Iwan Spekenbrink

Sportliche Leiter: Rudie Kemna (Ltg.), Wilbert Broekhuizen, Roy Curvers, Huub Duijn, Bennie Lambregts, Pim Ligthart, Luke Roberts, Marcel Sieberg, Albert Timmer, Hans Timmermans, Philip West, Matthew Winston

Aktuelles Team-Rad: Scott Addict RC

Das Teamrad von DSM stellt Scott.Foto: Getty Velo
Das Teamrad von DSM stellt Scott.

Aktuelles Trikot

Foto: J. Reiner, VOR-ZEICHEN

Team DSM: Unter neuer Flagge

Trotz niederländischer Prägung galt die Mannschaft seit 2015 formal als deutsches Team: Erst zu dieser Saison wechselte man die nationale Rennlizenz - auch im Interesse des Hauptsponsors DSM, einem börsennotierten Chemiekonzern aus den Niederlanden.

Schlagzeilen machten im Winter abwanderungswillige Fahrer: Das belgische Talent Ilan Van Wilder forcierte ebenso seinen Weggang vor Vertragsende wie Klassikerspezialist Tiesj Benoot. Das Thema ist nicht neu: Schon des Öfteren verließen Fahrer vorzeitig das Team, darunter frühere Leistungsträger und Tour-de-France-Etappensieger wie Marcel Kittel oder Tom Dumoulin, der seine Karriere nach der Saison beenden wird. Ein Grund: Die Arbeitsweise bei DSM gilt als sehr reglementiert - damit kommt offenbar nicht jeder Fahrer zurecht. “Wir glauben, dass unser Ansatz der beste Weg für eine Profikarriere ist”, sagt Sportdirektor Rudie Kemna.

“Wir leugnen aber nicht, dass dies ein anspruchsvolles Umfeld ist.” Bei der Tour de France will DSM offensiv auftreten und Etappensiege erzielen. Für Sprintankünfte kommt der endschnelle Alberto Dainese infrage. Im Hochgebirge ist Kletterer Romain Bardet ein Kandidat für Tagessiege. Nach seinem vorzeitigen Aus beim Giro greift er aber vielleicht auch die Gesamtwertung an.

Das Tour-de-France-Aufgebot von Team DSM mit Startnummern

111 Romain Bardet
112 Alberto Dainese
113 John Degenkolb
114 Nils Eekhoff
115 Chris Hamilton
116 Andreas Leknessund
117 Martijn Tusveld
118 Kevin Vermaerke

Der Kapitän

Der 31-jährige Romain Bardet trug einst die Hoffnungen einer ganzen Nation, den ersten französischen Tour-Sieg seit Bernard Hinault 1985 zu erringen. 2016 beendete er die Tour de France auf Platz zwei, ein Jahr später wurde er Dritter. Für einen Tour-Sieg stand dem schlaksigen Bergspezialisten jedoch stets seine Schwäche im Zeitfahren entgegen.

Romain Bardet gewann 2022 die Tour of the Alps.Foto: Getty Velo
Romain Bardet gewann 2022 die Tour of the Alps.

Seit 2020 ist Bardet Familienvater - und seitdem haben sich auch seine Ziele etwas verändert: Die Tour steht nicht mehr im Mittelpunkt seiner Ambitionen. Zur Saison 2021 verließ er zudem nach neun Jahren das Team AG2R in Richtung DSM - ein Schritt, um “aus der Komfortzone zu kommen”, wie er sagt.

Im Vorjahr bestritt er den Giro d’Italia und erreichte Platz sieben, die Tour ließ er erstmals seit 2013 aus. Auch in diesem Jahr priorisierte Bardet zunächst die Gesamtwertung beim Giro. Der Weinliebhaber betont, dass er inzwischen ein entspannteres Verhältnis zu seinem Sport hat.

Die Teams der Tour de France im Portrait

18 World-Tour-Teams bei der Tour de France am Start

18 der 22 Mannschaften, die bei der Tour de France 2022 am Start stehen, besitzen eine World-Tour-Lizenz - damit sind sie zum Start bei der Frankreich-Rundfahrt gleichermaßen berechtigt wie verpflichtet. Vier Mannschaften gehören zu den Professional-Continental-Teams, der zweiten Liga des internationalen Radsports.

Die Teams Alpecin-Deceuninck und Arkea-Samsic sind als die beiden Vorjahresbesten dieser Kategorie qualifiziert; die beiden französischen Mannschaften B&B Hotels-KTM sowie TotalEnergies haben vom Tour-Veranstalter ASO eine Wildcard bekommen. Mit acht Teilnehmern pro Mannschaft umfasst das Peloton der Tour de France 2022 insgesamt 176 Rennfahrer.