Team-Räder der Tour de France: Team FDJ.FRFoto: Jens Klötzer

Tour de FranceTeam-Räder der Tour de France: Team FDJ.FR

Unbekannt

 7/23/2014, Lesezeit: 3 Minuten

Die TOUR-Reporter stellen zur Frankreich-Rundfahrt jeden Tag ein Original-Teamrad vor, mit dem die Profis die Tour in Angriff nehmen. Heute: das Lapierre Aircode von William Bonnet, FDJ.FR.

FDJ.FR, FDJeux, FDJ, La Françaises des Jeux – die von einer französischen Lotterie gesponserte Équipe fuhr seit ihrer Gründung 1997 bereits unter diversen Namen. Zwei Dinge jedoch haben Bestand. Stets bildeten französische Fahrer das Kernpersonal der Truppe. Und schon seit 2002 währt die Liaison mit der in Dijon ansässigen Radmarke Lapierre.

Ambitionen im Gesamtklassement großer Rundfahrten hatte das Team mit dem vierblättrigen Kleeblatt in der Vergangenheit eher selten. Meist war man auf Etappensiege aus, wie zuletzt beim Giro d’Italia, wo mit dem dreifachen Etappensieger Nacer Bouhanni ein neuer Stern am Sprinterhimmel aufging. Bouhanni blieb bei dieser Tour allerdings zuhause, denn mit Thibaut Pinot steht erstmals in der Geschichte der Mannschaft ein Fahrer im Kader, dem der Sprung aufs Podium in Paris gelingen kann. Diesem Ziel ordnet Manager Marc Madiot alles unter, was auch daran erkennbar ist, dass sich seine Fahrer in Massensprints in diesem Jahr auffallend zurückhalten. Bislang geht das Kalkül auf: Vor der zweiten Pyrenäenetappe liegt Pinot, der auch das Weiße Trikot des besten Jungprofis trägt, auf Rang drei im Gesamtklassement.

Zu Pinots Helfern zählt der Franzose William Bonnet, 32, der im vierten Jahr für FDJ.FR fährt. Sechs Tour-Starts und insgesamt 13 Teilnahmen bei großen Rundfahrten stehen für den einstigen Etappengewinner bei Paris-Nizza zu Buche. Bonnet weiß also, wie dreiwöchige Rundfahrten laufen und ist damit eine große Stütze für den jungen Pinot.

Bonnets Arbeitsgerät ist das aerodynamische Modell Aircode, das Lapierre Anfang 2014 vorgestellt hat. Um den Luftwiderstand zu minimieren, setzt der französische Hersteller auf die so genannte Kammtail-Technologie. Die geht zurück auf den deutschen Ingenieur Wunibald Kamm, der in den 1930er-Jahren entdeckt hatte, dass Tropfenprofile auch dann ihre hohe aerodynamische Qualität behalten, wenn das hintere Ende des Tropfens quasi abgeschnitten wird. Viele Rahmenkonstrukteure haben dies dankbar aufgegriffen, weil sich damit Aerodynamik und Leichtbau relativ gut in Einklang bringen lassen. Auch die Aero-Modelle von BMC, Colnago, Pinarello, Simplon und Trek – um nur einige Marken zu nennen – basieren auf Kamms Erkenntnissen.

Für die Ausstattung an Bonnets Rad ist dort, wo es möglich ist, Shimano zuständig. Di2-Schaltsystem, Bremsen, C50-Laufräder, Pedale und Tretlager entstammen der jüngsten Generation der Dura-Ace-Gruppe; die Kurbeln sind mit einem Powermeter von SRM kombiniert. Die Aircode-Gabel ist für die Direct-Mount-Bremse von Shimano ausgelegt, die an speziellen Gewinden befestigt wird. Interessanterweise bremst Bonnet hinten mit einer normalen Dura-Ace-Bremszange. Auf ersten Fotos des Aircode, die im letzten Herbst kursierten, saß die Bremse noch hinter dem Tretlager. Im Renneinsatz hat diese Position allerdings Nachteile, weil der Radwechsel komplizierter wird. Zudem ist umstritten, ob die Verlegung der Bremse nach unten überhaupt einen aerodynamischen Vorteil hat. Der massive und vermutlich extrem steife Carbon-Vorbau stammt von der Shimano-Tochtermarke Pro, ebenso der Alu-Lenker und die runde Carbon-Sattelstütze, die im tropfenförmigen Sitzrohr steckt. Eine Kombination, die improvisiert wirken mag, für die aber spricht, dass runde Stützen Standardteile und damit kostengünstiger sind als Aero-Stützen. Außerdem federn runde Rohre besser als Tropfenprofile. Gut möglich, dass dies für Bonnet ein Kriterium ist, der beim Lenker offenbar sehr auf Komfort achtet – erkennbar am doppelt gewickelten Lenkerband.

Der Aircode-Rahmen kann auch mit mechanischen Schaltsysteme ausgestattet werden. Der Silikon-Stopfen verschließt die dafür nötige Zugöffnung.Foto: Jens Klötzer
Der Aircode-Rahmen kann auch mit mechanischen Schaltsysteme ausgestattet werden. Der Silikon-Stopfen verschließt die dafür nötige Zugöffnung.
Mehr Shimano geht nicht: Bonnets Lapierre Aircode ist mit einer kompletten Dura-Ace-Di2-Gruppe von Shimano ausgestattet. Auch Laufräder und Pedale stammen vom japanischen Komponentenhersteller. Lenker, Vorbau und Sattelstütze liefert die Shimano-Tochtermarke Pro.Foto: Jens Klötzer
Mehr Shimano geht nicht: Bonnets Lapierre Aircode ist mit einer kompletten Dura-Ace-Di2-Gruppe von Shimano ausgestattet. Auch Laufräder und Pedale stammen vom japanischen Komponentenhersteller. Lenker, Vorbau und Sattelstütze liefert die Shimano-Tochtermarke Pro.
Die Gabel des Aircode ist für Direct-Mount-Bremsen ausgelegt. Bislang ist Shimano der einzige Serienhersteller, der Bremsen für diesen Standard anbietet.Foto: Jens Klötzer
Die Gabel des Aircode ist für Direct-Mount-Bremsen ausgelegt. Bislang ist Shimano der einzige Serienhersteller, der Bremsen für diesen Standard anbietet.
Hinten bremst Bonnet mit einer konventionellen Dura-Ace-Bremse. Auf Fotos von Prototypen des Aircode saß die Bremse noch hinter dem Tretlager. Die Carbon-Beläge stammen von Shimano.Foto: Jens Klötzer
Hinten bremst Bonnet mit einer konventionellen Dura-Ace-Bremse. Auf Fotos von Prototypen des Aircode saß die Bremse noch hinter dem Tretlager. Die Carbon-Beläge stammen von Shimano.
SRM – da weiß der Profi, was er hat. Trotz zunehmender Konkurrenz ist der Powermeter-Pionier immer noch unangefochten Marktführer im Peloton.Foto: Jens Klötzer
SRM – da weiß der Profi, was er hat. Trotz zunehmender Konkurrenz ist der Powermeter-Pionier immer noch unangefochten Marktführer im Peloton.
So mögen es die Profis: Viel tiefer hätte Bonnet seinen Vorbau nicht montieren können.Foto: Jens Klötzer
So mögen es die Profis: Viel tiefer hätte Bonnet seinen Vorbau nicht montieren können.
Doppelt greift sich besser: Zwei Lagen Lenkerband an Bonnets Alu-LenkerFoto: Jens Klötzer
Doppelt greift sich besser: Zwei Lagen Lenkerband an Bonnets Alu-Lenker
Der steife Carbon-Vorbau von Pro erinnert daran, dass FDJ.FR fürher meist als Sprinter-Team zur Tour antrat. In diesem Jahr fährt das Team allerdings konsequent für seinen Kapitän Thibaut Pinot, der in Paris auf dem Treppchen stehen will. Aus Massensprints halten sich die Fahrer deshalb bisher weitgehend raus.Foto: Jens Klötzer
Der steife Carbon-Vorbau von Pro erinnert daran, dass FDJ.FR fürher meist als Sprinter-Team zur Tour antrat. In diesem Jahr fährt das Team allerdings konsequent für seinen Kapitän Thibaut Pinot, der in Paris auf dem Treppchen stehen will. Aus Massensprints halten sich die Fahrer deshalb bisher weitgehend raus.
Schwalbe-One-Schlauchreifen in 24 Millimeter BreiteFoto: Jens Klötzer
Schwalbe-One-Schlauchreifen in 24 Millimeter Breite
Sicher ist sicher: Obwohl Kettenabwürfe bei der Di2-Schaltung sehr selten sind, fühlt sich Bonnet mit der zusätzlichen Absicherung durch einen Kettenfänger von K-Edge einfach wohler..Foto: Jens Klötzer
Sicher ist sicher: Obwohl Kettenabwürfe bei der Di2-Schaltung sehr selten sind, fühlt sich Bonnet mit der zusätzlichen Absicherung durch einen Kettenfänger von K-Edge einfach wohler..
Der Aircode-Rahmen kann auch mit mechanischen Schaltsysteme ausgestattet werden. Der Silikon-Stopfen verschließt die dafür nötige Zugöffnung.Foto: Jens Klötzer
Der Aircode-Rahmen kann auch mit mechanischen Schaltsysteme ausgestattet werden. Der Silikon-Stopfen verschließt die dafür nötige Zugöffnung.
Mehr Shimano geht nicht: Bonnets Lapierre Aircode ist mit einer kompletten Dura-Ace-Di2-Gruppe von Shimano ausgestattet. Auch Laufräder und Pedale stammen vom japanischen Komponentenhersteller. Lenker, Vorbau und Sattelstütze liefert die Shimano-Tochtermarke Pro.Foto: Jens Klötzer
Mehr Shimano geht nicht: Bonnets Lapierre Aircode ist mit einer kompletten Dura-Ace-Di2-Gruppe von Shimano ausgestattet. Auch Laufräder und Pedale stammen vom japanischen Komponentenhersteller. Lenker, Vorbau und Sattelstütze liefert die Shimano-Tochtermarke Pro.
Mehr Shimano geht nicht: Bonnets Lapierre Aircode ist mit einer kompletten Dura-Ace-Di2-Gruppe von Shimano ausgestattet. Auch Laufräder und Pedale stammen vom japanischen Komponentenhersteller. Lenker, Vorbau und Sattelstütze liefert die Shimano-Tochtermarke Pro.
Die Gabel des Aircode ist für Direct-Mount-Bremsen ausgelegt. Bislang ist Shimano der einzige Serienhersteller, der Bremsen für diesen Standard anbietet.
Hinten bremst Bonnet mit einer konventionellen Dura-Ace-Bremse. Auf Fotos von Prototypen des Aircode saß die Bremse noch hinter dem Tretlager. Die Carbon-Beläge stammen von Shimano.
SRM – da weiß der Profi, was er hat. Trotz zunehmender Konkurrenz ist der Powermeter-Pionier immer noch unangefochten Marktführer im Peloton.
So mögen es die Profis: Viel tiefer hätte Bonnet seinen Vorbau nicht montieren können.
Doppelt greift sich besser: Zwei Lagen Lenkerband an Bonnets Alu-Lenker
Der steife Carbon-Vorbau von Pro erinnert daran, dass FDJ.FR fürher meist als Sprinter-Team zur Tour antrat. In diesem Jahr fährt das Team allerdings konsequent für seinen Kapitän Thibaut Pinot, der in Paris auf dem Treppchen stehen will. Aus Massensprints halten sich die Fahrer deshalb bisher weitgehend raus.
Schwalbe-One-Schlauchreifen in 24 Millimeter Breite
Sicher ist sicher: Obwohl Kettenabwürfe bei der Di2-Schaltung sehr selten sind, fühlt sich Bonnet mit der zusätzlichen Absicherung durch einen Kettenfänger von K-Edge einfach wohler..
Der Aircode-Rahmen kann auch mit mechanischen Schaltsysteme ausgestattet werden. Der Silikon-Stopfen verschließt die dafür nötige Zugöffnung.

Rahmen: Lapierre Aircode

Laufräder: Shimano Dura-Ace C50

Reifen: Schwalbe One 24 mm (Schlauchreifen)

Bremsen: Shimano Dura-Ace 9000, vorne Direct Mount

Schaltung: Shimano Dura-Ace Di2 9070

Zahnkranz Shimano Dura-Ace 9000

Kette: Shimano Dura-Ace

Tretlager: Shimano Dura-Ace mit SRM Powermeter

Pedale: Shimano Dura-Ace 9000

Lenker: Pro Vibe SL (Alu)

Vorbau: Pro Vibe Sprint (Carbon)

Lenkerband: Pro

Sattel: Fizik Aliante

Sattelstütze: Pro Vibe Carbon

Flaschenhalter: Elite Cannibal

Computer: SRM PC7