Ein Blick zurück - La Planche des Belles FillesFoto: Tim de Waele

Tour de FranceEin Blick zurück - La Planche des Belles Filles

Unbekannt

 7/13/2014, Lesezeit: 3 Minuten

Die Tour de France steckt voller Geschichten. TOUR erinnert an vergangene Höhepunkte bei Etappenankünften, die auch eine entscheidende Rolle in diesem Jahr spielen könnten. Ein Blick zurück auf die 12. Etappe der Tour de France 2012 von Tomblaine nach La Planche des Belles Filles

In La Planche des Belles Filles endet am 14. Juli die 10. Etappe der Tour de France 2014. Vor zwei Jahren erlebt der Anstieg in den Vogesen seine Premiere bei der Frankreich-Rundfahrt. Damals ist er Schauplatz der ersten Bergankunft bei der Tour 2012 – genau wie in diesem Jahr.

Bei der Ankunft 2012 gelingt Team Sky gleich ein Doppelschlag: Der Brite Christopher Froome feiert seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France und seinem Landsmann Bradley Wiggins genügt der dritte Etappenplatz, um das Gelbe Trikot zu übernehmen. Bis Paris wird es nicht mehr abgeben.

  Bradley Wiggins feiert die Übernahme des Gelben TrikotsFoto: Tim de Waele
Bradley Wiggins feiert die Übernahme des Gelben Trikots

Die Etappe startet in Tomblaine und weist bis auf den Schlussanstieg keine besonderen Schwierigkeiten auf. In der Gesamtwertung führt vor dem Teilstück noch der Schweizer Zeitfahrspezialist Fabian Cancellara, aber nur sieben Sekunden hinter ihm lauert Bradley Wiggins und sein Team ist fest gewillt, dem Briten dabei zu unterstützen, das Gelbe Trikot zu übernehmen. Der Brite scheint 2012 endlich in der Form die Tour de France zu gewinnen.


Vor dem Schlussanstieg ist das Hauptfeld noch größtenteils zusammen und Team Sky formiert sich fast geschlossen an der Spitze des Feldes. Der Anstieg nach La Planche des Belles Filles ist nur 5,9 Kilometer lang, dafür aber durchschnittlich 8,5 Prozent steil und gerade der Beginn ist mit 11 Prozent Steigung schwierig. Das will Team Sky nutzen: Der Norweger Edvald Boasson Hagen wird als Tempomacher an die Spitze geordert und schlägt ein so hohes Tempo an, das bereits die Hälfte der Fahrer aus dem Feld den Anschluss nach wenigen hundert Metern verlieren. Als Hagen seine Arbeit erfüllt hat, setzt sich sein Teamkollege Michael Rogers an die Spitze und nach ihm Richie Porte. Beide halten das Tempo so hoch, das es den Gegnern unmöglich ist zu attackieren, ohne sich dabei völlig zu verausgaben.
Der Plan von Sky geht auf. Nachdem sich Porte zur Hälfte des Anstieges aus der Führung verabschiedet und Froome als letzter Helfer von Wiggins übernimmt, haben es nur drei Fahrer geschafft, nicht abzureißen zulassen: Vorjahressieger Cadel Evans, der Italiener Vincenzo Nibali und der Este Rein Taaramäe.

  Der letzte Kilometer ist besonders schwerFoto: Tim de Waele
Der letzte Kilometer ist besonders schwer

Zu fünft erreichen sie den letzten Kilometer. Cadel Evans verschärft zuerst das Tempo, Wiggins bleibt aber an seinem Hinterrad, denn der Australier ist an diesem Tag die einzige Bedrohung für seinen Traum vom Gelben Trikot. Die letzten Meter zum Ziel weisen noch einmal 14 Prozent Steigung auf. Chris Froome zieht hinter Wiggins und Evans hervor und sprintet an ihnen vorbei. Der gebürtige Kenianer feiert den Tagessieg, Evans und Wiggins erreichen zwei Sekunden später die Ziellinie. Das reicht für Wiggins, um bei der Siegerehrung das Gelbe Trikot zu übernehmen.

Sky´s Tempodiktat am Berg wird zu einem bewährten Muster der dieser Tour, dem die Konkurrenten nichts entgegenzusetzen haben. Bezeichnenderweise kommt Wiggins härtester Widersacher um den Tour-Sieg aus dem eigenen Team: Chris Froome wird zur Entdeckung bei der Tour de France 2012 und deutet in den Bergen mehrmals an, dass er der Stärkere ist. Er bekommt jedoch vom Team die Order, sich in den Dienst von Wiggins zu stellen.

2013 wird Froome zum Kapitän bei der Tour de France erklärt und gewinnt souverän, während Wiggins ein Seuchenjahr hat und nicht zur Titelverteidigung antreten kann. Auch in diesem Jahr fährt nur Froome zur Frankreich-Rundfahrt, um seinen Vorjahressieg zu wiederholen. Mehrere Stürze zu Beginn der Rundfahrt zwingen ihn jedoch, die Rundfahrt frühzeitig aufzugeben.