Tadej PogačarDie magischen 5 Monumente - sind sie möglich?

Leon Weidner

 · 08.04.2026

Tadej Pogačar: Die magischen 5 Monumente - sind sie möglich?Foto: Getty Images/Dario Belingheri
Tadej Pogačar kann magisches schaffen - dafür muss er jedoch auf den Kopfsteinpflastern nach Roubaix gewinnen

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Tadej Pogačar schreibt 2026 schon jetzt an einem Kapitel, das nach Radsport-Mythos klingt: zwei Monumente gewonnen, drei fehlen noch und ausgerechnet Paris-Roubaix steht als härteste Prüfung vor der Tür. Gelingt ihm auch der Coup auf dem Kopfsteinpflaster, rückt ein Rekord in Reichweite, den vor ihm niemand geschafft hat.

Es gibt Saisons, die wirken wie ein Blick in die Geschichtsbücher. Eines könnte grade jetzt geschrieben werden. Tadej Pogačar hat 2026 bereits zwei Monumente gewonnen: Mailand-Sanremo und die Flandern-Rundfahrt. Damit ist die Ausgangslage klar: Pogačar jagt nicht nur weitere Monumente, sondern rückt in Reichweite eines Status, den im Radsport nur sehr wenige jemals erreicht haben. Er könnte zudem etwas ganz Besonderes schaffen, das vor ihm noch niemand erreicht hat.

Was sind die fünf Monumente?

Die fünf Monumente sind die prestigeträchtigsten Eintagesrennen des Kalenders: Mailand-Sanremo, Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix, Lüttich-Bastogne-Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt. Sie gelten als „magisch“, weil sie extrem hart sind und eine lange Tradition im Radsport haben. Die Anforderungen der fünf Rennen unterscheiden sich stark. Alle fünf Monumente in der Karriere zu gewinnen, gelang bislang nur Eddy Merckx, Roger De Vlaeminck und Rik Van Looy, ein Kreis, der so exklusiv ist, dass allein die Aufnahme in diese Runde ein sporthistorisches Thema wäre.

Paris-Roubaix – die letzte große Hürde

Paris-Roubaix ist für Pogačar das Monument, das ihm in der Sammlung noch fehlt und zugleich das Rennen, das am wenigsten nach ihm aussieht: flach, extrem schnell, technisch anspruchsvoll und mit den Pavé-Sektoren als ständige Risiko-Zonen. Ein Rennen, das er auf dem Papier nicht gewinnen darf. Genau deshalb stand der Radstar auch erst im vergangenen Jahr das erste Mal am Start des wohl berühmtesten Monuments. Dort musste er sich nur dem mittlerweile dreifachen Sieger Mathieu van der Poel geschlagen geben. Wie er diesen am Sonntag auf dem Kopfsteinpflaster abschütteln will? Das weiß nur er selbst und sein Team.

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Die beiden letzten Monumente – ein Selbstläufer

Ende April folgt mit Lüttich-Bastogne-Lüttich das nächste Monument, bei dem Pogačar traditionell zu den Top-Favoriten gehört. Er hat dort mit seinen Siegen in den vergangenen beiden Jahren gezeigt, dass ihm das Ardennen-Profil liegt und dass er ein Finale über lange Renndauer und harte Anstiege kontrollieren kann.

Auch das einzige Monument in der zweiten Saisonhälfte sollte für den Überflieger kein Problem darstellen. Bei der Lombardei-Rundfahrt hat Tadej Pogačar scheinbar eine Dauerkarte für den Sieg gekauft. Die letzten fünf Austragungen gingen an den Slowenen, ein beachtlicher Wert, allein betrachtet.

Das wirklich Historische

Der Punkt, der diese Saison jedoch einzigartig machen könnte: Alle fünf Monumente in einem einzigen Jahr. Das hat bislang noch niemand geschafft. Kein Merckx, kein De Vlaeminck und auch kein Van Looy. Es wäre einzigartig und gleichzeitig beängstigend. Eine Tour de France konnten die beiden Letzteren nicht gewinnen, nur Eddy Merckx war gleichzeitig bei Grand Tours und Klassikern so erfolgreich wie Tadej Pogačar. Keine dieser Radsportgrößten hat es geschafft alle fünf Monumente in einem Jahr zu gewinnen, zu unterschiedlich sind die Profile und Anforderungen der langen Eintagesrennen. Jetzt scheint es möglich: sollte Pogačar Paris-Roubaix gewinnen, ist es wohl nur noch Formsache.


Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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