Kopfsteinpflasterdiebe schlagen zuParis-Roubaix noch gefährlicher

Kristian Bauer

 · 09.04.2026

Kopfsteinpflasterdiebe schlagen zu: Paris-Roubaix noch gefährlicherFoto: Picture Alliance/Pierre Rouanet
Kopfsteinpflaster Arenberg
​Die Strecke von Paris-Roubaix ist eine fahrtechnische Herausforderung – richtig gefährlich wird es aber, wenn Steine gestohlen werden. Streckenchef Thierry Gouvenou appelliert an die Fans. Durch herausgebrochene Pflastersteine würden lebendbedrohliche Fallen entstehen. Oft kommen die Diebe nachts.

​Der Radklassiker Paris-Roubaix ist bei Radsportfans extrem beliebt und verleitet manche Fans zu einem Diebstahl: ein Pflasterstein von der Original-Strecke als Souvenir. Gegenüber der niederländischen Tageszeitung De Telegraaf verriet Streckenchef Thierry Gouvenou, dass dieses Problem immer größer geworden ist: „Wir müssen uns immer mehr damit auseinandersetzen und haben viele Überstunden. Im Wald von Wallers und auch im Sektor 'Carrefour de l'Arbre'. Das sind mythische Streifen, und Menschen stehlen dort Pflastersteine, um sie als Souvenirs mitzunehmen. Sie merken nicht, dass sie große und tiefe Löcher im Weg verursachen. Es ist unverständlich, dass sie nicht darüber nachdenken, welche Folgen das für das Rennen haben könnte. Das wird am Sonntag sicherlich zu Unfällen bei den Damen- und Herrenrennen führen. Was diese Menschen tun, kann lebensbedrohlich sein“, erklärt Gouvenou gegenüber De Telegraaf.

Die Diebe kommen laut dem Zeitungsbericht in der Nacht mit Spitzhacken. Ehrenamtliche Helfer kontrollieren im Vorfeld regelmäßig die verschiedenen Sektoren. Geschieht der Diebstahl frühzeitig, können entdeckte Löcher noch aufgefüllt werden.

Die Pflege der Kopfsteinpflaster für Paris-Roubaix

Die verschiedenen Sektoren der Strecke von Paris-Roubaix zu pflegen ist viel Arbeit. Geleistet wird sie überwiegend ehrenamtlich durch die Radsportfans „Les Amis de Paris-Roubaix“. Der Verein wurde 1977 gegründet. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die charakteristischen Kopfsteinpflasterabschnitte (Pavés) des Radrennens Paris-Roubaix zu erhalten, zu restaurieren und neue Abschnitte zu erschließen. Ohne diese Arbeit wären viele der historischen Streckenabschnitte heute nicht mehr vorhanden, da sie durch Asphaltierung oder natürlichen Verfall bedroht wären. Der Verein arbeitet eng mit Freiwilligen, regionalen Behörden und dem Rennveranstalter Amaury Sport Organisation (ASO) zusammen und unterhält sogar ein eigenes Museum in Roubaix. Die Mitglieder und Freiwilligen des Vereins ersetzen beschädigte oder fehlende Steine, die durch Wetter, Landwirtschaft oder Souvenirjäger verloren gehen. Ein Stein wiegt bis zu fünf Kilogramm und wird von Hand eingesetzt. Die Helfer füllen Lücken, ebnen Unebenheiten und sichern die Steine im Untergrund, damit die Strecken für die Fahrer sicher, aber dennoch anspruchsvoll bleiben.

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Pavés statt Asphalt

Der Verein arbeitet mit Berufsschulen für Gartenbau und Landschaftsbau zusammen. Die Schüler erhalten so praktische Übung, während die Pavés professionell instand gesetzt werden. Die Materialkosten für die Instandhaltung (ca. 10.000–15.000 Euro pro Jahr) werden durch Spenden, öffentliche Zuschüsse und die Unterstützung der Rennorganisatoren gedeckt.

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In den 1970er Jahren begann die Asphaltierung vieler Landstraßen in der Region. Les Amis de Paris-Roubaix setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die historischen Pavé-Abschnitte erhalten blieben und nicht asphaltiert wurden.

Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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