Am Ostersonntag treffen Mathieu van der Poel und Tadej Pogačar bei der Flandern-Rundfahrt aufeinander. Der Niederländer hat das Monument bereits dreimal gewonnen und ist damit einer der Rekordhalter. Mit einem vierten Sieg würde der 31-Jährige von Alpecin-Premier Tech als erster Fahrer überhaupt diese Marke erreichen. Pogačar strebt seinen dritten Triumph an, was ihn zum Co-Rekordhalter machen würde. Der 27-jährige Slowene hat in seiner Karriere bereits elf Monumente gewonnen, darunter zweimal Flandern, dreimal Lüttich-Bastogne-Lüttich, fünfmal die Lombardei-Rundfahrt und seit kurzem auch Mailand-Sanremo.
Die Rivalität zwischen Van der Poel und Pogačar hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der faszinierendsten Duelle im Radsport entwickelt. Während der Niederländer mit seiner explosiven Kraft und seinem taktischen Geschick auf den Kopfsteinpflaster-Klassikern glänzt, beeindruckt der Slowene durch seine außergewöhnliche Vielseitigkeit und Dominanz über verschiedene Rennformate hinweg. Neben seiner Konkurrenzfähigkeit bei Klassikern gewann Pogačar die letzten beiden Frankreich-Rundfahrten und ist auch bei allen anderen Rundfahrten der gesetzte Topfavorit. Im Vorjahr attackierte Pogačar bei der Flandern-Rundfahrt 16 Kilometer vor dem Ziel am Oude Kwaremont und ließ Van der Poel hinter sich. Ein Beweis seiner überlegenen Ausdauer in der Schlussphase des langen Rennens. Dabei bringen beide Fahrer unterschiedliche Stärken in dieses Duell ein.
Van der Poel bringt seine Erfahrung als Cyclocross-Weltmeister mit, die ihm auf den holprigen Kopfsteinpflaster-Passagen zugutekommt. Seine Streckenkenntnis ist herausragend. In den Abfahrten und rutschigen Kurven steht der Niederländer Tadej Pogačar in nichts nach, hat die Nase sogar vorn. Die Länge des Rennens und die heftigen Anstiege gegen Ende stellen jedoch eine große Herausforderung für den deutlich größeren Fahrer dar. Pogačar bewies bei den Strade Bianche Anfang März seine Topform mit einem 80 Kilometer langen Solo nach einem Anstieg. Seine Ausdauer in den Bergen macht ihn auf den finalen Anstiegen zum Favoriten, wie er schon im letzten Jahr zeigte. Je länger und härter die Rampen, desto besser für den Allrounder. Allerdings: Hier muss Pogačar auch den entscheidenden Unterschied machen. Gelingt ihm dies nicht, hat er im Sprint gegen Van der Poel wohl kaum eine Chance.
Die Karten liegen gut für Tadej Pogačar auch das zweite Monument der Radsport-Saison für sich zu entscheiden. Vermutlich ein bisschen besser als für seinen Konkurrenten Mathieu van der Poel. Geschlagen geben wird sich dieser aber nicht - es steht der alleinige Rekordsieg auf dem Spiel.
Werkstudent