Der dritte E3-Sieg in Folge sah in den Schlusskilometern knapper aus als die Leistungsdaten vermuten lassen. Van der Poel attackierte auf dem Boigneberg 65 Kilometer vor dem Ziel und fuhr allein nach Harelbeke. Die Verfolgergruppe kam in den letzten 20 Kilometern bedrohlich nahe, der Vorsprung schmolz zeitweise auf unter zehn Sekunden. Fangen konnten sie Van der Poel jedoch nicht.
Teamkollege Jasper Philipsen nannte die nach dem Rennen veröffentlichten Werte "wahnsinnig" und erklärte gegenüber Sporza, dass er solche Zahlen über diese Dauer nie erreichen werde. Mick van Dijke bezeichnete die Leistung als "schwer zu begreifen, selbst für uns Profis" und fügte hinzu, dass Van der Poel möglicherweise der stärkste Fahrer sei, den man je gesehen habe. Mit 446 Watt über insgesamt 90 Minuten dürfte es der Konkurrenz schwer fallen am Hinterrad des Niederländers zu bleiben. Bei gleichmäßigen Anstiegen muss hingegen noch mehr der Wert Watt-pro-Kilogramm-Wert betrachtet werden, bei Klassikern mit kurzen Anstiegen und unebenem Untergrund kommen die hohen absoluten Wattwerte Mathieu van der Poel jedoch zugute. Gefährlich werden kann ihm derzeit nur ein Fahrer.
Tadej Pogačar scheint bei Eintagesrennen der einzige zu sein, der Mathieu van der Poel aktuell schlagen kann. Bei Mailand-Sanremo zeigte Pogačar eindrucksvoll sein Können, konnte Van der Poel am entscheidenden Anstieg abstellen und das Radsport-Monument gewinnen. Jetzt warten die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix. Bei der Ronde konnte Pogačar den Klassikerspezialisten Van der Poel bereits 2023 und im letzten Jahr schlagen, auf dem Kopfsteinpflaster Frankreichs sieht es etwas anders aus. Dort konnte Mathieu van der Poel drei Mal in Folge gewinnen und den Slowenen im Duell des vergangenen Jahres abstellen.
Werkstudent