Mathieu van der PoelGefährdet seine Handverletzung die Monumente?

Leon Weidner

 · 25.03.2026

Mathieu van der Poel: Gefährdet seine Handverletzung die Monumente?Foto: Getty Images/Tim de Waele
Mathieu van der Poel wird seine Handverletzung bei den anstehenden Rennen definitiv spüren
Mathieu van der Poel trainiert trotz Handverletzung aus Mailand-Sanremo bereits wieder. Am Freitag und Sonntag stehen für den Niederländer die Rennen E3 Saxo Classic und Middelkerke - Wevelgem an. Könnten die Starts mit der Verletzung die anstehenden Monumente gefährden?

Mathieu van der Poel absolvierte am Dienstag die Streckenbesichtigung für die E3 Saxo Classic. Der Niederländer fuhr gemeinsam mit Teamkollege Silvan Dillier über den Oude Kwaremont und Paterberg. Laut Cycling News sagte Dillier über die Handverletzung Van der Poels: “Er spürt sie definitiv noch. Aber wenn er am Freitag am Start steht, wird er unser Leader sein, ohne Zweifel.”

Boonen warnt vor Infektionsgefahr

Jetzt mischt sich eine weitere Stimme ein - und zwar kein geringerer als der ehemalige belgische Klassikerstar Tom Boonen. Boonen rät Van der Poel von seinen geplanten Starts bei E3 und Middelkerke-Wevelgem ab. “Ich habe die Hand gesehen, sie war geschwollen”, sagte der Belgier im “Live Slow Ride Fast”-Podcast. Der vierfache Paris-Roubaix-Sieger kennt ähnliche Situationen aus eigener Erfahrung. “Ich bin einmal auf die Hände gestürzt. Nichts gebrochen, aber die Sehne lag frei und die Wunde wurde genäht. Dann habe ich durch das Weiterfahren bei schlechtem Wetter eine Infektion entwickelt.”

Boonen warnt vor den besonderen Bedingungen in Flandern. “Vielen Leuten ist nicht klar, dass man in Flandern dann durch nassen Mist fährt. Bauern sind mit ihren Geräten unterwegs gewesen, und die Scheiße liegt auf der Straße.” Eine offene Wunde könne so zur Eintrittspforte für Infektionen werden. “Im Regen zu fahren, ist sicher nicht ratsam, besonders mit Wunden. Eine Infektion kann sich schnell entwickeln, vor allem nach etwa fünf Tagen.”

Fazit - Risiko für die großen Ziele

Van der Poel gewann die E3 Saxo Classic in den vergangenen zwei Jahren. Ein dritter Sieg in Harelbeke würde den Hattrick bedeuten. Doch die Prioritäten dürften klar sein: ein Sieg beim E3 wäre zwar ein weiterer schöner Erfolg für den Niederländer, steht aber in keinem Verhältnis zu den anstehenden Monumenten. Mit der Flandern-Rundfahrt am 5. April und Paris-Roubaix nur eine Woche später, sind die bedeutenderen Ziele für den Radstar klar gesteckt. Besonders beim Rennen am Sonntag ist fraglich, ob Van der Poel im Finale gegen die Sprinter eine Chance hat. Das Risiko für Genesungsrückschritte scheint es in jedem Fall nicht wert zu sein, die Rennen am kommenden Wochenende zu bestreiten. Gegen Tadej Pogačar wird Mathieu van der Poel in absoluter Spitzenverfassung sein müssen, sonst drohen ihm nach Mailand-Sanremo weitere Niederlagen bei den größten fünf Eintagesrennen des Radsports.

Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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