Das nach einer Autobahn benannte Rennen E3 Saxo Classic wird in diesem Jahr bereits zum 68. Mal ausgetragen und dient schon länger der Vorbereitung auf die Flandern-Rundfahrt. So werden auch in diesem Jahr wieder Abschnitte des Radsport-Monuments gefahren, das am 4. April terminiert ist.
Die Strecke hat sich zum Vorjahr an einigen Stellen geändert. Der Oude Kwaremont wird jetzt zweimal und von verschiedenen Seiten befahren. Insgesamt 16 kurze, giftige Steigungen (sogenannte Hellingen) warten auf die Fahrer, eine weniger als im Jahr zuvor. Auf der ersten Hälfte heißt es wie immer: einrollen und die Ausreißer des Tages verabschieden. Ab ungefähr der Hälfte geht es jedoch richtig los. Ein steiler Anstieg folgt auf den nächsten, bis die letzten Kilometer in Harelbeke wieder flach verlaufen
In Harelbeke fällt der Startschuss um 12:52 Uhr. Zunächst führt die Route in Richtung Oudenaarde – eine Phase, in der meist noch wenig passiert, weil das Feld die Kilometer zum Einrollen nutzt. Dort wartet mit dem Katteberg die erste Helling: ein erster Vorgeschmack, aber noch längst kein echter Härtetest. Bis etwa Kilometer 75 bleibt das Rennen in der Regel vergleichsweise ruhig, denn der Katteberg ist zunächst die einzige nennenswerte Schwierigkeit – auch bei der Passage durch Geraardsbergen, wo die legendäre Muur nicht auf dem Programm steht.
Erst kurz vor Ronse beginnt es ernst zu werden: Mit La Houppe startet ein nahezu durchgehendes Auf und Ab, das das Rennen bis zur letzten traditionellen Helling, dem Tiegemberg (rund 20 Kilometer vor dem Ziel), prägt. Besonders selektiv sind dabei der Kortekeer (bis 17 Prozent), der Taaienberg (bis 16 Prozent) und der Kapelberg (bis 14 Prozent). Etwa 40 Kilometer vor dem Ziel wartet zudem mit dem Paterberg ein echter Schlüsselanstieg; der Kanarieberg wird in diesem Jahr hingegen nicht befahren.
Die Kombination aus Kopfsteinpflaster und Rampen von bis zu 20,3 Prozent (Paterberg) sorgt beim E3 Saxo Classic häufig schon für eine Vorentscheidung. Direkt im Anschluss folgt der Oude Kwaremont mit bis zu 11,6 Prozent und Pflasterpassagen. Danach stehen noch der E3-Col Karnemelbeekstraat (bis 18 Prozent) und erneut der Tiegemberg (bis 9 Prozent) an. Ab dort sind es nur noch rund 20 Kilometer bis ins Ziel nach Harelbeke – oft eine finale Phase, die ein Solist oder eine kleine Spitzengruppe unter sich ausmacht.
Mathieu van der Poel startet als absoluter Topfavorit. Der Niederländer gewann 2024 und 2025, das Terrain um Harelbeke liegt ihm. Trotz einer Fingerverletzung von Mailand-Sanremo sollte der Niederländer mit großem Selbstvertrauen zur E3 Saxo Classic kommen. Während Wout van Aert das Rennen nicht bestreiten wird, sondern Christophe Laporte die Kapitänsrolle übernimmt, steht Mads Pedersen im Aufgebot seines Teams. Pedersen konnte bereits überraschend bei Mailand-Sanremo starten, nachdem er auf der ersten Etappe der Valencia-Rundfahrt Anfang Februar gestürzt war. Das UAE Team Emirates-XRG führt Florian Vermeersch an, nachdem eine Meldung über Isaac Del Toro sich als Kommunikationsfehler herausstellte. Die Nachricht über den Start des Mexikaners machte zunächst zügig die Runde, wurde jedoch genauso schnell wieder dementiert. Der Veranstalter des Rennens hatte Del Toro mit dem Niederländer Tibor del Grosso verwechselt.
Mit Dylan van Baarle und Jasper Stuyven schickt Soudal Quick-Step zwei erfahrene Fahrer ins Rennen. Van Baarle zeigte in Kuurne-Brüssel-Kuurne bereits eine starke Form, Stuyven wurde kürzlich Siebter in Sanremo. Weitere Anwärter sind Romain Grégoire (Groupama-FDJ), der sein erstes Kopfsteinpflaster-Klassiker fährt, sowie Matej Mohoric, Kasper Asgreen, Jenno Berckmoes und die Brüder Mick und Tim van Dijke.
In Deutschland ist E3 Saxo Classic 2026 am Freitag im Fernsehen von 17:00-17:45 Uhr auf Eurosport 1 und von 16:00-17:45 Uhr auf Eurosport 2 zu sehen. Einen Live-Stream gibt es bei Discovery Plus (kostenpflichtig) ab 13:50 Uhr.
Werkstudent