Thomas Huber
· 22.02.2026
Dritter Massensprint bei der UAE Tour 2026 - dritter Tagessieg für Jonathan Milan (Lidl-Trek). Mit dem Erfolg auch bei der finalen 7. Etappe schließt Milan eine perfekte Woche für sich und seine Mannschaft ab. Mutig eröffnete der 25-Jährige auf den Straßen von Abu Dhabi den Sprint auf zweiter Position hinter einem Uno-X-Fahrer, während fast zeitgleich Sam Welsford (INEOS Grenadiers) von etwas weiter hinten angriff. Zwar hatte der INEOS-Fahrer bei der finalen leichten Linkskurve die Innenbahn, am Ende fehlte ihm aber die letzte Power, um am überragenden Milan vorbei zu kommen. Auch Erlend Blikra (Uno-X Mobility), der sich früh ans Hinterrad Milan geheftet hatte, schaffte es nicht, eine entscheidende Attacke aus dem Windschatten des Italieners zu setzen. Auf den letzten Metern konnte der Tagessieger sogar noch einmal rausnehmen und sich so schon vor der Ziellinie über den Tagessieg freuen. Milan verdrängte Blikra und Welsford auf die Plätze zwei und drei. Einmal mehr kann sich Milan auch bei seinen Anfahrern um den Deutschen Max Walscheid bedanken, die den Tagessieger zu einer guten Ausgangssituation verholfen hatten.
“Ich habe aus letztem Jahr aus meinen Duellen mit Tim Merlier gelernt. Es war einmal mehr ein schnelles und schwieriges Rennen. Danke an meine Mannschaft für die Anstregungen, die Ausreißer zu kontrollieren. Wir haben gezeigt, dass wir zu den besten Sprintzügen gehören.”
Nicht nur Jonathan Milan überragt bei der UAE Rundfahrt 2026. Auch der Gesamtsieger Isaac Del Toro (UAE Team Emirates - XRG) macht gehörig auf sich aufmerksam. Er gewann nicht nur beim Bergaufsprint der 1. Etappe, sondern rollte auch auf der 3. Etappe das Feld von hinten auf und verfehlte den Tagessieg bei der Bergankunft nur knapp. Auf der Königsetappe an Tag 6 gelang ihm dann genau das: Ein überzeugender Tagessieg am Jebel Hafeet, der gleichbedeutend mit dem Gesamtsieg bei der UAE Tour 2026 ist. Bei der finalen 7. Etappe brachte er dann seinen Sieg vor Antonio Tiberi (Bahrain - Victorious) über die Ziellinie. Del Toro distanzierte bei der Rundfahrt im Kampf um die Gesamtwertung dazu große Namen wie Felix Gall (Decathlonn CMA CGM Team) oder Remco Evenepoel (Red Bull – BORA – hansgrohe).
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Lidl - Trek | 02:56:48 |
| 2 | Uno-X Mobility | +00:00:00 |
| 3 | INEOS Grenadiers | +00:00:00 |
| 4 | NSN Cycling Team | +00:00:00 |
| 5 | XDS Astana Team | +00:00:00 |
| 6 | EF Education - EasyPost | +00:00:00 |
Auf der 149 Kilometer langen Flachetappe vom Zayed National Museum nach Abu Dhabi Breakwater war für die Sprinterteams bereits vorab klar: Es sollte einen Sprint Royale in der Hauptstadt der Emirate geben. Dem wollten fünf Fahrer einen Strich durch die Rechnung machen. Nach circa 30 Rennkilometern setzten sich Callum Thornley (Red Bull – BORA – hansgrohe), Daan Hoole (Decathlonn CMA CGM Team), Ezra Caudell (Modern Adventure Pro Cycling), Lorenzo Milesi (Movistar Team) und Aivaras Mikutis (Tudor Pro Cycling Team) vom Peloton ab und suchten die Flucht nach vorne.
Für die Nachführarbeit sorgten nicht nur Sprinterteams. Auch das Team des Gesamtführenden Isaac Del Toro, das UAE Team Emirates - XRG, involvierte sich. Gemeinsam mit unter anderem Lidl - Trek und Uno-X Mobility sorgten sie dafür, dass der Abstand auf die Führungsgruppe kaum größer als eine Minute wurde. Die Ausreißer wurden also an der kurzen Leine gehalten, da die Sprinterteams in Sachen Massensprint auf Nummer sicher gehen wollten.
16 Kilometer vor dem Ziel fiel Ezra Caudell aus der Gruppe hinaus, die sich tapfer gegen das Peloton wehrte. Erst circa zwei Kilometer vor dem Ziel wurde das verbliebene Quartett von den Sprintzügen geschluckt.
Den Massensprint entschied einmal mehr Jonathan Milan für sich, der Erlend Blikra und Sam Welsford auf die Plätze verwies. Bester Deutscher war an diesem Tag Niklas Märkl (Team Picnic PostNL), der 14. wurde. Milan feierte damit seinen dritten Tagessieg innerhalb von vier Tagen.
Die UAE Tour 2026 begann stürmisch: Die 1. Etappe musste aufgrund starker Wüstenwinde gekürzt werden. Bei der Flachetappe mit Bergaufsprint traute sich nur ein Fahrer, auszureißen: Silvan Dillier (Alpecin-Premier Tech) fuhr viele Kilometer allein im Wind. Es sollte nicht der einzige Tag bleiben, dass der Schweizer ausriss. Sein aufopferungsvoller Kampf war am Ende nicht von Erfolg gekrönt - die Etappe resultierte in einem Massensprint. An diesem konnte einer der Top-Sprinter Jonathan Milan (Lidl-Trek) nicht mitmischen, der wenige Kilometer vor dem Ziel zu Fall kam. Auf der Zielgerade setzte der junge Mexikaner Isaac Del Toro (UAE Team Emirates - XRG) im richtigen Moment zur Attacke an. Mit seinem langen Antritt löste er sich von der Konkurrenz und feierte knapp den Tagessieg vor Cees Bol (Decathlon CMA CGM Team) und Antonio Tiberi (Bahrain – Victorious).
Auf der 2. Etappe der UAE Tour 2026 stand ein flaches, 12,2 Kilometer kurzes Einzelzeitfahren auf dem Plan. Am schnellsten unterwegs war beim technisch nicht ganz einfachen Kurs Remco Evenepoel (Red Bull – BORA – hansgrohe), der im Ziel sechs Sekunden schneller als Johua Tarling (INEOS Grenadiers) im Ziel war. Platz drei ging an Rémy Cavagna (Groupama – FDJ United). Der Tageserfolg des Belgiers war gleichbedeutend mit der Gesamtführung, denn Isaac Del Toro kam auf der 2. Etappe nicht über Platz 25 hinaus.
Für die Klassementfahrer war die 3. Etappe der erste echte Gratmesser: Die Bergankunft auf dem Jebel Mobrah hatte es mit über 13 Kilometern und im Durchschnitt einer Steigung von 8% in sich und sollte für den ein oder anderen Fahrer die Hoffnungen auf den Gesamtsieg beenden.
Gemeinsam mit einem Teamkollegen Jonas Rickaert sammelte erneut Silvan Dillier wieder Punkte in der Zwischensprintwertung. Das Duo bildete die Ausreißergruppe des Tages, das zwar führend in den finalen Anstieg kam, dort dann aber geschluckt wurde. Vortagessieger Remco Evenepoel war der erste in der Gruppe der Favoriten, der am Anstieg Probleme bekam, deutlich zurückfiel und sich somit aus dem Kampf um die Gesamtwertung verabschieden musste.
Anders erging es Isaac Del Toro. Der Mexikaner geriet zwar ebenfalls früh am Anstieg ins Hintertreffen, rollte dann aber das Feld von hinten auf. Der schob sich nach und nach spielerisch leicht an der Konkurrenz vorbei. Nur von einem Fahrer musste er sich geschlagen geben: Antonio Tiberi. Der Bahrain-Kapitän trat 4 Kilometer vor dem Ziel an und setzte seine entscheidende Attacke im Kampf um den Tagessieg. Auch Del Toro konnte sich nicht mehr an den Italiener heransaugen. Damit übernahm Tiberi die Führung im Gesamtklassement, 20 Sekunden dahinter befand sich Del Toro in Lauerstellung.
Es war die erste Etappe der UAE Tour 2026, bei der sich die klassischen Sprinter erstmalig Chancen auf einen Sieg ausrechnen konnten. Doch aufgrund hügeliger Abschnitte wollten Ausreißer diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen. So formierte sich eine starke Ausreißergruppe, in der unter anderem auch der Deutsche Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) sein Glück versuchte. Erst auf der Zielgerade wurde die Gruppe vom heranrauschenden Peloton geschluckt. Den Massensprint entscheid Jonathan Milan für sich, der sich nach einem herausragenden Antritt vor Ethan Vernon (NSN Cycling Team) und seinem jüngeren Bruder Matteo Milan (Groupama – FDJ United) durchsetzte. Für Familie Milan gab es an diesem Tag also doppelten Grund zum Feiern.
Die 5. Etappe war eine klassische Flachetappe mit vorprogrammierter Sprintankunft. Silvan Dillier war einmal mehr in der Ausreißergruppe dabei, Jonathan Milan einmal mehr der Sieger. Er setzte sich im Sprint vot Erlend Blikra und Matteo Malucelli (XDS Astana Team) durch. Der Back-to-Back-Sieg sollte nicht der letzte Streich des Italieners bleiben.
Die Königsetappe der UAE Tour 2026 stand traditionell bei der Bergankunft des Jebel Hafeet an. An diesem Tag sollte sich das Duell in der Gesamtwertung zwischen Tiberi und Del Toro entscheiden.
Zu Rennbeginn formierte sich eine große Ausreißergruppe um Joshua Tarling und Stefan Bissegger (Decathlon CMA CGM Team), die im Finale aber keine Rolle spielen sollte. Vielmehr versuchte es Remco Evenepoel nach einer enttäuschenden 3. Etappe mit der Brechstange. Er attackierte früh am Berg, musste dann aber im Verlauf erneut zahlreiche Konkurrenten ziehen lassen. Er musste sich am Ende mit Rang 15 zufriedengeben.
Aus der Gruppe der Favoriten war es 4 Kilometer vor dem Ziel dann Del Toro, der attackierte und dem nur Antonio Tiberi folgen konnte. Es war an dieser Stelle also klar – jetzt sollte sich das direkte Duell um das Gesamtklassement entscheiden. Wenig später startete Del Toro eine erneute Attacke, auf die Tiberi nicht reagieren konnte. Es klaffte eine Lücke zwischen den beiden Fahrern, die der Mexikaner immer weiter ausbaute, während Tiberi geschlagen war. Del Toro krönte sich im Ziel nicht nur zum Tagessieger, sondern stand auch vor dem Gesamtsieg: Tiberi brach auf den letzten Kilometern ein, wurde noch von Luke Plapp (Team Jayco AlUla) und Felix Gall (Decathlon CMA CGM Team) überholt und musste seine Führung in der Gesamtwertung an Senkrechtstarter Del Toro abgeben.