Tour de Suisse 2026Radsportrevolution und Pogačar am Start

Leon Weidner

 · 05.02.2026

Tour de Suisse 2026: Radsportrevolution und Pogačar am StartFoto: Ppicture Alliance/frontalvision/Arne Mill
Der Veranstalter hat die Formatänderung der Tour de Suisse offiziell bestätigt
Die Tour de Suisse 2026 setzt mit einem neuen Konzept einen Akzent im internationalen Radsport. Erstmals werden Frauen- und Männerrennen am selben Tag und am selben Ort auf Rundkursen ausgetragen. Die Rundfahrt startet zum ersten Mal in Italien und führt durch drei Sprachregionen der Schweiz. Mit Tadej Pogačar und Marlen Reusser haben bereits zwei Topstars ihre Teilnahme zugesagt.

Die Tour de Suisse bricht im Jahr 2026 zu neuen Ufern auf und präsentiert ein revolutionäres Konzept, das den internationalen Radsport nachhaltig verändern könnte. Bereits im letzten Jahr berichteten Medien über die Veränderung der Tour de Suisse, jetzt hat der Veranstalter das neue Format bestätigt. Mit diesem komplett neu konzipierten Rennformat setzt die Schweizer Landesrundfahrt ein starkes Zeichen die moderne Inszenierung des Radsports. Das Herzstück der Neuausrichtung: Frauen- und Männerrennen finden erstmals am selben Tag und am selben Ort statt. Dieses Konzept ist auf der UCI WorldTour neu und findet auf internationaler Ebene keine vergleichbaren Beispiele. Start und Ziel befinden sich jeweils am gleichen Ort, wobei die Etappen überwiegend als Rundkurse ausgetragen werden. Dadurch soll die Nähe zu den Fans gestärkt und optimale Voraussetzungen für mediale Präsenz geschaffen werden. Eine weitere Premiere stellt der erste Auslandsstart in der Geschichte der Tour de Suisse dar. Die Rundfahrt beginnt im italienischen Veltlin und führt anschließend durch drei Sprachregionen der Schweiz – ein klares Bekenntnis zur Vielfalt des Landes. Mit Tadej Pogačar (UAE Team Emirates - XRG) und Marlen Reusser (Movistar Team) haben bereits zwei der prägendsten Persönlichkeiten des internationalen Radsports ihre Teilnahme zugesagt.



Ein Meilenstein für die Gleichberechtigung im Radsport

Das neue Format der Tour de Suisse 2026 markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung Gleichberechtigung im Radsport. Für die Männer wird die Rundfahrt künftig einen Tag kürzer, während die Frauen einen Tag dazu bekommen. Durch die parallele Austragung der insgesamt fünf Frauen- und Männerrennen am selben Tag und auf selber Strecke, wird die sportliche Gleichwertigkeit beider Wettbewerbe deutlich unterstrichen. Frauen-Rundfahrten standen in der Vergangenheit oft im Schatten der Männer-Events oder wurden mit deutlich geringerer medialer Aufmerksamkeit bedacht, jetzt sorgt das neue Konzept für eine gleichberechtigte Präsentation beider Rennen. Die Athletinnen erhalten dadurch die gleiche Bühne wie ihre männlichen Kollegen, was die Sichtbarkeit des Frauenradsports erheblich steigern dürfte. Diese Entwicklung könnte wegweisend für andere Rundfahrten sein und einen wichtigen Beitrag zur besseren Repräsentation des Frauenradsports im internationalen Rennkalender leisten. Die Tour de Suisse positioniert sich damit als Vorreiterin für moderne, gleichberechtigte Radsportformate und setzt Maßstäbe, an denen sich künftig auch andere WorldTour-Veranstaltungen messen lassen müssen.

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Sportliche Herausforderungen auf neuen Wegen

Das neue Format erlaubt es den Organisatoren, jede Etappe klar zu charakterisieren und verschiedene Rennprofile zu schaffen. "Wir verbinden selektive Profile, taktische Vielfalt und ikonische Landschaften – von alpinen Übergängen bis zu explosiven Finals. Den Fokus auf mehr Circuits verspricht mehr Interaktion und mehr Radsport für alle Zuschauer. Die Strecke 2026 bietet mit den zwei Rennen an jedem Tag sportliche Highlights", erklärt David Loosli, Sportlicher Direktor der Tour de Suisse. Die Rundfahrt startet in Sondrio im italienischen Veltlin, einer Region, die historisch eng mit Graubünden verbunden war und augenzwinkernd als "27. Kanton" der Schweiz bezeichnet wird. Die dritte Etappe führt nach Bad Ragaz im Kanton St. Gallen, das aufgrund seiner geografischen Lage den Übergang vom Alpenraum zum Flachland markiert. Das große Finale findet in Villars-sur-Ollon im Kanton Waadt statt, wodurch auch die französischsprachige Schweiz in der Rundfahrt vertreten ist. Weitere Etappenorte werden im Rahmen der offiziellen Streckenpräsentation noch bekanntgegeben.

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Prominente Unterstützung und hochkarätige Sportlerinnen und Sportler

Für Tadej Pogačar ist es die erste Tour de SuisseFoto: Getty Images/David RamosFür Tadej Pogačar ist es die erste Tour de Suisse

Die Neuausrichtung der Tour de Suisse 2026 erfährt bereits jetzt breite Unterstützung aus Sport und Politik. Sergei Aschwanden, Parlamentarier des Kantons Waadt und ehemaliger Olympia-Judoka, hat maßgeblich zur Realisierung des Zielortes Villars-sur-Ollon beigetragen. Sportlich dürfen sich die Fans auf ein hochkarätiges Starterfeld freuen. Mit dem slowenischen Ausnahmefahrer Tadej Pogačar vom Team UAE Emirates - XRG hat bereits einer der dominierenden Fahrer der letzten Jahre seine Teilnahme zugesagt. Bei den Frauen wird mit Marlen Reusser die aktuell erfolgreichste Schweizer Radsportlerin am Start stehen. Die Zeitfahr-Spezialistin gilt als Aushängeschild des heimischen Radsports und wird sicherlich besonders motiviert an den Start gehen. Weitere Topfahrerinnen und Topfahrer sowie teilnehmende WorldTour-Teams sollen in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden.

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